Talkrunde
Markus Lanz zur Migration: "Warum wirken wir so wahnsinnig schwach?"
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In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz wird über Asylpolitik und Sicherheit kontrovers diskutiert.
Bild: Georg Wendt/dpa
In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz ist eine kontroverse Debatte über Migration und Sicherheit entbrannt. Der Moderator stellte das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung in den Mittelpunkt – andere Gäste widersprachen deutlich.
Das Wichtigste in Kürze
Markus Lanz stellte die Frage, welche Auswirkungen Gewalttaten auf das Sicherheitsgefühl der Menschen haben.
CDU-Politiker Sepp Müller verwies auf die Belastung kleiner Gemeinden durch hohe Flüchtlingszahlen.
"Zeit"-Journalistin Jana Hensel widersprach und warf Müller einen verfestigten Migrationsdiskurs vor.
In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz ist es zu einer kontroversen Diskussion über Asylpolitik, Migration und innere Sicherheit gekommen. Auslöser waren jüngste Gewalttaten sowie die Frage, wie Politik und Behörden darauf reagieren – und welche Folgen das für das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung hat.
Lanz stellte dabei mehrfach die Frage nach staatlichen Konsequenzen. Mit Blick auf einen aktuellen Fall in Hamburg kritisierte er, dass trotz vorheriger Auffälligkeiten keine ausreichenden Maßnahmen erfolgt seien. Wörtlich sagte er: "Warum hat das nie eine Konsequenz in diesem Land, offensichtlich? Warum wirken wir da so wahnsinnig schwach?"
Der Moderator betonte zudem, dass es in der Debatte nicht allein um statistische Einordnungen gehe, sondern um das subjektive Sicherheitsempfinden: "Da geht es am Ende auch um ein Sicherheitsgefühl und um Emotionen. Da geht es nicht nur um nackte Zahlen."
Streit über politische Verantwortung
Im Studio trafen unterschiedliche Perspektiven aufeinander. CDU-Politiker Sepp Müller verwies auf die Belastung kleiner Kommunen durch hohe Flüchtlingszahlen. In seiner Heimatgemeinde seien in einem 600-Einwohner-Ort 1200 Flüchtlinge untergebracht worden. Das habe spürbare Auswirkungen auf die Stimmung vor Ort.
Dem widersprach die "Zeit"-Journalistin Jana Hensel. Sie warf Müller vor, Argumentationsmuster zu bedienen, die in Richtung AfD gingen: "Sie singen das Lied der AfD! Sie haben einen verfestigten Migrationsdiskurs, dem Sie offenbar immer noch nicht abschwören wollen."
Die Diskussion verdeutlichte damit die Spannbreite der Positionen – zwischen Forderungen nach strengeren Konsequenzen und der Warnung vor einer politischen Zuspitzung des Themas.
Reaktionen laut Focus: Gespaltene Lesermeinungen
Wie Focus Online unter Bezug auf Leserkommentare berichtet, löste die Sendung eine intensive Debatte in der Community aus. Demnach sehen 39 Prozent der ausgewerteten Beiträge die Ursachen gesellschaftlicher Probleme vor allem in der bisherigen Migrationspolitik. 30 Prozent äußern vor allem Kritik an den etablierten Parteien und deren Handlungsfähigkeit. Weitere Kommentare thematisieren Sicherheitsbehörden, Justiz oder Medienberichterstattung.
Focus zitiert unter anderem einen Leser mit den Worten: "Ich frage mich, ob unsere Gesetze zu lasch sind oder ob sie durch Polizei und Gerichte falsch angewendet werden." Andere Stimmen stellen grundsätzlich die staatliche Durchsetzungskraft infrage.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Markus Lanz in der ARD
FOCUS: Braucht Deutschland eine härtere Linie bei Asyl und Migration?
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