Russlands Verteidigungshaushalt

BND-Bericht: Russlands Rüstungsbudget sprengt alle Prognosen

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von Benedikt Rammer

Russlands militärische Ausgaben liegen laut BND bis zu zwei Drittel höher als offiziell angegeben.

Bild: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa


Russlands militärische Ausgaben sind laut einer Analyse des Bundesnachrichtendienstes deutlich höher als offiziell angegeben. Dies verdeutlicht die wachsende Bedrohung Europas und zeigt die strategischen Prioritäten Moskaus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Russlands militärische Ausgaben liegen laut BND bis zu zwei Drittel höher als offiziell angegeben.

  • Der Verteidigungshaushalt für 2025 wird auf rund 250 Milliarden Euro geschätzt, etwa zehn Prozent des russischen BIP.

  • Die versteckten Ausgaben zeigen eine wachsende Bedrohung Europas durch Russland und eine starke militärische Fokussierung.

Russlands Verteidigungsausgaben sind offenbar erheblich höher als bisher angenommen. Wie der Bundesnachrichtendienst (BND) laut "euronews" berichtet, sollen die tatsächlichen Ausgaben bis zu zwei Drittel über den offiziellen Angaben liegen. Diese Diskrepanz zeigt nicht nur die strategische Ausrichtung Moskaus, sondern auch die zunehmende Bedrohung Europas durch Russland.

Seit dem großangelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine, der 2022 begann, sind die Budgets für Militär und Rüstung jährlich gestiegen. Die Analyse des BND legt offen, dass viele Ausgaben, die eigentlich dem Verteidigungsbereich zugeordnet werden müssten, in anderen Fachbereichen versteckt wurden. So sind beispielsweise Bauvorhaben des Verteidigungsministeriums, IT-Projekte und Sozialleistungen für Angehörige der Streitkräfte nicht im offiziellen Verteidigungshaushalt aufgeführt.

Wachsende Bedrohung für Europa

Der BND hebt hervor, dass die russische Definition von Verteidigungsausgaben möglicherweise stark von der der NATO abweicht. Die geheim gehaltenen Mittel werden nicht nur für den Krieg in der Ukraine verwendet, sondern auch für den Ausbau militärischer Kapazitäten an der Grenze zur NATO-Ostflanke, beispielsweise im Baltikum. "In diesen Zahlen materialisiert sich konkret die wachsende Bedrohung Europas durch Russland", zitiert der BND aus seiner Analyse.

Die geplanten Ausgaben für 2025 sind mit rund 250 Milliarden Euro enorm hoch und entsprechen etwa der Hälfte des gesamten russischen Haushaltsbudgets. Der Geheimdienst schätzt, dass Russlands Verteidigungsausgaben bis dahin etwa zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen werden – eine beachtliche Steigerung im Vergleich zu den sechs Prozent zu Beginn des Ukraine-Krieges.


Vergleich mit europäischen Militärausgaben

Im Vergleich dazu streben europäische Länder ein Verteidigungsbudget von fünf Prozent ihres BIP bis zum Jahr 2035 an, wie es in einer Absichtserklärung im Juni 2025 festgelegt wurde. Der derzeitige Unterschied zwischen den Ausgaben zeigt die massive militärische Prioritätensetzung Russlands und verdeutlicht das Ungleichgewicht zwischen den NATO-Staaten und Moskau.

Der Anstieg der russischen Verteidigungsausgaben ist nicht nur eine Reaktion auf den Ukraine-Krieg, sondern auch ein Signal an Europa. Mit einem steigenden Budget und erweiterten Kapazitäten an den NATO-Grenzen verfolgt Russland eine klare Strategie: Machtdemonstration und Einflussnahme in geopolitisch sensiblen Regionen.


Verwendete Quellen:

euronews: "Deutscher Geheimdienst enttarnt versteckte russische Militärausgaben"

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