Umweltministerium äußert sich
Wieder ein Wal vor Wismar: Sichtung bestätigt - ist es Buckelwal Hartwin?
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Toter Buckelwal wird jetzt zu Biodiesel verarbeitet (9. Juni)
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
Er ist etwa acht Meter lang, schwimmt vor Wismar und weckt Erinnerungen an Timmy: Plötzlich taucht wieder ein Wal vor deutschen Küsten auf. Genauer gesagt dort, wo vor rund vier Monaten ein Buckelwal gesichtet wurde, mehrmals strandete – und schließlich ein tragisches Schicksal erlitt.
Das Wichtigste in Kürze
Die Wasserschutzpolizeiinspektion Wismar meldete eine Walsichtung vor Wismar in Mecklenburg-Vorpommern.
Nach Angaben des Umweltministeriums in Schwerin wirkt das Tier vital und taucht immer wieder auf und ab.
Ob es sich bei dem Wal um einen zuvor gesichteten Ostsee-Besucher handelt, ist derzeit unklar.
Wal-Alarm vor Wismar! Der aktuelle Ostsee-Bewohner sei laut Schweriner Umweltministerium etwa acht Meter lang und tauche vor der deutschen Küste auf und ab. Was planen die zuständigen Behörden - und droht ein neuer Timmy-Eklat?
Auch in den News:
Gegen 9 Uhr am Montagmorgen (27. Juli) hatte die Wasserschutzpolizeiinspektion Wismar die Walsichtung gemeldet, so das Ministerium. Die Größe ließe sich nur schätzen, auch die Walart könne derzeit nicht abschließend geklärt werden. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern wirke er allerdings vital und "taucht regelmäßig auf und wieder ab".
Zunächst habe sich das Tier vom Westhafen zum östlich gelegenen Seehafen vorgearbeitet. Anschließend sei es Richtung Norden, Richtung Ostsee-Ausgang, geschwommen. Bereits am Nachmittag bestand laut Wasserschutzpolizei kein Sichtkontakt mehr.
Nach Angaben des Umweltministeriums seien Sportbootführende und Wassersportler:innen gebeten, den Kontakt mit dem Tier zu vermeiden und einen größtmöglichen Abstand zu halten. Die Wasserschutzpolizei sei bereits im Einsatz. Weiter heißt es, das Ziel der Maßnahmen sei es, "dem Tier einen störungsarmen Rückweg in tiefere Gewässer zu ermöglichen und eine Strandung oder andere Gefährdungen des Tieres zu verhindern".
Ist es Hartwin?
Erst am Freitag (24. Juli) hatte das Umweltministerium Schleswig-Holstein die Sichtung eines Buckelwals in der Flensburger Förde bestätigt. Den Angaben zufolge handelt es sich mutmaßlich um den von Medien Hartwin getauften Wal, der zuvor in Schottland, Dänemark und dann in der Kieler Förde beobachtet worden war. Hartwin wirkte nach Einschätzung eines Experten stark geschwächt, sein weißer Körper zeugte von einem Befall.
Auch Mitte Juli war vor Heiligenhafen in Schleswig-Holstein ein Wal gesichtet worden. Ob es sich dabei um Hartwin handelte, ist unklar. Ebenso verhält es sich mit der aktuellen Sichtung vor Wismar, wie eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums betonte. Derzeit beobachte man die Lage und stehe in engem Kontakt mit den beteiligten Behörden. Zunächst sei nicht geplant, dass Mitarbeitende des Stralsunder Museums nach Wismar fahren.
Nicht der erste Wal vor Wismar: Drama um Timmy
Eine erneute Walsichtung in so kurzer Zeit: Laut eines Sprechers der Stadt Wismar ein ungewöhnliches Ereignis. Der Fall weckt Erinnerungen an Buckelwal Timmy. Er war ebenfalls im Hafen von Wismar aufgetaucht. Es folgten mehrere Lebendstrandungen, wochenlange Rettungsaktionen und Monate voller hitziger Diskussionen um die Zukunft des Ostsee-Wals.
Das damals zuständige Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern befürwortete den von einer Privatinitiative gesponserten Transport des Wals. Ende April wurde Timmy dank einer großzügigen Spende ins offene Meer geschifft und ausgesetzt. Mitte Mai strandete Deutschlands Lieblingswal dann tot vor Dänemark.
Nun hat der zweite Wal Wismar erreicht. Ob er es zurück in die Tiefen des Meeres schaffen oder das gleiche Schicksal wie Timmy erleiden wird, ist unklar. Vielleicht entscheiden auch diesmal die Millionen eines Mediamarkt-Gründers – oder Minister Till Backhaus.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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