Musk-Firma
SpaceX-Börsengang sorgt für Euphorie bei Anlegern – ist der Hype gerechtfertigt?
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Run auf SpaceX-Aktien vor Börsengang (6. Juni)
Videoclip • 01:27 Min • Ab 12
Milliarden-Coup für Anleger:innen oder Enttäuschung? SpaceX geht an die Börse und Elon Musk könnte der erste Billionär der Welt werden. Was Expert:innen von der Aktie halten.
Mitten im globalen KI‑Boom wagt SpaceX den Sprung an die Börse – und das in einer Größenordnung, die selbst erfahrene Investor:innen staunen lässt. Wie es aus Finanzkreisen heißt, plane Elon Musks Raumfahrtunternehmen bereits an diesem Freitag (12. Juni) einen Börsengang mit einem Emissionsvolumen von rund 75 Milliarden US‑Dollar.
SpaceX würde damit schlagartig mit etwa 1,7 Billionen Dollar bewertet und sich unter die zehn wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt einreihen – in unmittelbarer Nähe zu Tech-Giganten wie Nvidia, das aktuell die Liste der Billionen‑Dollar‑Konzerne anführt.
Der Ausgabepreis sei laut Berichten bereits auf 135 Dollar je Aktie festgelegt worden – ungewöhnlich für einen Börsengang, da auf eine klassische Preisspanne verzichtet wurde. Anleger:innen setzten damit massiv auf die Innovationskraft des Unternehmers, obwohl SpaceX zuletzt Milliardenverluste geschrieben hatte.
Hauptgrund seien die enormen Entwicklungskosten für die Schwerlastrakete Starship gewesen. Gleichzeitig elektrisiert viele Investor:innen die Schlüsselrolle von SpaceX im US‑Raumfahrtprogramm sowie der wirtschaftliche Erfolg des Satelliten-Internetdienstes Starlink, der als größter Umsatztreiber gilt. Zusätzlich hat Musk auch seine KI‑Firma xAI samt der Plattform X in SpaceX eingebracht – ein Bündel gleich mehrerer Megatrends.
Marktbeobachter:innen warnen jedoch davor, den Börsengang ausschließlich als Erfolgsstory zu lesen. Der geplante Deal könnte sich als gigantischer Kapitalmagnet erweisen, der Geld aus anderen Marktsegmenten abzieht. Bereits jetzt wird spekuliert, die Nachfrage nach SpaceX‑Aktien könne das Angebot um ein Vielfaches übersteigen.
Medienberichte, wonach Musk mehr Anteile für Privatanleger:innen reservieren wolle als bei IPOs üblich, hätten den Hype zusätzlich angeheizt. Gelinge der Börsengang wie geplant, behielte Musk weiterhin die vollständige Kontrolle – und könnte rechnerisch zum ersten Billionär der Welt aufsteigen.
Auch in den News:
"Preis für Leidenschaft, Faszination und Kindheitstraum"?
Auch institutionelle Investor:innen blicken aufmerksam auf den bevorstehenden Börsenstart. Fondsmanagerin Alicia Daurignac vom Vermögensverwalter La Financière de l’Echiquier schrieb, der SpaceX‑IPO markiere einen Wendepunkt für die Weltraumwirtschaft, die sich von einem Nischenthema zu einer eigenständigen Infrastrukturklasse entwickeln könne.
Skeptischer äußerte sich hingegen der Investmentexperte Tristan Abet von Kepler Cheuvreux. Die Bewertung von SpaceX sei weniger das Ergebnis klassischer Kennzahlen als vielmehr "der Preis für Leidenschaft, Faszination und den Kindheitstraum vom All", zitierte er.
Zusätzliche Dynamik entstehe durch Entscheidungen großer Index-Anbieter. Diese hätten laut Marktteilnehmer:innen ihre Regeln gelockert, um SpaceX schneller in wichtige Indizes aufnehmen zu können.
Portfoliomanager Audun Wickstrand Iversen von DNB Asset Management warnte, dann könnten Indexfonds automatisch kaufen – unabhängig von Bewertung oder Fundamentaldaten. Das Geld dafür müsse anderswo abgezogen werden. Als mögliche Quelle gelten vor allem die sogenannten "glorreichen Sieben" der US‑Techbranche: Nvidia, Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta – und nicht zuletzt Tesla.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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