Zeitenwende in Europa
Ukraine-Krieg: News und Hintergründe zum jahrelangen Konflikt
Aktualisiert:
von Jacqueline Bittl:newstime
Ukraine-Verhandlungen werden fortgesetzt
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Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist der traurige Höhepunkt eines jahrelangen Konfliktes, der sich am 24. Februar 2026 zum vierten Mal jährt. Wie ist es zu der Eskalation zwischen den zwei Staaten gekommen? Ein Überblick zu den Hintergründen und aktuellen Entwicklungen.
Das Wichtigste in Kürze
Der von Wladimir Putin am 24. Februar 2022 befohlene Großangriff auf die Ukraine markiert die Eskalation eines seit 2014 schwelenden Konflikts, der mit der Annexion der Krim und dem Krieg im Donbass begann.
Internationale Vermittlungsversuche – insbesondere durch die USA – sowie weitreichende Sanktionen und Waffenlieferungen westlicher Staaten konnten die anhaltenden Kämpfe und Gebietsgewinne Russlands bislang nicht beenden.
Für Deutschland hat der Krieg weitreichende Folgen, darunter die Aufnahme von rund 1,25 Millionen Geflüchteten, milliardenschwere Militär- und Finanzhilfen sowie spürbare wirtschaftliche und sicherheitspolitische Auswirkungen.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert nun fast vier Jahre an. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte in einer nächtlichen TV-Ansprache verkündet, dass er eine "militärische Sonderoperation" in der Ukraine angeordnet habe. Aber wie kam es zu dieser Kriegserklärung? Und wie wirkt sich der Krieg auf Deutschland aus?
Welche Geschichte geht dem Ukraine-Krieg voraus?
Dem Ukraine-Krieg geht eine komplexe Vorgeschichte voraus, die mehrere Jahrzehnte umfasst:
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Ukraine als Teil der Sowjetunion bis 1991
Bis zum Jahr 1991 war die Ukraine noch eine von 15 Sowjetrepubliken. Seit deren Auflösung wurde auch die Ukraine nach einer Volksabstimmung am 1. Dezember 1991 zu einem souveränen und eigenständigen Staat. Durch den Vertrag über "Freundschaft, Zusammenarbeit und Partnerschaft" zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine von 1997 wurde die Ukraine auch von Russland als unabhängiger Staat anerkannt. Diese Vereinbarung beinhaltete explizit ebenso die gegenseitige Anerkennung der territorialen Integrität und Unverletzbarkeit der Grenzen.
Erste Spannungen ab August 2013
Mit dem im August 2013 durch den prorussischen ukrainischen Präsidenten Janukowytsch verfolgte Assoziierungsabkommen mit der EU sollten gemeinsame wirtschaftliche und politische Ziele zwischen der Europäischen Union und der Ukraine festgehalten werden.
Der russische Präsident Wladimir Putin jedoch sah seine eigenen Pläne, die Zollunion mit Belarus und Kasachstan durch den Beitritt der Ukraine zur Eurasischen Union auszubauen, bedroht. Im Spätherbst 2013 änderte Janukowytsch seine Haltung, auch unter verstärktem Druck und Sanktionsandrohungen aus Moskau.
Mit Folgen: Nachdem er erklärte, ein geplantes Abkommen mit der EU nicht unterzeichnen zu wollen, kam es in Kiew zu ausgedehnten Massenprotesten. Bekannt wurden die Proteste als "Euromaidan", diese forderten viele zivile Opfer. Wenig später floh Janukowytsch nach Russland. Eine Übergangsregierung wurde gebildet und das Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnet.
Die Krim-Annexion 2014
Die Lage in der Ukraine entspannte sich allerdings nicht. Neue Probleme entstanden im Osten der Ukraine und auf der Krim. Die Halbinsel zwischen dem nördlichen Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer gehörte in den vergangenen Jahrhunderten zu verschiedenen Imperien.
Im Februar 2014 besetzten russische "Spezialtruppen" schließlich strategische Punkte. Die Bewaffneten erzwangen außerdem ein Referendum: Die Bürger:innen der Krim sollten darüber abstimmen, ob sie künftig zu Russland gehören wollen. Das Ergebnis: 96 Prozent der Wähler:innen haben scheinbar für einen Anschluss an Russland gestimmt.
Die Folge: Russland annektierte die zur Ost-Ukraine gehörende Krim. Das Ergebnis dieser Abstimmung wurde international angezweifelt und nicht anerkannt. Mit seinem Vorgehen hat Russland zudem völkerrechtliche Verträge gebrochen. Nach Angaben von US-Präsident Trump erfolgte die Annexion "ohne einen Schuss".
Die von Russland unterstützten Separatisten in den östlichen Gebieten riefen die "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk aus. Auch diese Republiken werden international nicht anerkannt. Damit begann der Krieg im Donbass, wie die Regionen zusammengefasst genannt werden.
Russlands endgültige Kriegserklärung
Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine kam seither nicht zur Ruhe. Zwar kam mit internationaler Hilfe das Minsker Abkommen von September 2014 und Februar 2015 zustande, welches zu einem Waffenstillstand führen sollte. Dieses erreichte aber nur eine zeitweise Stabilisierung der Auseinandersetzung.
Ab 2021 wurden russische Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze beobachtet. Putin bestritt damals jegliche Angriffspläne. Am 21. Februar 2022 erkannte Russland Donezk und Luhansk als eigenständige Staaten an und startete nur drei Tage später den Großangriff auf die Ukraine. Daraufhin brach die Ukraine die diplomatischen Beziehungen zu Russland ab. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief den Kriegszustand aus und ordnete die allgemeine Mobilmachung an.
Im Grunde hat der Westen selbst den Krieg entfacht. Wir versuchen nur, das zu beenden.
Wechselnde Kriegsziele Russlands im Ukraine-Krieg
Präsident Wladimir Putin rechtfertigte den Angriff in seiner Fernsehansprache kurz vor dem Einmarsch damit, die Menschen schützen zu wollen, "die seit acht Jahren Misshandlung und Genozid ausgesetzt sind". Putin sprach trotz fehlender Beweise von einem Massenverbrechen am russischstämmigen Volk in der Ostukraine und behauptete, "die sogenannte zivilisierte Welt zieht es vor, den von Kiew begangenen Genozid im Donbass zu ignorieren". Vier Millionen Menschen seien betroffen gewesen.
Weder die OSZE noch die UN haben Hinweise auf einen solchen Völkermord gefunden. Die USA hatten Russland beschuldigt, möglicherweise den Vorwurf des Völkermordes als Vorwand für eine Invasion nutzen zu wollen.
Als weitere Kriegsziele nannte Putin die "Entmilitarisierung" und "Entnazifizierung" der Ukraine. Russland forderte zudem die Anerkennung der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Territorium, die Abtretung der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk, einen neutralen Status der Ukraine sowie deren Verzicht auf einen NATO-Beitritt.
Putin warf der NATO vor, Russland jahrelang getäuscht zu haben. Er behauptete, Russland sei zu Sowjetzeiten bei der Wiedervereinigung Deutschlands versprochen worden, dass die NATO sich "kein bisschen nach Osten ausdehne". Der Kremlchef hatte mehrfach vor einer Aufnahme der Ukraine in die NATO gewarnt und sah darin eine Bedrohung für die russische Sicherheit.
Das ursprüngliche Ziel, Kiew einzunehmen, wurde Ende März 2022 aufgegeben. Der russische Generalstab erklärte am 25. März 2022, die "grundlegenden Aufgaben der ersten Etappe der Operation" seien erfüllt, was es ermögliche, "die Hauptanstrengungen auf das Erreichen des Hauptziels zu richten – die Befreiung des Donbass".
Ukraine-Krieg: News und die Entwicklung im Laufe der Zeit
2026
Unter Vermittlung der USA fanden mehrere Verhandlungsrunden zwischen der Ukraine und Russland statt, insbesondere in Abu Dhabi. Nach monatelanger Funkstille erfolgte die erste Runde am 23./24. Januar, gefolgt von weiteren Treffen Anfang Februar. Am 17./18. Februar fand eine weitere Verhandlungsrunde in Genf statt.
Die USA drängten auf ein Ende des Krieges bis Anfang des Sommers und schlugen ein Treffen in Miami vor. Präsident Wolodymyr Selenskyj schloss ein Kriegsende in der ersten Jahreshälfte 2026 nicht aus.
Trotz der Friedensbemühungen gingen die Kämpfe unvermindert weiter. Russland setzte seine Angriffe fort, insbesondere auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Bei russischen Angriffen auf eine Geburtsklinik in Saporischschja wurden mindestens neun Menschen verletzt. Die Ukraine führte ihrerseits Angriffe auf Ziele in Russland durch, wobei Öllager und andere strategische Einrichtungen getroffen wurden.
Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj kündigte im Januar eine neue Offensive an, da die Ukraine allein durch Verteidigung keinen Sieg erringen könne.
Eine bedeutende Entwicklung im Februar 2026 war die Blockierung russischer Starlink-Terminals. Nach einer Reihe erfolgreicher russischer Drohnenangriffe gegen ukrainische Versorgungslinien wurden Moskaus Streitkräfte vom Internetsystem Starlink abgeschaltet. Das russische Militär ist von der Abschaltung deutlich stärker betroffen als die Ukrainer. Die Kommunikation innerhalb der Einheiten sei auf das Niveau von 2022 zurückgeworfen worden.
Emotional werden die Menschen das niemals verzeihen. Niemals.
2025
Seit Herbst 2023 befand sich die ukrainische Armee im Rückzug, besonders im Gebiet Donezk. Anfang 2025 gingen weitere 400 Quadratkilometer verloren – knapp ein Fünftel des Landes war unter russischer Kontrolle. Der seit August 2024 gehaltene Brückenkopf im russischen Gebiet Kursk schrumpfte ebenfalls. Ursachen waren die personelle und materielle Überlegenheit Russlands, der Einsatz von Gleitbomben sowie Fahnenflucht und eine stockende Mobilmachung. Erfolge erzielte die Ukraine mit weiterentwickelten Drohnenangriffen auf Industrieanlagen im russischen Hinterland.
2025 war von intensiven Friedensbemühungen der USA unter Präsident Donald Trump geprägt. Im März näherte sich eine teilweise Waffenruhe, begrenzt auf Angriffe gegen Energieanlagen: beide Seiten stimmten einem vorübergehenden Stopp zu. Trump brachte zudem eine US-Übernahme ukrainischer Atomkraftwerke als Sicherheitsgarantie ins Gespräch.
Im Mai drängte er auf eine rasche Einigung und drohte mit dem Ende der US-Vermittlung. Im September zeigte er sich frustriert über das Scheitern mehrerer Annäherungsversuche und warf Putin vor, "viele Menschen zu töten". Im Oktober kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth an, gemeinsam mit Verbündeten den Druck auf Russland zu erhöhen.
Im Dezember kam es zu intensiven Gesprächen: Trump zeigte sich "äußerst frustriert", während sein Gesandter Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau mit Putin verhandelten. Die Gespräche galten als konstruktiv, brachten jedoch keinen Durchbruch. Putin lehnte Änderungen an Trumps 28-Punkte-Plan ab und beharrte auf Maximalforderungen, darunter Gebietsverzicht der Ukraine. US-Außenminister Marco Rubio betonte, keine Seite zu einer Lösung zwingen zu wollen.
2024
2024 standen die ukrainischen Verteidiger stark unter Druck, besonders im Osten bei Kurachowe im Gebiet Donezk, wo russische Truppen südlich und nördlich vorrückten und eine Einschließung drohte. Auch im Gebiet Charkiw verschärfte sich die Lage, als russische Panzer in die strategisch wichtige Stadt Kupjansk eindrangen. Nach 1.000 Kriegstagen im November blieb die Situation angespannt, vor allem an den Frontabschnitten Pokrowsk und Kurachowe; entlang der gesamten Front war Russland auf dem Vormarsch.
Im November setzte die Ukraine erstmals weitreichende US-ATACMS-Raketen gegen Ziele in Russland ein, nachdem die USA dies als Reaktion auf den vermuteten Einsatz nordkoreanischer Soldaten erlaubt hatten. Russland wertete dies als Eskalation, führte eine neue Nukleardoktrin ein und präsentierte die Mittelstreckenrakete Oreschnik. Nordkorea entsandte laut Schätzungen über 10.000 Soldaten nach Russland, einige kämpften bereits bei Kursk; zudem soll Russland Unterstützung durch jemenitische Huthi-Rebellen genutzt haben.
Im Dezember signalisierte Putin Verhandlungsbereitschaft, beharrte jedoch darauf, dass Gespräche die russischen Gebietsgewinne berücksichtigen müssten. Der designierte US-Präsident Donald Trump traf sich in Paris mit Emmanuel Macron und Wolodymyr Selenskyj und forderte eine sofortige Waffenruhe und Verhandlungen. Macron betonte, ein dauerhafter Frieden müsse von den Ukrainern ausgehandelt werden und ihre Sicherheit gewährleisten.
2023
Die Ukraine führte 2023 mit militärischer Hilfe aus NATO-Staaten eine Gegenoffensive zur Befreiung ihrer von Russland besetzten Gebiete durch. Russland verlegte strategische Luftverteidigungssysteme aus der Ostsee-Enklave Kaliningrad in die Ukraine, um Verluste auszugleichen, was nach britischen Geheimdiensten zeigte, wie sehr der Krieg Russlands militärische Fähigkeiten überlastete.
Verschiedene internationale Akteure versuchten 2023, Verhandlungen anzustoßen. China veröffentlichte am Jahrestag der russischen Invasion ein Positionspapier, das einen Waffenstillstand und Verhandlungen forderte, jedoch keine eigenen Initiativen ankündigte.
Der brasilianische Präsident Lula forderte im April eine "G20 des Friedens" und Gespräche ohne Vorbedingungen. Der Vorsitzende der Afrikanischen Union bescheinigte Putin im Juli Dialogbereitschaft, während Putin selbst behauptete, Russland sei zu Verhandlungen bereit, die Ukraine jedoch nicht.
Die Mehrheit der Deutschen (52 Prozent) war der Ansicht, dass die diplomatischen Anstrengungen der Bundesregierung nicht weit genug gingen. Friedensforscher:innen warnten, dass sich der Krieg zu einem langwierigen Abnutzungskrieg entwickle und Deutschland auf eine langfristige Unterstützung der Ukraine vorbereitet sein müsse.
2022
In den ersten Kriegswochen scheiterte Russland mit dem Versuch, Kiew einzunehmen, und versetzte Ende Februar seine atomaren Abschreckungswaffen in Bereitschaft. Die internationale Gemeinschaft reagierte mit scharfer Kritik: Die UN-Vollversammlung verurteilte am 2. März die Invasion mit großer Mehrheit.
Deutschland beschloss Waffenlieferungen und den Ausschluss russischer Banken aus dem Swift-System. In Mariupol kam es zu schweren humanitären Notlagen; eine Feuerpause Anfang März wurde gebrochen. Anfang April wurden in Butscha Gräueltaten mit über 400 Toten bekannt, während die Ukraine die Kontrolle über die Region um Kiew zurückerlangte. Russland verstärkte daraufhin seine Angriffe im Osten und Süden.
Mitte April bestätigte Moskau den Untergang des Kreuzers "Moskwa". Bis zum 20. April flohen über fünf Millionen Menschen aus der Ukraine. Russland brachte große Teile Luhansks unter Kontrolle und meldete nach der Kapitulation der letzten Verteidiger im Stahlwerk Azovstal am 21. Mai die vollständige Einnahme Mariupols.
Der Westen weitete seine Unterstützung aus: Ende April genehmigte der Bundestag die Lieferung schwerer Waffen. Am 23. Juni erhielten die Ukraine und Moldau den EU-Kandidatenstatus. Im August verlagerte sich der Krieg auf eine rund 350 Kilometer lange Frontlinie.
Im September erzielte die Ukraine bei Charkiw bedeutende Geländegewinne. Als Reaktion ordnete Putin am 21. September eine Teilmobilmachung an und unterstützte international nicht anerkannte "Referenden" in den besetzten Gebieten. Zudem drohte er mit dem Einsatz aller Mittel, einschließlich Atomwaffen, zum Schutz der territorialen Integrität Russlands.
Auch in den News:
Wie reagierte die internationale Politik auf den Ukraine-Krieg?
Die Weltgemeinschaft reagierte entsetzt angesichts des Angriffskriegs auf die Ukraine. Als erste Folge wurden umfangreiche Wirtschaftssanktionen gegen Russland erlassen. Die Unterstützung vieler Länder weltweit für die Ukraine ist seither groß.
Viele Staaten schicken dem Land sowohl Hilfsgüter als auch Waffen, um sich gegen die russische Armee defensiv wehren zu können. Zu diesen zählen unter anderem die USA, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Spanien und Norwegen, Polen und die baltischen Staaten. Auch Deutschland entschied sich nach anfänglichem Zögern dazu, neben zivilen Hilfsgütern auch schwere Waffen aus den Beständen der Bundeswehr an die Ukraine zu liefern.
Die EU-Mitgliedsstaaten haben seit Beginn des Angriffskrieges zudem mehrere Sanktionspakete in den Bereichen Finanzen, Energie, Transport, Beschränkungen gegen Personen und Einrichtungen sowie Visa-Beschränkung gegen Russland verabschiedet. Darunter ist auch ein Teilausschluss von mehreren russischen Banken von Swift, dem weltweiten Netzwerk für finanzielle Transaktionen.
Diese Sanktionen zielen insbesondere darauf, die russische Wirtschaft und die politische Elite zu schwächen. Die EU kündigte zum dritten Jahrestag des Kriegsbeginns im Februar 2025 an, weitere 3,5 Milliarden Euro an die Ukraine zu überweisen. Auch Kanada, Spanien, Norwegen, Finnland und andere Staaten sicherten finanzielle Unterstützung zu – insgesamt zehn Milliarden Euro.
Die USA unter Präsident Donald Trump übernahmen eine zentrale Vermittlerrolle. Die Amerikaner drängten nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf ein Ende des Kriegs bis Anfang des Sommers 2026 und übten entsprechenden Druck auf beide Seiten aus.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte eine stärkere Einbindung Europas in die Friedensbemühungen und betonte, dass es deutlich mehr darum gehen müsse, Zugeständnisse von Russland zu verlangen. Sie verwies darauf, dass Europa viele Mitsprachemöglichkeiten habe, etwa bei der Aufhebung der Sanktionen gegen Russland oder beim Umgang mit eingefrorenen russischen Vermögenswerten.
Bei den Verhandlungen in Genf im Februar 2026 wurden erstmals auch Vertreter:innen europäischer Partner einbezogen: Die nationalen Sicherheitsberater aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien waren für Rücksprachen am Verhandlungsort.
Diese Auswirkungen hat der Ukraine-Krieg auf Deutschland
Aufnahme von Flüchtlingen
Eine der unmittelbarsten Auswirkungen war die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen. Aktuell leben rund 1,25 Millionen Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland, wobei rund 63 Prozent Frauen und Mädchen sind. Dies stellt die größte Flüchtlingsbewegung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg dar. Die Zahl der Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland ist drei Jahre nach Kriegsbeginn nicht zurückgegangen.
Integration in den Arbeitsmarkt
Bei der Integration der ukrainischen Flüchtlinge auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind Fortschritte zu verzeichnen. Von den in den ersten sechs Kriegsmonaten nach Deutschland geflüchteten Ukrainer:innen im erwerbsfähigen Alter hat dreieinhalb Jahre später die Hälfte einen Job gefunden. Dies geht aus einer aktuellen Analyse des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hervor, die im Februar 2026 veröffentlicht wurde.
Hindernisse bei der Integration sind fehlende Kinderbetreuung, ein dichter Bürokratiedschungel und eine unsichere Aufenthaltsperspektive. Außerdem ist die psychische Belastung unter den Kriegsflüchtlingen höher als in der Gesamtbevölkerung.
Militärische und finanzielle Unterstützung
Deutschland hat sich als einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine etabliert. Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte ein Milliarden-Paket mit zusätzlichen drei Milliarden Euro für 2025 und bis zu 8,3 Milliarden Euro für 2026 bis 2029. Deutschland stellt insgesamt mehr als elf Milliarden Euro zusätzlich für die kommenden Jahre bis 2029 bereit.
Zu den Waffenlieferungen gehören Flugabwehrraketensysteme vom Typ Iris-T, Kampfpanzer, Artilleriesysteme und Aufklärungsdrohnen. Deutschland ist zudem der führende Lieferant von Luftabwehrsystemen für die Ukraine. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte auch eine gemeinsame Produktion von weitreichenden Raketen an.
Für die Reparatur der ukrainischen Energieinfrastruktur stellte Deutschland 65 Millionen Euro bereit, womit die Gesamtbeteiligung am Energieunterstützungsfonds auf 360 Millionen Euro steigt.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Bereits kurz nach Kriegsbeginn erwarteten 63 Prozent der Befragten in Deutschland Auswirkungen auf sie selbst. Der französische Staatschef Emmanuel Macron warnte früh vor Konsequenzen für die Landwirtschaft, insbesondere bei Energiepreisen sowie dem Export von Wein, Getreide und Viehnahrung.
Der Ukraine-Krieg hat auch die deutsche Drohnen-Industrie stark angetrieben. Deutsche Hersteller unbemannter Flugsysteme erleben bei militärischer Aufklärung eine rasante Nachfrage, und die Zahl der Beschäftigten wuchs um rund 24 Prozent auf 7.700 Menschen.
Es ist nämlich ein Krieg gegen Europa und nicht nur ein Krieg gegen die territoriale Integrität der Ukraine.
Sicherheitspolitische Dimension
Hessens Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) warnte, dass der Krieg gegen die Ukraine möglicherweise nur der Auftakt für eine militärische und politische Destabilisierung ganz Europas sein könnte. Bundeskanzler Merz betonte, dass nicht nur die territoriale Integrität der Ukraine auf dem Spiel stehe, sondern die politische Ordnung, die sich Europa mit Russland nach 1990 gegeben habe.
FAQ: Ukraine-Krieg
Am 24. Februar 2022 startete Russland unter Präsident Wladimir Putin eine umfassende militärische Invasion der Ukraine. Dieser Tag markiert den Beginn des heutigen, großflächigen Krieges. Allerdings begann der Krieg faktisch im Februar 2014, nachdem es in der Hauptstadt Kiew zu politischen Umbrüchen (Euromaidan) gekommen war.
Genaue Zahlen zu den Todesopfern im Ukraine-Krieg gibt es nicht, aber die Zahl der Toten geht in die Zehntausende und womöglich sogar Hunderttausende. Nach UN-Angaben ist bis Ende Januar 2025 der Tod von 12.600 ukrainischen Zivilist:innen bestätigt worden, 29.200 seien verletzt worden. Allerdings fehlen in dieser Rechnung Zehntausende Menschen, unter anderem Opfer des russischen Beschusses auf die Hafenstadt Mariupol zu Beginn des Krieges.
In den Grenzgebieten Russlands zur Ukraine sind nach Medienberichten bislang mehrere Hundert Zivilist:innen getötet worden.
Der Krieg in der Ukraine findet hauptsächlich im Osten und Süden des Landes statt. Im Osten, im Gebiet Donezk laufen besonders erbitterte Gefechte um die Kleinstadt Kurachowe und die Stadt Pokrowsk. In der südlichen Ukraine erstreckt sich die Frontlinie nahe Saporischschja bis nach Cherson, parallel zum Fluss Dnipro - eine knapp 350 Kilometer lange Front. Im Norden - Gebiet Charkiw - hat sich die Lage zugespitzt, insbesondere um die strategisch wichtige Stadt Kupjansk.
Auf ukrainischer Seite sprach Präsident Wolodymyr Selenskyj zuletzt von mehr als 46.000 getöteten Soldat:innen. Allerdings hat das Internetprojekt UA Losses allein anhand öffentlicher Quellen und Daten im Netz mindestens 65.500 Namen toter ukrainischer Soldat:innen gezählt, wobei Zehntausende vermisst werden. Die eigentliche Zahl wird auf mehr als 100.000 geschätzt.
In Russland ergeben Recherchen mindestens 93.600 tote russische Soldat:innen. Der russische Dienst der BBC nannte eine Bandbreite zwischen 159.500 und 223.500. Offiziell nennt die russische Führung keine Zahlen.
Im August 2023 zitierte die "New York Times" US-Regierungsbeamte mit Schätzungen von insgesamt fast 500.000 getöteten oder verwundeten Soldat:innen auf beiden Seiten. Demnach gingen die USA von 120.000 getöteten und 170.000 bis 180.000 verwundeten russischen Soldat:innen sowie etwa 70.000 getöteten und 100.000 bis 120.000 verletzten ukrainischen Soldat:innen aus.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
bundesregierung.de: "Neues Sanktionspaket gegen Russland"
ft.com: "War in Ukraine"
axios.com: "Zelensky says Ukrainian public won't let him hand Russia territory"
bamf.de: "IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten"
statista.com: "Flüchtlinge und Asyl in Deutschland - Daten & Fakten"
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