Iran-Krieg
Trotz Trump-Warnung: Israel attackiert Iran
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Israel greift Ziele im Iran an
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Der Iran feuert erneut Raketen auf Israel ab. Trotz der Warnung durch US-Präsident Trump vor einem Gegenschlag greift das israelische Militär das Mullah-Regime an.
Israels Luftwaffe hat Ziele im Westen und im Zentrum des Irans angegriffen. Das teilte das israelische Militär in den frühen Morgenstunden auf der Plattform X mit. Man befinde sich weiterhin in voller Einsatzbereitschaft, hieß es später weiter. Das Militär sei darauf vorbereitet, gegen alle vorzugehen, die den Staat Israel bedrohten.
Der iranische Staatssender Irib und die Nachrichtenagentur Irna berichteten unterdessen, dass in der Hauptstadt Teheran Explosionen zu hören gewesen seien. Wohngebiete innerhalb der Stadt wurden demnach nicht getroffen. Der Angriff folgte auf iranische Raketenangriffe auf Israel am Abend zuvor.
Am späten Sonntagabend hatten Staatsmedien der Islamischen Republik mehrere Raketensalven auf den Erzfeind gemeldet. Laut dem israelischen Militär wurden alle Raketen der ersten Wellen abgefangen.
Trotz des Angriffs durch das Mullah-Regime hatte US-Präsident Donald Trump versucht, Israel von einem Vergeltungsschlag abzuhalten. Er warnte den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu davor, die laufenden Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran durch weitere Militärschläge zu gefährden. "Ich habe das Sagen. Ich habe absolut das Sagen. Er hat nicht das Sagen", sagte Trump der Zeitung "Financial Times". Netanjahu werde keine andere Wahl haben, als ein künftiges Abkommen zu akzeptieren.
Trump hatte Netanjahu in einem Telefonat am Sonntag aufgefordert, von weiteren Schlägen abzusehen, da man kurz vor einem guten Abkommen stehe, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter.
Israels Botschafter in den USA: Israel toleriert Angriff nicht
Der israelische Botschafter in den USA, Jechiel Leiter, teilte auf X mit, der Iran habe elf ballistische Raketen auf Israel abgefeuert. "Jede dieser Raketen kann ein ganzes Stadtviertel dem Erdboden gleichmachen und Hunderte Menschen töten. Kein Land der Welt, das etwas auf sich hält, würde einen solchen Angriff dulden, und Israel wird dies ebenfalls nicht tun." Israel greife nun seinerseits iranische Abschussrampen für Boden-Boden-Raketen sowie Infrastruktureinrichtungen an, die nicht zum Energiesektor gehörten. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.
Die Menschen im Libanon hätten derweil mit der Hisbollah-Miliz den Stellvertreter des Irans abgelehnt und den Iran aufgefordert, ihr Land zu verlassen. Sollte die Hisbollah auf Israel feuern, werde man ihre Kommandozentralen im Libanon hart treffen. Mit dem Iran habe das nichts zu tun, schrieb er weiter.
"Terroristen-Hauptquartiere" im Libanon attackiert
Zuvor hatte Israel am Sonntag in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen – trotz einer von US-Präsident Trump verkündeten Waffenruhe. Die Armee habe in Beirut "Terroristen-Hauptquartiere" als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit.
Die Hisbollah ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans. Teheran hatte zuvor gewarnt, dass weitere israelische Angriffe auf den Großraum Beirut als neuer Eskalationsschritt in der regionalen Konfrontation gewertet würden.
Israel hatte seit Inkrafttreten einer offiziellen Waffenruhe Mitte April die Angriffe im Raum Beiruts deutlich eingeschränkt. US-Präsident Trump hatte dort auch einen Stopp israelischer Angriffe und ein Ende von Angriffen der Hisbollah auf Israel verkündet. Israel hatte jedoch damit gedroht, diese Gebiete im Falle von Hisbollah-Attacken auf Israel erneut anzugreifen und die Bewohner der Vororte erneut zur Flucht gedrängt.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Nachrichtenagentur Reuters
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