Satellitensystem als Faktor

Rückeroberungen der Ukraine: Verlust von Musks Starlink trifft Russland

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

:newstime

Neue Ukraine-Verhandlungen in Genf

Videoclip • 04:43 Min • Ab 12


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Seit Anfang Februar können Putins Truppen im Ukraine-Krieg nicht mehr auf Elon Musks Starlink zurückgreifen. Die Ukraine scheint das ausnutzen zu können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ukraine hat in der vergangenen Woche so viel Fläche von russischen Truppen zurückerobert wie seit 2023 nicht mehr.

  • Analyst:innen sehen einen entscheidenden Faktor darin, dass Russlands Streitkräfte nicht mehr auf Starlink zurückgreifen können.

  • Ohne Elon Musks Satellitensystem fällt den Truppen des Kremls die Koordination offenbar deutlich schwerer.

Während die Ukraine und Russland in Genf weiterverhandeln, erzielt die ukrainische Armee Erfolge an der Front. Laut einer Datenauswertung unabhängiger US-Expert:innen vom Institute for the Study of War (ISW) hat Kiews Armee zwischen Mittwoch (11. Februar) und Sonntag (15. Februar) 201 Quadratkilometer des eigenen Staatsgebiets von russischen Truppen zurückerobert – so viel, wie seit der großen Gegenoffensive im Juni 2023 nicht mehr.

Wie die "Kyiv Post" berichtet, haben ukrainische Streitkräfte in drei Sektoren Gebiete zurückerobert. Laut Kiews Feldberichten vom Montag (16. Februar) befinden sich wieder elf Dörfer unter ukrainischer Kontrolle. Vor allem innerhalb einer Zone rund 80 Kilometer östlich von Saporischschja machte die ukrainische Armee Boden gut.

Elon Musks Satellitensystem als Schlüssel?

Die Expert:innen sehen den Grund darin, dass Russland Anfang Februar den Zugriff auf das Satellitensystem Starlink von Elon Musk verloren hat. Wie die "Kyiv Post" berichtet, wurde die Kommunikation mit technischem Gerät sowie die Abstimmung unter den russischen Einheiten stark erschwert, seitdem Moskaus Streitkräfte nicht mehr auf Starlink zurückgreifen können. Die nun verwendeten Funkgeräte seien leichter zu stören.

Durch die Abschaltung wurden dem Medienbericht nach auch die von Russland betriebenen unbemannten Bodenfahrzeuge (UGV) außer Betrieb gesetzt. In der Folge waren die russischen Logistiktruppen gezwungen, auf bemannte Autos, Motorräder oder Quad-Fahrzeuge zurückzugreifen, um Munition und Verpflegung zu liefern sowie Verwundete zu evakuieren. Diese gelten für ukrainische Drohnenangriffe als leichtes Ziel.

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Kiews Störsysteme ohne Starlink effektiver

Moskaus Drohnen konnten ukrainischen Angaben zufolge lange mit Hilfe von Starlink die elektronischen Störsysteme Kiews umgehen und so anvisierte Ziele präzise treffen. Der Starlink-Ausfall scheint die Kreml-Truppen empfindlich zu treffen: Russland konnte der Experten-Analyse zufolge lediglich am 9. Februar Geländegewinne verbuchen – an allen anderen Tagen verschob sich die Front zugunsten der Ukraine.

Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt erklärt, Russland sei nicht an Kompromissen interessiert. Die neue Verhandlungsrunde in der Schweiz findet eine Woche vor dem vierten Jahrestag des russischen Einmarschs statt.

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Verwendete Quellen

Kyiv Post: "Opportunistic Ukrainian Counterattacks Grab Ground After Musk Starlink Shutdown"

Tagesschau: "US-Institut verzeichnet Rückeroberungen der Ukraine"

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