Zinssenkung nahezu ausgeschlossen

EZB-Zinsentscheidung: Was bedeutet das für Verbraucher?

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Bild: Boris Roessler/dpa


Die Europäische Zentralbank wird ihre erste Zinsentscheidung des Jahres 2026 bekanntgeben. Expert:innen erwarten stabile Leitzinsen, doch die Auswirkungen auf Sparprodukte und Bauzinsen könnten vielfältig sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Expert:innen erwarten unveränderte EZB-Leitzinsen für Februar 2026.

  • Bauzinsen könnten langfristig durch Kapitalmarktzinsen leicht steigen.

  • Sparer:innen können von stabileren Tages- und Festgeldkonditionen profitieren.

Am Donnerstag (5. Februar) trifft die Europäische Zentralbank (EZB) ihre erste Zinsentscheidung für das Jahr 2026. Seit der letzten Senkung im Juni 2025 verharrt der Einlagenzins bei 2,00 Prozent. Die große Frage lautet: Wird die EZB das Zinsniveau beibehalten, oder gibt es Überraschungen? Expert:innen gehen davon aus, dass die Leitzinsen unverändert bleiben, doch die Diskussion um mögliche Auswirkungen auf Sparprodukte und Bauzinsen bleibt spannend.

Stabile Leitzinsen erwartet

Die Prognosen sind klar: Eine Zinssenkung ist nahezu ausgeschlossen. Jasmin Ehlert von der Plattform Raisin erklärt laut der "Berliner Morgenpost": "Die Inflation im Euroraum lag im Dezember bei 1,9 Prozent und damit leicht unter dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Gleichzeitig zeigt sich die Wirtschaft stabil. Für die EZB besteht derzeit kein Anlass, aktiv zu werden." Allerdings gibt es Unsicherheitsfaktoren wie die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar, der zuletzt mit einem Kurs von 1,20 US-Dollar den höchsten Stand seit 2021 erreichte.

Ein starker Euro könnte Importpreise senken und die Inflation weiter unter das Ziel drücken. Laut Ehlert könnte dies mittelfristig eine Anpassung der Zinspolitik erforderlich machen, doch kurzfristig sei nicht mit Änderungen zu rechnen. Andere Expert:innen teilen diese Einschätzung und erwarten frühestens im Sommer mögliche Zinssenkungen, sollten sich bestimmte wirtschaftliche Szenarien bewahrheiten.

Auch in den News:

Obwohl der EZB-Leitzins die Bauzinsen nur indirekt beeinflusst, behalten Kreditnehmer:innen die geldpolitischen Entscheidungen genau im Blick. Immobilienkredite orientieren sich oft an langfristigen Kapitalmarktzinsen, etwa Bundesanleihen oder Pfandbriefen. Aktuell zeigen sich Bauzinsen relativ stabil, doch langfristig könnte die steigende deutsche Staatsverschuldung zu einem leichten Anstieg führen, erklärt Carsten Brzeski von ING laut der "Berliner Morgenpost". Trotz geopolitischer Unsicherheiten und stabiler Kapitalmärkte rechnen Fachleute damit, dass Baufinanzierungen mittelfristig teurer werden könnten. Verbraucher:innen sollten daher bei ihrer Kreditplanung vorsichtig kalkulieren und mögliche Zinsschritte frühzeitig einplanen.

Tages- und Festgeld im Fokus

Direkte Auswirkungen auf Sparer:innen sind hingegen wahrscheinlicher. Tages- und Festgeldzinsen reagieren direkt auf Leitzinsänderungen, doch Expert:innen gehen davon aus, dass sich der deutliche Rückgang der Sparzinsen mittlerweile stabilisiert hat. Einige Banken haben ihre Konditionen zuletzt angehoben – Tagesgeld-Zinsen von über drei Prozent sind wieder möglich, allerdings oft nur zeitlich begrenzt.

Jasmin Ehlert rät Sparer:innen dazu, sich attraktive Zinsen durch Festgeld mit einer sogenannten Treppenstrategie zu sichern. Dabei werden Beträge auf unterschiedliche Laufzeiten verteilt und bei Fälligkeit erneut angelegt. Dies bietet eine flexible Möglichkeit, auch bei stabilen oder sinkenden Zinsen von guten Konditionen zu profitieren.


Verwendete Quellen:

Berliner Morgenpost: "EZB-Zinsentscheid: Expertin gibt Sparern klare Prognose"

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