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Münchner Sicherheitskonferenz startet: Das musst du zur MSC wissen
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von Jana Wejkum:newstime
Münchener Sicherheitskonferenz startet
Videoclip • 02:10 Min • Ab 12
Am Freitag eröffnet Bundeskanzler Merz die Konferenz mit einer Grundsatzrede. Mehr als 60 Staats- und Regierungschef:innen sind in München dabei. Das sind die wichtigsten Gäste und Themen.
Von einer "Sicherheitskonferenz der Superlative" ist die Rede, wenn am Freitag (13. Februar) die 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) im Bayerischen Hof eröffnet wird. Bis Sonntag (15. Februar) treffen sich dort die wichtigsten Vertreter:innen der Sicherheits- und Außenpolitik.
In diesem Jahr rund 120 Länder, 60 Staats- und Regierungschef:innen sowie etwa 100 Außen- und Verteidigungsminister:innen erwartet – mehr als je zuvor.
Mit Spannung wird Friedrich Merz' erster Auftritt als deutscher Regierungschef im Rahmen des weltweit größten Treffens für Sicherheitsexpert:innen erwartet: Wie wird er sich zur Machtpolitik von US-Präsident Donald Trump äußern?
Die wichtigsten Gäste und Themenschwerpunkte im Überblick:
Was ist die Münchner Sicherheitskonferenz?
Die MSC ist seit ihrer Gründung 1963 zu einem der wichtigsten Treffen für den internationalen Dialog über Sicherheitspolitik geworden. Neben Politiker:innen aus aller Welt werden Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erwartet.
Bei der MSC geht es nicht darum, offizielle Vereinbarungen zu treffen, wie die Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) erklärt. Stattdessen dient sie dazu, diskret über globale Konflikte, Verteidigungspolitik oder technologische Risiken zu sprechen. Deshalb finden außerhalb der Öffentlichkeit zahlreiche informelle Hintergrundgespräche statt.
Laut Auswärtigem Amt stehen in diesem Jahr die Friedensbemühungen im Angriffskrieg gegen die Ukraine, das transatlantische Verhältnis und die Stärkung der NATO sowie die Lage in Nahost im Fokus.
Das Motto lautet "Under Destruction", also "Unter Zerstörung". Es geht somit um die Zukunft der internationalen Ordnung, während politische Kräfte zunehmend auf Zerstörung statt Reform setzen.
Am Rande der Konferenz kommt es jährlich zu Protesten. Unter anderem kritisieren Gegner:innen, dass die Konferenz militärische und wirtschaftliche Interessen fördere, statt Frieden zu sichern. In diesem Jahr dürften Demonstrationen gegen die iranische Regierung hinzukommen.
Welche deutschen und europäischen Politiker:innen sind vor Ort?
Neben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) werden der Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Außenminister Johann Wadephul(CDU) erwartet.
Anders als bei früheren Konferenzen wird in diesem Jahr auch die AfD mit mindestens drei Vertreter:innen vor Ort sein. Parteichefin Alice Weidel ist nicht unter ihnen, stattdessen kommen die Bundestagsabgeordneten Rüdiger Lucassen, Heinrich Koch und Anna Rathert sowie der außenpolitische Sprecher Markus Frohnmaier, der sich mit der US-Delegation beraten will.
Diesen Plan hat auch Außenminister Wadephul. Zudem findet laut Auswärtigem Amt ein informelles Treffen der G7-Außenminister:innen statt. Man wolle sich außerdem mit dem indischen Amtskollegen Subrahmanyam Jaishankar austauschen: Erst Ende Januar hatten sich die EU und Indien auf einen Handelsdeal geeinigt.
Vor Ort sind auch die Chef:innen von Europäischer Kommission und NATO, Ursula von der Leyen und Mark Rutte, vertreten.
Merz, der die Konferenz mit einer Rede am Freitag eröffnet, plant laut der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) ein Treffen mit Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und dem britischen Premier Keir Starmer. Dabei soll es etwa um die Unterstützung der Ukraine, den Nahostkonflikt und den Iran gehen.
Was wird von Friedrich Merz erwartet?
Für Friedrich Merz ist es die erste Sicherheitskonferenz als Bundeskanzler. Bei seiner Rede wird erwartet, dass er sich erneut auf das angeschlagene transatlantische Bündnis und die erodierende Weltordnung bezieht. Darüber hatte Merz bereits beim Weltwirtschaftsforum in Davos und bei seiner Regierungserklärung im Januar gesprochen.
Der Kanzler warnte vor einer Welt, in der das Recht des Stärkeren eine auf Institutionen basierende Ordnung ablöst. Er sprach sich für ein starkes Europa aus: Man werde seine Vorstellungen nur dann durchsetzen können, "wenn wir auch selbst die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen, wenn wir selbst eine europäische Macht werden".
Seine Kernbotschaft für die MSC beschrieb Merz vor seiner Abreise mit den Worten: "Europa muss stark sein, Europa muss wettbewerbsfähig sein, es muss ein dynamischer Raum werden und es muss ein Raum werden, der sich auch selbst verteidigen kann."
Welche US-Politiker sind in diesem Jahr dabei?
Die Augen liegen am Samstag auf ihm: Wird US-Außenminister Marco Rubio bei seiner Rede den Konfrontationskurs vom Vorjahr fortsetzen? Damals teilte Trumps Stellvertreter JD Vance nach allen Seiten aus und warf europäischen Bündnispartnern ein zweifelhaftes Demokratieverständnis und Einschränkung der Meinungsfreiheit vor.
Rubio könnte nach der Grönland-Krise aber auch ein Stück auf die Verbündeten zugehen. Wünschenswert wäre aus europäischer Sicht ein Bekenntnis zur NATO und die Zusicherung, US-Truppen und Atomwaffen weiterhin in Europa zu stationieren.
Vor seinem Abflug hob Rubio zwar eine enge Verbindung zu Europa hervor. "Europa ist uns wichtig." Man sei tief mit Europa verbunden und "unsere Zukunft war immer miteinander verknüpft und wird es auch weiterhin sein". Zugleich schränkte er ein: "Deshalb müssen wir darüber sprechen, wie diese Zukunft aussehen wird." Man lebe nun in einer neuen Ära der Geopolitik.
Außer Rubio werden mit Steve Witkoff und Jared Kushner die wichtigsten Verhandler der Trump-Regierung vor Ort sein. Aber unter der rund 50-köpfigen Delegation werden auch wichtige Vertreter:innen der Demokraten sein.
Allen voran der kalifornische Gouverneur und mögliche Präsidentschaftskandidat Gavin Newsom, mit dem Friedrich Merz laut SZ ein Gespräch plant. Außerdem werden laut "Tagesschau" die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez und die Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, erwartet.
Was wird sonst noch wichtig?
Kurz nach Rubios Rede am Samstag gehört die Bühne im Bayerischen Hof Wang Yi, Mitglied im Politbüro der Kommunistischen Partei Chinas und Außenminister.
Die Regierung aus Teheran ist aufgrund der brutal niedergeschlagenen Proteste im Iran nicht eingeladen. Stattdessen kommt mit Reza Pahlavi einer der führenden iranischen Oppositionellen im Exil.
Wie schon in den beiden Vorjahren wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in München sein. Mit wem genau er sprechen wird, ist noch nicht klar. Jedoch wird es keine Verhandlungen mit Moskau geben: Russische Regierungsvertreter:innen sind nicht eingeladen.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Auswärtiges Amt: "Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Deutschland als Gastgeber in Zeiten geopolitischer Umbrüche"
SZ: "Das erwartet Sie auf der Münchner Sicherheitskonferenz"
Tagesschau: "Prominente Trump-Gegner in München erwartet"
bpb: "Münchner Sicherheitskonferenz 2026"
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