Porträt
Elon Musk: Wie der Tesla- und SpaceX-Chef zum reichsten Mensch der Welt wurde
Aktualisiert:
von Jacqueline BittlSAT.1-Frühstücksfernsehen
Elon Musk ist der erste Billionär der Welt, das plant er jetzt
Videoclip • 04:49 Min • Ab 12
Elon Musk: Vom gemobbten Schüler in Südafrika zum reichsten Menschen der Welt. Sein Weg ist geprägt von radikalen Entscheidungen, visionären Ideen und enormen Risiken. Wie der Tesla- und SpaceX-Chef ein globales Tech-Imperium aufbaute.
Das Wichtigste in Kürze
Elon Musk begann seine Karriere mit frühen Software-Projekten und legte mit dem Verkauf von PayPal den finanziellen Grundstein für seinen späteren Erfolg.
Mit Unternehmen wie Tesla und SpaceX prägte er ganze Industrien neu und wurde zu einer der einflussreichsten Figuren der Tech-Welt.
Sein Vermögen wuchs rasant, begleitet von politischen Kontroversen, radikalen Zukunftsvisionen und außergewöhnlichen persönlichen Entscheidungen.
Steckbrief
Name: Elon Reeve Musk
Geburtsdatum: 28. Juni 1971
Beruf: Unternehmer (CEO von Tesla, SpaceX und der Online-Plattform X) und ehemaliger Chefberater des Präsidenten der USA
Ausbildung: Bachelor of Science in Physik und Bachelor of Arts in Wirtschaftswissenschaften an der Wharton School der UPenn
Geburtsort: Pretoria, Südafrika
Wohnort: Boca Chica/Starbase, Texas, und Austin, Texas
Familienstand: geschieden, 12–14 Kinder (nicht exakt öffentlich bekannt)
Elon Musk: Vom Mobbingopfer zum Multimilliardär
Tesla, X, SpaceX, reichster Mensch der Welt: Kaum ein Tag vergeht, an dem der Name Elon Musk nicht in den Nachrichten auftaucht. Derzeit vor allem mit dem Börsengang von SpaceX, der Musk zum ersten Billionär der Welt macht. Doch wer ist der Mann, der 44 Milliarden US-Dollar in eine Social-Media-Plattform steckte und dem kein Ziel unerreichbar erscheint – nicht einmal der Mars?
Elon Musk wurde am 28. Juni 1971 in Pretoria, Südafrika, geboren. Seine Mutter ist das kanadischstämmige Model Maye Musk, sein Vater Errol Musk stammt aus Südafrika und ist Maschinenbauingenieur. Als sich Musks Eltern 1980 scheiden ließen, blieb er bei seinem Vater in Südafrika. Wie unter anderem der "Stern" berichtete, wuchs er dort jedoch unter schwierigen Verhältnissen auf: In der Schule wurde er regelmäßig Opfer von gewaltsamem Mobbing und musste als Folge sogar im Krankenhaus behandelt werden.
Er hat fast jede böse Sache getan, die man sich vorstellen kann.
Der junge Musk widmete sich mit Vorliebe dem Lesen, doch besonderes Interesse entwickelte er an Computern und Programmiersprachen. Mit zwölf Jahren hatte Elon Musk bereits ein Videospiel entwickelt und damit sein erstes Geld verdient: Er verkaufte das Spiel namens "Blaster" an eine Computerzeitschrift.
Musk war 17 Jahre alt, als er mit seinem Bruder Kimbal nach Kanada ging, um dem Wehrdienst in Südafrika zu entgehen. Dort schrieb sich Musk an der Queen’s University in Kingston ein. Später wechselte er an die University of Pennsylvania in Philadelphia, USA.
Er schloss sein Studium mit einem Bachelor in Physik und Wirtschaftswissenschaften ab. 1995 verschlug es den ehrgeizigen Studenten dann an die Stanford University im kalifornischen Palo Alto, wo er zu einem Ph.D-Programm in Physik zugelassen wurde. Dieses brach er allerdings bereits nach zwei Tagen ab, um ein Start-up-Unternehmen zu gründen.
Auch in den News:
Elon Musk – Seine Unternehmen
Sein Startkapital verdiente Musk einst als Mitgründer des Bezahldienstes PayPal. Bei seinem Start-up Neuralink lässt er an Gehirnimplantaten forschen, die Menschen mit Computern vernetzen sollen. Zudem betreibt er mit der KI-Firma xAI, die den Chatbot Grok entwickelt, einen Rivalen von OpenAI. Elon Musk hat mehrere bedeutende Unternehmen gegründet und führt diese teilweise noch heute:
Gegründete Unternehmen:
PayPal: Musk war Mitgründer des Bezahldienstes. Die Übernahme der Firma durch eBay im Jahr 2002 brachte ihm ein Vermögen ein.
Tesla: Musk ist Gründer des Elektroauto-Herstellers Tesla. Das Unternehmen hat Elektroautos attraktiv gemacht und etablierte Autoriesen unter Druck gesetzt.
SpaceX: Musk gründete das Raumfahrtunternehmen SpaceX. Die Firma schafft es, Raketenstufen zum Wiederverwenden zu landen und ist einer der Hauptauftragnehmer der NASA im Rahmen des "Artemis"-Programms.
Neuralink: Bei diesem Start-up lässt Musk an Gehirnimplantaten forschen, die Menschen mit Computern vernetzen sollen.
xAI: Musk betreibt die KI-Firma xAI, die den Chatbot Grok entwickelt.
X (ehemals Twitter): Musk kaufte Twitter im Oktober 2022 für rund 44 Milliarden Dollar und benannte die Plattform später in X um.
Weitere Beteiligungen:
OpenAI: Musk war 2015 unter den Gründern von OpenAI, schied jedoch 2018 nach einem Richtungsstreit aus.
Elon Musk und Tesla: eine Erfolgsgeschichte
Den meisten dürfte Elon Musk vor allem auch durch Tesla bekannt sein. Diese Erfolgsgeschichte nahm bereits im Frühjahr 2004 ihren Anfang. Damals investierte Musk in den auf die Produktion von Elektroautos spezialisierten Fahrzeughersteller Tesla, der 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet wurde.
Teslas Mission laut ihrem Xing-Profil: beweisen, "dass Elektrofahrzeuge keinen Kompromiss bedeuten, sondern mehr Leistung, Beschleunigung und Fahrspaß als Benziner bieten können". Musk wurde später Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens, heute ist er der Vorstandschef des Konzerns (CEO). 2021 legte sich der Milliardär einen speziellen Titel zu, er sei nun "Technoking of Tesla".
Sein erster großer Erfolg mit Tesla war das Modell Roadster, bei dem es sich um das weltweit erste elektrische Serienfahrzeug mit einem Batteriesystem aus Lithium-Ionen-Zellen handelt. Es folgten das Model S, Model X im Jahr 2016, Model 3 und 2019 das Model Y.
Ende 2023 lieferte Tesla die ersten Modelle des seit Jahren angekündigten, futuristisch aussehenden Cybertrucks aus. Die Produktion des Model S, dem ersten komplett im eigenen Haus entwickelten Fahrzeug, wurde Anfang 2026 eingestellt. Auch das Model X, bekannt für seine markanten Flügeltüren, wurde 2026 eingestellt. Nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wurden die beiden Modelle eingestellt, um Kapazitäten für die Roboter-Produktion zu ermöglichen. Wie Tesla auf ihrer Website berichtet, produziert die Firma heute auch Energiespeichersysteme für private Haushalte und Unternehmen.
Es gab Zeiten, in denen ich die Fabrik für drei oder vier Tage nicht verlassen habe.
Sogar mit Deutschland sind Tesla und Elon Musk in Berührung gekommen, der Bau der Tesla-GigaFactory Berlin-Brandenburg bot Anlass für viel Kritik. Wie die dpa berichtet, bezeichnete der damalige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) das Projekt als "eine der wichtigsten Industrieansiedlungen in den neuen Ländern seit langer Zeit".
Tesla fuhr die Produktion seit der Eröffnung im März 2022 kontinuierlich hoch, heute entstehen hier etwa 6.000 Autos pro Woche. Ein zentraler Kritikpunkt an der Fabrik ist ihr Wasserverbrauch. Umweltschützer:innen befürchten Probleme für die Trinkwasserversorgung in der Region, da ein Teil der GigaFactory im Wasserschutzgebiet liegt. Tesla wiederum weist diese Bedenken zurück und verweist darauf, der Wasserverbrauch sei niedriger als der Durchschnitt der Elektroautobranche und das Unternehmen senke den Verbrauch deutlich. Auch hinsichtlich des Arbeitsschutzes sowie politischer Kontroversen um Elon Musk stand und steht die GigaFactory in der Kritik.
Tesla entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum prägendsten Elektrofahrzeug-Unternehmen der Welt, auch wenn die Entwicklung von Tesla nicht ohne Schwierigkeiten verlief. Wie die dpa berichtet, stand Tesla vor ein paar Jahren noch kurz vor der Pleite. 2026 hat das Unternehmen einen Börsenwert von rund 1,23 Billionen US-Dollar (rund 1,05 Milliarden Euro), Musk besitzt rund ein Fünftel (etwa 20 Prozent) der Tesla-Aktien.
Elon Musk – Vor Tesla setzte er Meilensteine mit PayPal und SpaceX
Nach einem Bericht des Nachrichtenportals "Nau.ch" gründete Elon Musk 1995 gemeinsam mit seinem Bruder Kimbal sein erstes Internetunternehmen namens Zip2, anstatt sich einer akademischen Karriere zu widmen. Dabei handelte es sich um ein Start-up, das Inhalte für Medienunternehmen zur Verfügung stellte und lizenzierte. 1999 wurde es für satte 307 Millionen US-Dollar an den Computerhersteller Compaq verkauft, ein damaliger Rekordpreis für ein Internetunternehmen. Der Deal brachte Musk ein Vermögen von 22 Millionen Dollar ein.
Kein Grund für ihn, sich auszuruhen: Musks Karriere kam dadurch erst so richtig in Gang. Noch im selben Jahr gründete er das Unternehmen X.com. Ein Unternehmen basierend auf einem Onlinebezahlsystem, das per Mailverkehr gesteuert wurde. Ein Jahr später fusionierte X.com mit Confinity, das sich auf das Bezahlsystem PayPal spezialisierte. 2002 kaufte eBay das fusionierte Unternehmen für 1,5 Milliarden Dollar auf. Mit einem Anteil von 11,7 Prozent erzielte Musk dabei den größten persönlichen Gewinn.
Im Jahr 2002 begann der Milliardär, von Siedlungen auf dem Mars und anderen Planeten zu träumen. Also gründete Elon Musk das Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen SpaceX. Dort fungiert er jedoch nicht nur als CEO, sondern auch als Raketen-Chefdesigner.
Das Unternehmen mauserte sich innerhalb weniger Jahre zu einem weltweit führenden Anbieter von orbitalen Raketenstarts. SpaceX wurde mit der Rakete Falcon 9 und dem Raumschiff Dragon zudem zu einem bedeutenden Versorger der Internationalen Raumstation (ISS). Seit September 2021 werden auch Privatpersonen mit dem Unternehmen ins All befördert. SpaceX wurde unter anderem mit dem Ziel gegründet, Technologien wie das Starship-Raketenprojekt zu entwickeln. Dieses soll es möglich machen, den Mars zu kolonisieren.
Mit SpaceX erfüllte sich Elon Musk auch einen sehr persönlichen Traum
Mit SpaceX will Elon Musk auch den Weltraum erobern.
Bild: AP/dpa
2004 stieg der Unternehmer ins Geschäft der Elektroautos ein und investierte in den Fahrzeughersteller Tesla. Musk ist heute CEO und "Product Architect" des Unternehmens.
Ein weiteres Projekt von Musk: Hyperloop. Dabei handelt es sich um ein Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem, bei dem sich Kapseln in einer Röhre auf Luftkissen gleitend mit nahezu Schallgeschwindigkeit fortbewegen. Elon Musk stellte es erstmals 2013 vor und erklärte, damit könne eine 600 Kilometer lange Strecke in 35 Minuten überwunden werden. Das sei deutlich schneller und umweltfreundlicher als beispielsweise mit dem Flugzeug zu reisen.
Doch Elon Musk probierte im Laufe der Jahre noch weitere Geschäftsbereiche aus. Wie "Nau.ch" berichtete, widmete er sich im Jahr 2015 dem Thema künstliche Intelligenz und mitbegründete die Firma OpenAI. Das Softwareunternehmen sollte der Allgemeinheit dienen und Forschungen zur KI veröffentlichen. Musk zog sich 2019 wegen Meinungsverschiedenheiten aus dem Unternehmen zurück.
Auch Neuralink soll der Forschung neue Chancen ermöglichen, Musk gründete diese Firma 2016. Das US-amerikanische Neurotechnologie-Unternehmen soll untersuchen, ob Maschinen mit dem menschlichen Gehirn verbunden werden können.
Musk probierte sich auch an einem satirischen Projekt und gründete 2018 Thud. Das Medienunternehmen sollte satirischen Unterhaltungszwecken dienen, auf ihrer Webseite konnte man zum Beispiel Persönlichkeitstests oder YouTube-Videos finden. Schon vier Jahre nach Gründung wurde das Comedy-Projekt allerdings wieder beendet.
Das Kapitel X (ehemals Twitter)
In den Fokus geriet Elon Musk auch durch seine Übernahme von Twitter im Oktober 2022 für 44 Milliarden US-Dollar, dabei erklärte er ein paar Monate zuvor seine Vereinbarung zum Kauf für aufgelöst. Wie die dpa berichtete, seien ihm zufolge ungenügende Angaben zur Zahl von Spam- und Fake-Accounts geliefert worden. Twitter wiederum wollte rechtlich gegen den Kaufabbruch vorgehen. Es folgte ein monatelanges Hin und Her.
Schließlich erfolgte die Übernahme und Musk baute die Plattform tiefgreifend um, änderte im Juli 2023 sogar Namen und Logo in X. Laut der Analyse eines internationalen Forschungsteams, auf die sich der MDR beruft, wurden dabei zentrale Schutzmechanismen wie Moderation, Sicherheitsstrukturen und Regeln systematisch geschwächt. Rund die Hälfte der einst rund 8.000 Twitter-Mitarbeiter:innen wurden bei der Übernahme entlassen.
Laut dpa kündigte Musk an, Twitter zu einer "globalen Plattform für Redefreiheit" machen zu wollen. Zuvor hatte er Twitter wiederholt Zensur vorgeworfen, da das Unternehmen selbst gemäß eigenen Richtlinien von Nutzer:innen verfasste Beiträge gelöscht oder mit einem Hinweis versehen hatte, wenn diese Unwahrheiten oder Falschinformationen enthielten.
Elon Musk führte diverse Neuerungen ein, die durchweg kritisch betrachtet werden. Der blaue Verifikations-Haken, der ursprünglich die Echtheit eines Profils bestätigte, wurde nach Musks Übernahme zu einem bezahlten Feature. X führte ein Abo-Modell namens "X Premium" für rund 9,50 Euro im Monat ein. Später wurden weitere Premium-Stufen hinzugefügt. Somit garantiert der blaue Haken nicht mehr automatisch die Authentizität eines Profils, sondern zeigt nur, dass jemand für ein Abonnement bezahlt hat.
Unter anderem wegen dieser Transparenzmängel verhängte die EU-Kommission in Brüssel im Dezember 2025 eine Strafzahlung von 120 Millionen Euro gegen X. Außenminister Marco Rubio schrieb damals dazu auf X: Es sei "eine Attacke auf alle amerikanischen Tech-Plattformen und das amerikanische Volk durch ausländische Regierungen". Das Unternehmen reichte im März Vorschläge für Korrekturen ein. Ein Sprecher der Brüsseler Behörde bestätigte, dass die US-Plattform Anpassungen vorgeschlagen habe, die die Authentifizierung von Nutzer:innenkonten durch Verifizierungshaken verbessern sollen.
Die EU sollte abgeschafft werden.
Außerdem, so berichtet die dpa weiter, reaktivierte Musk mit dem Argument der Redefreiheit gesperrte Profile mit extremen Positionen, das bekannteste Beispiel ist Donald Trump. Da Content-Moderation nur noch sehr reduziert stattfindet, mehren sich rassistische, extremistische Posts und Falschinformationen.
Doch der Mikroblogging-Gigant kämpft nicht nur mit Imageproblemen, X geriet auch wirtschaftlich unter Druck: Innerhalb eines Jahres nach der Übernahme durch Musk soll sich der Wert des Unternehmens halbiert haben. Grund ist der Rückgang der Werbeerlöse, denn zahlreiche große Werbekunden zogen sich nach den gelockerten Inhaltsregeln zurück, aus Sorge, ihre Anzeigen könnten neben extremistischen Inhalten erscheinen, wie der "Spiegel" berichtet. Eine Klage von X gegen diese Unternehmen scheiterte vor Gericht.
Im November 2023 reagierte Musk auf einen antisemitischen Post mit einem positiven Kommentar, was dazu führte, dass große Werbekunden wie IBM, Disney, Apple und Warner Brothers ihre Werbeschaltung zurückzogen. Bei einer Veranstaltung der New York Times wurde Musk daraufhin ausfällig gegenüber seinen ehemaligen Werbekunden: "Wenn jemand versucht, mich mit Anzeigen zu erpressen? Mich mit Geld zu erpressen? Go fuck yourself!"
Auch die Nutzer:innenzahlen entwickelten sich negativ. Die Analysefirma Apptopia schätzte, dass die tägliche Nutzer:innenzahl von 140 Millionen auf 121 Millionen sank. Eine Bitkom-Umfrage vom November 2023 ergab, dass 37 Prozent der deutschen Nutzer:innen seit der Übernahme weniger Zeit auf der Plattform verbringen. Zusätzlich zu den operativen Herausforderungen lasten auf X Kredite von rund zwölf bis 13 Milliarden Dollar, die Musk für die Übernahme aufnahm. Schätzungen zufolge werden dafür jährlich rund 1,2 Milliarden Dollar Zinsen fällig.
Im März 2025 legte Musk X schließlich mit seiner KI-Firma xAI zusammen, um unter anderem den KI-Assistenten Grok enger in die Plattform zu integrieren und die Nutzung von Inhalten für das Training künstlicher Intelligenz zu erleichtern, wie aus Musks Angaben hervorgeht. Bei dieser Transaktion wurde X mit 33 Milliarden Dollar bewertet. Da X nicht mehr an der Börse notiert ist, gibt es keine öffentlich zugänglichen Finanzinformationen mehr über die genaue Geschäftsentwicklung.
Elon Musk und SpaceX
Mit der Gründung von SpaceX im Jahr 2002 verfolgte Elon Musk das radikale Ziel, die Raumfahrtindustrie grundlegend zu verändern. Durch die bahnbrechende Entwicklung von wiederverwendbaren Raketenstufen gelang es dem Unternehmen, die Kosten für Satellitenstarts drastisch zu senken und sich als technologischer Weltmarktführer zu etablieren.
Wie dominant diese Position ist, zeigt sich im globalen Vergleich: SpaceX deckt mittlerweile den mit Abstand größten Teil aller weltweiten Raketenstarts ab, wie "ZDF frontal" in einem YouTube-Video berichtet, wodurch auch europäische Institutionen zunehmend in eine direkte Abhängigkeit von Musks Trägersystemen geraten sind. Aus einem Artikel der "Welt" ist zu entnehmen, dass ein zentrales wirtschaftliches Standbein zudem das hauseigene Satelliten-Netzwerk Starlink ist, das die Marke von 10.000 aktiven Satelliten im Orbit überschritten hat und globales Highspeed-Internet bereitstellt.
Darüber hinaus ist SpaceX ein unverzichtbarer Partner der US-Regierung. Im Rahmen des Artemis-Programms der NASA wurde das Unternehmen damit beauftragt, eine modifizierte Version seiner Riesenrakete als Mondlandefähre zu entwickeln, wie die NASA auf ihrer Website berichtet. Die US-Weltraumbehörde plant, bei der ambitionierten Artemis-III-Testmission, für die erst kürzlich die offizielle vierköpfige Astronauten-Crew nominiert wurde, Docking-Manöver im Erdorbit direkt mit dem Starship zu erproben.
Parallel dazu treibt Musk seine technologische Expansion voran. Nach Berichten der dpa fusionierte er SpaceX strategisch mit seinem KI-Startup xAI, um künftig KI-gestützte Datenzentren direkt im Weltraum zu betreiben. All diese Säulen münden in einem gigantischen Business-Plan: Im Zuge der Vorbereitungen für den größten Börsengang der US-Geschichte enthüllte SpaceX eine weitreichende Zukunftsvision, die von Rohstoffabbau auf Asteroiden über weltweite Punkt-zu-Punkt-Flüge in unter einer Stunde bis hin zu orbitalen Fabriken reicht. Alles soll schließlich den Weg für Musks ultimatives Lebensziel ebnen: die Errichtung autarker Städte auf dem Mars, um die Menschheit permanent multiplanetar zu machen.
Der Tech-Milliardär als Trump-Berater – So tickt der reichste Mensch der Welt
Mit seinen Unternehmen hat Elon Musk Neues gewagt. Und das zahlt sich aus: Er wurde zum mehrfachen Milliardär, zu einem der vermögendsten US-Amerikaner und schließlich zum reichsten Menschen der Welt. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, umfasste sein Vermögen im März 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie, circa 25 Milliarden Dollar. Nach Berechnungen von "Forbes" belegte er bereits ein Jahr später Platz 25 der reichsten Menschen der Welt. Innerhalb von fünf Jahren verzwanzigfachte sich dieses Vermögen, sodass Musk bereits 2025 auf Platz 1 der offiziellen jährlichen Forbes-Billionaires-Liste lag.
Spenden und Abkehr von jeglichem Besitz
"Forbes" berichtete, dass Elon Musk 2019 eine Million US-Dollar an ein gemeinnütziges Projekt namens TeamTrees spendete. Die Aktion wurde von dem bekannten US-YouTuber MrBeast (Jimmy Donaldson) ins Leben gerufen. Das Ziel war es, gemeinsam mit der Arbor Day Foundation 20 Millionen US-Dollar zu sammeln, um weltweit 20 Millionen Bäume zu pflanzen (ein Dollar pro Baum). Musks Millionen-Spende löste damals einen regelrechten Wettstreit unter Tech-Milliardären aus, wie unter anderem "Forge Press" berichtete. So spendete Shopify-Chef Tobi Lütke kurz darauf absichtlich 1.000.001 Dollar, um Musk auf der Rangliste zu überholen.
Im Mai 2020 kündigte Elon Musk überraschend auf der Plattform X (zu dem Zeitpunkt noch Twitter) an, fast all seinen physischen Besitz und alle Häuser verkaufen zu wollen. "Don’t need the cash. Devoting myself to Mars and Earth. Possession just weigh you down.", postete er damals selbst und wollte damit wohl sagen, dass er das Geld nicht brauche. Er würde sich Mars und Erde widmen und Besitz würde ihn nur beschweren. "n-tv.de" schilderte, dass er daraufhin in ein bescheidenes, faltbares Tiny-House im Wert von rund 50.000 US-Dollar zog. Dieses ließ er auf dem Gelände seiner Raumfahrtfirma SpaceX aufstellen.
Elon Musk bei der Amtseinführung von Donald Trump am 20. Januar 2025.
Bild: IMAGO/UPI Photo
Elon Musks Verhalten im Ukraine-Krieg war von mehreren Phasen geprägt. Wie die dpa darlegt, zeigte er sich zu Beginn des russischen Angriffskriegs zunächst als Unterstützer. Im Februar 2022 aktivierte er seinen Satelliten-Internetdienst Starlink in der Ukraine. Die Systeme schaffen schnelle Internetverbindungen direkt über eigene Satelliten und helfen den Ukrainer:innen seither, wenn die herkömmlichen Telekommunikationsnetze ausfallen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich im März 2022 persönlich bei Musk für diese Unterstützung.
Aber noch im selben Jahr sorgte Musk für heftige Kontroversen, als er bei Twitter ein Friedensszenario vorschlug. Dieses beinhaltete einen neutralen Status für die Ukraine, den Verzicht auf die Krim und Referenden unter UN-Aufsicht zur staatlichen Zugehörigkeit der russisch besetzten Gebiete. Die ukrainische Führung lehnte dies scharf ab. Selenskyj fragte in einer Twitter-Umfrage: "Welchen Elon Musk magst du mehr? Den Ukraine-Unterstützer oder den Russland-Unterstützer".
Starlink ist für die Ukraine inzwischen unverzichtbar geworden, entwickelte sich aber für beide Kriegsparteien zu einem entscheidenden Faktor. Das System bildete laut Musk "das Rückgrat der ukrainischen Streitkräfte". Im März 2025 betonte er: "Wenn ich es abschalten würde, bräche ihre gesamte Front zusammen." Allerdings fügte er hinzu, dass er es "niemals abschalten" werde, auch wenn er nicht einverstanden mit der ukrainischen Politik sei.
Russische Truppen nutzten ab 2023 ebenfalls illegal Starlink-Terminals, die über Drittländer geschmuggelt wurden. Im Februar 2026 wurde Starlink für russische Nutzer in der Ukraine blockiert, was als harter Schlag für die angreifenden Truppen galt.
Im März 2025 äußerte sich Musk zunehmend kriegsmüde. Er schrieb, er habe das jahrelange "Schlachten" in einem Patt satt, und die Ukraine werde am Ende ohnehin verlieren. Es sei daher nötig, sofort Frieden zu schließen.
Politische Positionierung
Wie die dpa berichtet, wurde Elon Musk nach der Präsidentschaftswahl 2024 zum Berater von Donald Trump, nachdem er dessen Wahlkampf massiv unterstützt hatte. Der Tech-Milliardär spendete mehr als 250 Millionen Dollar für Trumps Wahlkampf und machte persönlich Wahlkampf für ihn, unter anderem im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania.
Nach der Vereidigung von Donald Trump als 47. US-Präsident sollte der gebürtige Südafrikaner nun eine zentrale Rolle in der Trump-Administration bekommen. Innerhalb der ersten Monate von Trumps Amtszeit wurde er zu einem engen Vertrauten des Präsidenten. Trump richtete per Erlass im Januar 2025 das Gremium "Department of Government Efficiency" (DOGE) ein, welches nicht Teil der Regierung sein, aber mit dem Weißen Haus zusammenarbeiten soll, "um großangelegte Strukturreformen voranzutreiben". Musk erhielt den Status eines "besonderen Regierungsangestellten" und wurde mit Kostensenkungen im Regierungsapparat beauftragt.
Ohne mich hätte Trump die Wahl verloren. So eine Undankbarkeit.
Die einst enge Allianz zwischen Trump und Musk ist mittlerweile zerbrochen. Im Frühsommer 2025 kam es zum Zerwürfnis nach einem öffentlich ausgetragenen Streit um ein von Trump vorangetriebenes Haushaltsgesetz. Musk forderte weitaus stärkere Ausgabenkürzungen und griff das Gesetz als "widerliche Abscheulichkeit" an.
Der Konflikt eskalierte in eine Schlammschlacht: Musk behauptete, dass Trump es ohne seine Unterstützung nicht ins Weiße Haus geschafft hätte, und brachte den Präsidenten mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Verbindung. Trump konterte, Musk sei "verrückt geworden", und drohte mit der Streichung von Regierungsaufträgen und Subventionen für Musks Unternehmen.
Ende Mai 2025 endete Musks formelle Zeit als Regierungsberater planmäßig nach 130 Tagen.
FAQ: Elon Musk
Elon Musk hat das Asperger-Syndrom. Wie die dpa berichtete, gab er dies im Mai 2021 selbst im US-Fernsehen bekannt, als er die Unterhaltungsshow "Saturday Night Live" beim Sender NBC moderierte. Das Asperger-Syndrom gilt als eine Ausprägung auf dem Autismus-Spektrum. Autismus kann laut den diagnostischen Kriterien bedeuten, dass Betroffene in sozialen und kommunikativen Fähigkeiten eingeschränkt sind. Asperger oder sogenannter hochfunktionierender Autismus wird oft mit einer höheren Intelligenz als "klassischer" Autismus in Verbindung gebracht.
Mindestens 14 Kinder mit vier Frauen hat Elon Musk laut einem Bericht des "Wall Street Journal". Die tatsächliche Zahl könnte jedoch höher liegen – es gibt teilweise Streits um Vaterschaft und Sorgerecht.
Elon Musks Vermögen wird vom Magazin "Forbes" (Ausgabe März 2026) auf 839 Milliarden Dollar geschätzt. Musk belegt zum zweiten Mal in Folge den ersten Platz auf der Jahresliste der Milliardäre. Sein Vermögen besteht hauptsächlich aus Aktien des Elektroauto-Herstellers Tesla und der Raumfahrt-Firma SpaceX. "Forbes" zufolge ist Musk auf dem besten Weg, der erste Billionär der Welt zu werden.
Laut dpa gehören Elon Musk rund ein Fünftel (etwa 20 Prozent) von Tesla. Diese Beteiligung ist rund 250 Milliarden Dollar (etwa 213 Mrd. Euro) wert. Er strebt jedoch schon seit Jahren eine Beteiligung von 25 Prozent an, um seine Position im Unternehmen zu festigen.
Neben Tesla, dem Elektroauto-Hersteller, gehören Elon Musk auch SpaceX, die Weltraum- und Raumfahrtfirma, die Online-Plattform X (ehemals Twitter) und xAI, eine KI-Firma, die den Chatbot Grok entwickelte. Zudem war Musk 2015 unter den Gründern von OpenAI, schied jedoch 2018 nach einem Richtungsstreit aus.
Musk hat Physik und Wirtschaftswissenschaften studiert.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
tesla.com
spacex.com
forbes.com: "Elon Musk", "The World's Real-Time Billionaires"
stern.de: "Mobbing, Gewalt und ein "böser" Vater – die schwierige Kindheit des Elon Musk"
de.statista.com: "Die 25 reichsten Menschen weltweit im Jahr 2026"
nau.ch: "Elon Musk: Karriere des Unternehmers mit Tesla, SpaceX und X"
xing.com: "Tesla Über uns"
mdr.de: "Der Große Systemadministrator: Wie Elon Musk Twitter zu X umbaute"
spiegel.de: "Elon Musk scheitert mit Klage gegen abtrünnige Werbekunden"
tagesspiegel.de: "Noch 2020 waren es 25 Milliarden: Elon Musks Vermögen kratzt an der 500-Milliarden-Dollar-Grenze"
forgepress.org: ""Sounds legit": Elon Musk donates 1 million trees"
n-tv.de: "Elon Musk wirft irdischen Ballast ab"
ZDF frontal: "https://www.youtube.com/watch?v=7feCuFa-Gd4"
welt.de: "Mit diesem Meilenstein manifestiert Elon Musk seine Macht im Weltraum"
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