Signal an USA

EU und Indien besiegeln Handelsdeal – wird Deutschland zum Gewinner?

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von Emre Bölükbasi

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EU und Indien: Historisches Abkommen

Videoclip • 35 Sek • Ab 12


Die EU und Indien schaffen einen gemeinsamen Markt mit zwei Milliarden Menschen. Deutsche Autobauer jubeln, während Landwirt:innen aufatmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU und Indien haben ein riesiges Freihandelsabkommen abgeschlossen und schaffen damit eine Handelszone mit rund zwei Milliarden Menschen.

  • Besonders Industrie und Autobauer in Europa sollen profitieren, während sensible Agrarbereiche geschützt bleiben.

  • Der Deal gilt auch als geopolitisches Signal gegen Protektionismus aus den USA und den wachsenden Einfluss Chinas.

Die EU und Indien haben nach jahrelangen Verhandlungen den Durchbruch geschafft: Die Gespräche über eine riesige neue Freihandelszone sind abgeschlossen. Das historische Abkommen öffnet einen gemeinsamen Markt für fast ein Viertel der Weltbevölkerung und soll beide Wirtschaftsräume stärken.

Meilenstein für globalen Handel

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verkündete den Durchbruch gemeinsam mit Indiens Premier Narendra Modi in Neu-Delhi: "Die EU und Indien schreiben heute Geschichte und vertiefen die Partnerschaft zwischen den größten Demokratien der Welt." Die Vereinbarung schafft eine Freihandelszone mit zwei Milliarden Menschen und sendet ein klares Signal: Regelbasierte Zusammenarbeit liefert weiterhin hervorragende Ergebnisse.

Das Timing ist kein Zufall: Während US-Präsident Donald Trump mit aggressiver Zollpolitik droht und China seine Macht ausbaut, positionieren sich EU und Indien als Verfechter eines fairen Welthandels. Von der Leyen betonte bereits vergangene Woche: "Wir entscheiden uns für fairen Handel statt für Zölle. Für Partnerschaft statt Isolation."

Deutsche Wirtschaft profitiert massiv

Besonders die deutsche Autoindustrie darf jubeln: Indische Import-Zölle von bis zu 110 Prozent auf EU-Fahrzeuge werden für 250.000 Autos jährlich auf zehn Prozent gesenkt, bei Autoteilen sogar komplett abgeschafft. Auch Zölle auf Maschinen (44 Prozent), Chemikalien (22 Prozent) und Pharmazeutika (elf Prozent) verschwinden weitgehend.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das Abkommen zuletzt stark unterstützt. Mehr als 2.000 deutsche Unternehmen sind bereits in Indien aktiv, und Deutschland ist mit einem bilateralen Handelsvolumen von fast 50 Milliarden US-Dollar Indiens wichtigster EU-Partner.

Keine Bauernproteste zu erwarten

Anders als beim kürzlich geschlossenen Mercosur-Abkommen, gegen das europäische Landwirt:innen massiv protestierten, bleiben sensible Agrarsektoren geschützt. "Empfindliche europäische Agrarsektoren werden vollständig geschützt, da Produkte wie Rindfleisch, Geflügelfleisch, Reis und Zucker von der Liberalisierung ausgenommen sind", teilte die EU-Kommission mit.

Europäische Landwirte profitieren sogar: Indische Zölle auf Wein sinken von anfangs 75 Prozent auf später 20 Prozent, während Abgaben auf verarbeitete Produkte wie Brot und Süßwaren komplett entfallen.

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Enormes Wachstumspotenzial

Die EU erwartet bis 2032 eine Verdoppelung ihrer Exporte nach Indien. Insgesamt werden 96,6 Prozent der Zölle auf europäische Waren gesenkt oder abgeschafft, was jährliche Einsparungen von rund vier Milliarden Euro bedeutet.

Bislang macht der Handel mit Indien nur etwa 2,5 Prozent des gesamten EU-Warenhandels aus – verglichen mit knapp 15 Prozent bei China. Trotz hoher Zölle ist der Handel zwischen der EU und Indien in den letzten zehn Jahren bereits um fast 90 Prozent gewachsen.

Strategisches Signal gegen Trump und China

Der Grünen-Politiker Andreas Audretsch begrüßte das Abkommen ausdrücklich: "Das EU-Indien-Abkommen ist gut für Unternehmen, gut für Jobs in Deutschland." Angesichts der "Zerstörungswut" von US-Präsident Trump seien neue Allianzen notwendig.

Auch wenn der Vertragstext noch rechtlich geprüft und in alle EU-Amtssprachen übersetzt werden muss, bevor das Abkommen von den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament gebilligt werden kann – der Grundstein für eine neue wirtschaftliche Supermacht scheint gelegt zu sein.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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