Talkshow-Debatte
"Maybrit Illner": Applaus für Rubio sorgt für Stirnrunzeln
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval"Maybrit Illner": Wadephul für Rubio, Weisband für Realismus
Bild: ZDF und Christian Schoppe
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Außenminister Wadephul verteidigt seinen Applaus für US-Außenminister Rubio bei "Maybrit Illner". Grünen-Politikerin Weisband kritisiert die einseitige Diskussion über die Waffenlieferungen. Warum es gegen Ende der Show nochmal richtig interessant wurde.
Das Wichtigste in Kürze
Außenminister Johann Wadephul verteidigt seine Ovationen für US-Außenminister Marco Rubio bei der Münchner Sicherheitskonferenz.
Marina Weisband kritisiert die einseitige Diskussion über militärische Hilfe.
NATO-Expertin Florence Gaub mahnt zu mehr Fokus auf hybride Kriegsführung.
In der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" am Donnerstagabend (19. Februar) verteidigte Bundesaußenminister Johann Wadephul seinen Applaus für US-Außenminister Marco Rubio. Kritische Stimmen wie die Publizistin und Grünen-Politikerin Marina Weisband mahnten, dass die Diskussion über den Ukraine-Krieg bisher zu stark auf Waffenlieferungen fokussiert sei. NATO-Expertin Florence Gaub ergänzte, dass hybride Kriegsführung, politische Einflussnahme und die Bedrohung kritischer Infrastruktur in Deutschland bisher weitgehend unterschätzt werden.
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Wadephul verteidigt Applaus für Rubio
Johann Wadephul sprach in der ersten Hälfte der Sendung fast ununterbrochen über die transatlantischen Beziehungen. Viele seiner Aussagen waren dabei bereits bekannt. "Die USA sind ein verlässliches Bündnis", sagte er und verteidigte zugleich seinen Applaus für US-Außenminister Marco Rubio.
Wadephul geriet kürzlich in die Kritik, nachdem er auf der Münchner Sicherheitskonferenz US-Außenminister Rubio applaudiert hatte. Der hatte auf der Konferenz in einer Rede sowohl Partnerschaft zugesichert als auch klargemacht, dass die USA notfalls allein handeln würden. Wadephul erklärte: "Ich klatsche grundsätzlich nur aus Überzeugung." Er stimmte Rubios Aussagen zu Zusammenarbeit und gemeinsamen kulturellen Werten zu. Weisband verdreht bei den Aussagen des CDU-Ministers sichtbar ihre Augen.
Kritik an einseitiger Debatte
Die Diskussion änderte die Richtung, als Weisband die einseitige Fokussierung auf Waffenlieferungen kritisierte. "Man muss auch über hybriden Krieg sprechen, über Parteien in der deutschen Politik, die von Russland unterstützt werden, und über Plattformen, die amerikanischen Oligarchen gehören", erklärt sie.
Forschungsdirektorin Florence Gaub von der NATO-Militärakademie in Rom stimmte ihr zu. "Es geht auch um Strom, Züge, Grundwasser. Putin beherrscht dieses Grauzonending." Sie betonte, dass die öffentliche Wahrnehmung stark auf Panzer und konventionelle Kriegsszenarien fokussiert sei. Die tatsächliche Bedrohung sei jedoch subtiler und komplexer.
Putins Ziel sei es laut Gaub, politische Entscheidungen so zu beeinflussen, dass sie zu seinen Gunsten ausfallen. "Wir konzentrieren uns zu sehr auf das Szenario, dass russische Panzer über die Grenze rollen – doch das ist kaum wahrscheinlich", erklärt sie. Gleichzeitig werde die viel subtilere, aber deutlich gefährlichere Bedrohung kaum wahrgenommen.
Neue Perspektiven für Europas Sicherheit
Die Gäst:innen der ZDF-Talkshow waren sich einig, dass Europa angesichts der transatlantischen Beziehungen mehr Eigenständigkeit zeigen sollte. Wie bereits bei vielen Diskussionen über die USA wurde erneut die Frage aufgeworfen, wie verlässlich Washington unter der Trump-Administration ist und welche Strategien Europa entwickeln kann, um unabhängiger von US-amerikanischer Politik zu agieren.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Berliner Morgenpost: "Maybrit Illner": Als Wadephul über Rubio spricht, reagiert Gästin genervt"
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