Ukraine-Krieg

NATO-Übung in Estland offenbart massive Schwächen im Drohnenkrieg

Veröffentlicht:

von Damian Rausch

:newstime

NATO-Treffen zu Ukraine und Arktis

Videoclip • 01:52 Min • Ab 12


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Eine Großübung der NATO in Estland sollte die Verteidigungsfähigkeit demonstrieren — stattdessen offenbarte sie gravierende Schwächen im modernen Drohnenkrieg. Expert:innen sprechen von alarmierenden Ergebnissen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei dem Manöver "Hedgehog 2025" wurden zwei NATO-Bataillone innerhalb weniger Stunden von ukrainischen Drohnenexperten ausgeschaltet.

  • Militärs und Beobachter beschrieben die Resultate der Übung als "katastrophal" und "schockierend".

  • Die Erkenntnisse verstärken die Sorge in Europa, wie gut die Allianz auf einen möglichen Konflikt vorbereitet ist.

Eine NATO-Großübung in Estland hat offenbar erhebliche Schwächen der Allianz im Umgang mit moderner Drohnenkriegsführung sichtbar gemacht. An dem Manöver "Hedgehog 2025" nahmen mehr als 16.000 Soldat:innen aus zwölf NATO-Staaten teil. Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit mit ukrainischen Drohnenexperten, die ihre Erfahrungen aus dem Krieg gegen Russland einbrachten.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" stellten zehn ukrainische Soldaten die Fähigkeiten von zwei NATO-Bataillonen auf die Probe. Innerhalb eines halben Tages sollen sie die Einheiten einschließlich 17 Fahrzeugen ausgeschaltet haben. Für die Übung wurde ein dicht besiedeltes und stark umkämpftes Schlachtfeld simuliert, auf dem unterschiedliche Drohnentypen eingesetzt wurden.

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Szenario mit maximalem Stress für die Truppen

Oberstleutnant Arbo Probal erklärte, Ziel sei es gewesen, "möglichst schnell Druck, Stress und kognitive Überlastung für die Einheiten zu erzeugen". Ein Teilnehmer berichtete, NATO-Soldat:innen hätten sich ohne Tarnung bewegt und ihre Zelte sowie Fahrzeuge offen stehen lassen. Ein Kommandeur soll die Lage mit den Worten zusammengefasst haben: "Wir sind am Arsch".

Auch die Bewertung der Ergebnisse fiel äußerst kritisch aus. Aivar Hanniotti sagte: "Insgesamt waren die Ergebnisse katastrophal". Der ehemalige Kommandeur des estnischen Militärnachrichtendienstes, Sten Reimann, bezeichnete die Resultate als "schockierend".

Wachsende Sorgen um Verteidigungsfähigkeit

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs wächst in Europa die Sorge, ob die NATO ausreichend auf einen möglichen militärischen Konflikt vorbereitet ist. Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte mehrfach, dass Deutschland seine Verteidigungsbereitschaft weiter stärken müsse. Besonders die baltischen Staaten treiben angesichts der russischen Bedrohung ihre militärische Vorbereitung voran.

Umfragen zeigen zugleich eine deutliche Zurückhaltung in der Bevölkerung gegenüber einem bewaffneten Einsatz zur Verteidigung europäischer Grenzen — ein weiterer Faktor, der die Debatte über Europas Sicherheit verschärft.


Verwendete Quellen:

Frankfurter Rundschau: "Erhebliche Defizite: NATO-Großübung wird zur Blamage – "Ergebnisse waren katastrophal""

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