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SpaceX kommt in den MSCI World: Was ETF-Sparer:innen jetzt wissen müssen

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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SpaceX-Börsengang: Das sollten Anleger wissen

Videoclip • 03:10 Min • Ab 12


Elon Musks Raumfahrtkonzern SpaceX wird in mehrere wichtige Aktienindizes aufgenommen – darunter den MSCI World. Das bedeutet: Millionen ETF-Sparer:innen werden automatisch zu SpaceX-Aktionär:innen – ob sie wollen oder nicht. Was Anleger:innen wissen sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • SpaceX wird ab diesem Montag (29. Juni) in den MSCI World aufgenommen.

  • Unzählige ETF-Sparer:innen werden damit automatisch zu indirekten SpaceX-Aktionär:innen, ohne aktiv entschieden zu haben.

  • Welche Risiken und Chancen die SpaceX-Aufnahme bedeutet.

SpaceX-Aktie landet in großen ETFs

Kaum ein Börsengang hat in den vergangenen Jahren so viel Aufsehen erregt wie dieser: SpaceX, das Raumfahrt- und Technologieunternehmen von Elon Mus,  startete am 12. Juni an der Börse – und der Hype war enorm. Beim deutschen Broker Flatex war die SpaceX-Aktie in den ersten fünf Handelstagen mit 32.000 Trades der mit Abstand meistgehandelte Wert – zehnmal mehr als Nvidia und über dreißigmal mehr als Tesla im gleichen Zeitraum.

Doch die Aktie ist nicht nur für aktive Anleger:innen relevant: Ab Montag (29. Juni) nimmt der Indexanbieter MSCI SpaceX in den weltbekannten MSCI World und den All Country World Index (ACWI) auf. Das bedeutet: Wer über einen ETF-Sparplan in diese Indizes investiert, wird automatisch – und ohne aktive Entscheidung – zum indirekten SpaceX-Aktionär oder zur indirekten SpaceX-Aktionärin, wie Tagesschau.de berichtet.


"Lex SpaceX": Indexanbieter ändern ihre Regeln

Dass SpaceX so schnell in die großen Indizes aufsteigt, liegt auch an einer umstrittenen Regeländerung. Um Mega-Börsengänge wie den von SpaceX anzulocken, hatten Nasdaq und FTSE Russell im Vorfeld ihre Aufnahmekriterien gelockert – Profitabilitätsvorgaben wurden gestrichen, die sogenannte "Fast Entry"-Zeit von mehreren Monaten auf 15 Handelstage verkürzt.

Christian Maschner vom Family Office FINVIA, das vermögende Privatkunden berät, kritisiert das gegenüber "Tagesschau.de" deutlich: "Was uns ein bisschen sauer aufgestoßen ist, ist die Tatsache, dass einige Indexanbieter tatsächlich so eine Art 'Lex SpaceX' haben – nur damit die Aktie noch schneller in die Indizes und damit in die ETFs kommt."

Einen Gegenpol setzt S&P Dow Jones Indices: Der Anbieter des bekannten S&P 500 weigert sich, seine strengen Regeln aufzuweichen. Diese schreiben unter anderem Profitabilität und mindestens zwölf Monate Börsennotierung vor. Allein der Nettoverlust von SpaceX im ersten Quartal 2026 lag bei 4,3 Milliarden Dollar. Der S&P 500 bleibt SpaceX daher vorerst verwehrt. FINVIA-Experte Maschner verweist auf ein anderes Musk-Unternehmen: "Tesla hat damals fast zehn Jahre gebraucht, um in den S&P 500 zu kommen."

Kleines Gewicht, aber große Kursschwankungen

Für SpaceX-kritische ETF-Sparer:innen gibt es jedoch eine beruhigende Einschätzung: Trotz der gewaltigen Bewertung von rund zwei Billionen Dollar – womit SpaceX fast so viel wert ist wie Amazon – wird der Konzern im MSCI World zunächst nur ein kleines Gewicht haben. Christian Röhl, Chefökonom von Scalable Capital, schätzt den SpaceX-Anteil anfänglich auf etwa 0,1 Prozent. Er hält die Hysterie, SpaceX würde aus dem Stand zum Schwergewicht, für übertrieben. Ein Rechenbeispiel: Fiele die Aktie um zehn Prozent, würde das den MSCI World lediglich um 0,01 Prozent nach unten ziehen.

Dennoch mahnen Expert:innen zur Vorsicht. Morningstar-Analyst Michael Field hält die Aktie für überbewertet, obwohl er die große Nachfrage anerkennt: „Es gibt offensichtlich eine große Nachfrage, deshalb haben sie die Aufnahme in den Index beschleunigt." Allein für den Nasdaq 100, in den das SpaceX-Papier am 7. Juli aufegnommen werden sool, rechnet die Bank JPMorgan mit passiven Zuflüssen von 4,3 Milliarden Dollar – Investitionen, die Indexfonds schlicht tätigen müssen, um den Index nachzubilden.

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Geringer Streubesitz bei SpaceX als Risikofaktor

Ein besonderes Risiko liegt in der Aktienstruktur selbst: Der sogenannte Streubesitz – also der Anteil der frei handelbaren Aktien – liegt bei SpaceX bei gerade einmal vier Prozent. Das bedeutet: Jede größere Kauf- oder Verkaufsorder bewegt den Kurs überproportional stark. Seit dem Börsenstart stieg die Aktie in der Spitze um 67 Prozent, um dann um bis zu 35 Prozent wieder zu fallen.

Zusätzlich könnten sogenannte Insiderverkäufe den Kurs belasten. SpaceX hat für Insider:innen – also etwa Führungskräfte und frühe Großinvestor:innen – Ausnahmen von der üblichen Haltefrist geschaffen. Bis Anfang September könnten Insider laut Marktexperten potenziell bis zu 44 Prozent der SpaceX-Aktien verkaufen. Das würde den Streubesitz erhöhen – und damit auch das Gewicht von SpaceX in den Indizes weiter steigen lassen.

Unterm Strich empfehlen Expert:innen ETF-Sparer:innen, jetzt genauer hinzuschauen: Welcher Index steckt hinter dem eigenen Sparplan – und welche Aufnahmeregeln gelten dort? Der Fall SpaceX zeigt eindrücklich, wie weitreichend solche Entscheidungen für passive Anleger:innen sein können.



Verwendete Quellen:

Tagesschau.de: "Was ETF-Anleger jetzt wissen müssen"

Nachrichtenagentur Reuters

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