Krieg mit Russland

Europa übernimmt Vorreiterrolle: Ukraine-Hilfe 2025 massiv gesteigert

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von Emre Bölükbasi

Der Ukraine-Krieg tobt weiter, die Hilfen von europäischen Staaten steigen in die Höhe. (Archivbild)

Bild: AP


Während die USA ausfallen, springt Europa ein: Mit 67 Prozent mehr Militärhilfe und 35 Milliarden Euro EU-Unterstützung kompensiert der Kontinent die Lücke bei der Ukraine-Hilfe. Kiew hat trotzdem ein Problem.

Das Wichtigste in Kürze

  • Europa hat 2025 massiv aufgestockt und kompensiert die fehlende US-Unterstützung für die Ukraine größtenteils – militärische Hilfe sprang um 67 Prozent in die Höhe.

  • Die EU trug fast 90 Prozent der finanziellen und humanitären Unterstützung mit 35,1 Milliarden Euro, während Militärhilfe stark in West- und Nordeuropa konzentriert bleibt.

  • Das Kiel Institut sieht darin eine fairere Lastverteilung, warnt aber: Insgesamt erhielt die Ukraine weniger Unterstützung als in den Vorjahren.

Europa hat im Jahr 2025 seine Unterstützung für die Ukraine drastisch ausgebaut und damit die fehlende Hilfe der USA größtenteils ausgleichen können. Die militärische Hilfe stieg um beeindruckende 67 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024, während die finanzielle und humanitäre Hilfe um 59 Prozent zunahm. Dies geht aus der aktuellen Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft hervor.

Der Ukraine-Support-Tracker des renommierten Instituts zeigt allerdings auch, dass die Ukraine trotz der europäischen Anstrengungen insgesamt mit weniger Unterstützung zurechtkommen musste. Die Gesamtsumme der militärischen Hilfe lag 13 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre, während die finanzielle und humanitäre Hilfe etwa fünf Prozent geringer ausfiel. Grund dafür ist das Fehlen der USA als wichtiger Geldgeber.

EU übernimmt Hauptlast der finanziellen Hilfe

Besonders bemerkenswert ist die Rolle der EU bei der finanziellen und humanitären Unterstützung. Nach Angaben des Kiel Instituts stellte die EU nahezu 90 Prozent dieser Hilfe bereit, was einem Betrag von 35,1 Milliarden Euro entspricht.

Christoph Trebesch, Leiter des Forschungsprojekts am Kiel Institut, sieht darin einen positiven Trend: Die Lasten werden nun fairer verteilt, nämlich entsprechend dem Anteil jedes Landes am Bruttoinlandsprodukt der Union.

Militärhilfe konzentriert sich auf wenige Länder

Anders als bei der finanziellen Unterstützung stammt die militärische Hilfe überwiegend aus West- und Nordeuropa. Diese Hilfe, zu der unter anderem Munition gehört, wird direkt zwischen den Staaten bereitgestellt. "Einige wenige Länder leisten immer mehr", erklärte Trebesch. Aus Süd- und Osteuropa stammten dagegen nur fünf Prozent der Militärhilfe.

Die Entwicklung bestätigt einen Trend, der sich bereits in früheren Jahren abgezeichnet hatte. Bereits im März 2025 hatte das Institut festgestellt, dass Europa die Lücke an fehlender US-Unterstützung kompensieren konnte. Eine Analyse vom März 2025 hatte ergeben, dass Europa in der Lage wäre, die US-Hilfen zu großen Teilen aufzufangen – vorausgesetzt, die politischen Entscheidungsträger handeln entschlossen.

Auch in den News:

Kiel Institut dokumentiert Hilfe seit Kriegsbeginn

Der Ukraine-Support-Tracker des Kiel Instituts erfasst militärische, finanzielle und humanitäre Hilfe, die der Ukraine seit dem 24. Januar 2022 zugesagt worden ist – also einen Monat vor Beginn der russischen Invasion. Die Datenerhebung berücksichtigt 40 Länder und basiert auf Informationen von Regierungsstellen und Medienberichten.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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