Geldanlage
MSCI World: Augen auf beim bekanntesten ETF
Aktualisiert:
von Joachim Vonderthann:newstime
ETF-Sparpläne auf Rekordkurs (13. Januar)
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Der MSCI World gilt als Standard-Investment für Privatanleger:innen. Die gesamte Weltwirtschaft bildet er aber nicht ab, Schwellenländer fehlen komplett. Zeit zum Umschichten?
Das Wichtigste in Kürze
Der MSCI World deckt ausschließlich Industrieländer ab und vernachlässigt Schwellenländer.
Mit einem Fokus auf die USA (70 Prozent Gewichtung) bietet der ETF keine vollständige globale Streuung.
Der Blick auf Schwellenländer könnte jedoch sinnvoll sein.
Der MSCI World wird oft als Inbegriff eines Weltportfolios bezeichnet und ist besonders in Deutschland ein beliebtes Anlageprodukt. Insbesondere ETFs wie der iShares Core MSCI World (WKN: A0RPWH) erfreuen sich großer Beliebtheit. Viele Privatanleger:innen nutzen ihn als Basis-Investment oder sogar als einziges Depotprodukt, wie die "Welt" berichtet. Doch ein genauerer Blick zeigt: Der MSCI World ist keineswegs eine Abbildung der gesamten Weltwirtschaft.
Der MSCI World bildet nicht die ganze Welt ab
Der Index umfasst ausschließlich Industrieländer und schließt Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien aus. Insgesamt werden nur 23 Staaten berücksichtigt, und die USA dominieren das Portfolio mit einem Anteil von 70 Prozent. Diese Konzentration entsteht durch die Marktkapitalisierung der Unternehmen, bei der größere und wertvollere Konzerne stärker gewichtet werden. Technologie-Riesen wie Apple, Microsoft und Nvidia prägen die Entwicklung des Index erheblich – oft mehr als ganze Volkswirtschaften.
Schwellenländer-ETF könnte mehr Gewinn bringen - und mehr Risiko
Wer in den MSCI World investiert, trifft eine bewusste Entscheidung für Industrieländer und die aktuelle Marktstruktur. Dabei zeigt ein historischer Vergleich, dass Schwellenländer höhere Renditen bieten können: Seit 1988 erzielte der MSCI Emerging Markets eine jährliche Rendite von rund 10 Prozent, während der MSCI World bei 8,5 Prozent lag, wie die "Welt" auflistet. Über Jahrzehnte mache dieser Unterschied einen erheblichen Vermögensvorteil aus.
Auch ein Beispiel wir genannt: Wer seit 1988 monatlich 100 Euro in den MSCI World investiert hätte, würde heute etwa 138.000 Euro besitzen. Bei einem Sparplan mit dem MSCI Emerging Markets wären es hingegen 184.000 Euro – eine Differenz von 46.000 Euro. Allerdings gehe das höhere Wachstum in Schwellenländern oft mit größeren Schwankungen einher. Die historische Volatilität liegt dem Bericht zufolge bei 22 Prozent pro Jahr, verglichen mit 15 Prozent beim MSCI World.
iShares MSCI World ETF reduziert US-Anteil
Die Struktur des volumenmäßig größten MSCI World ETF, dem von iShares, erfährt laut börse-social.com derzeit kleinere Anpassungen. Nach dem ersten Quartals-Rebalancing 2026 hat der iShares MSCI World ETF das Gewicht von US-Aktien leicht reduziert – ein Novum in der Geschichte des Index. Acht neue Werte wurden aufgenommen, während 15 US-Titel aus dem Portfolio gestrichen wurden. Unter den Neuzugängen befinden sich Unternehmen wie AST SpaceMobile und Coherent Corp, die besonders von Trends wie KI-Hardware und Satellitenkommunikation profitieren.
Trotz dieser Änderungen bleibt die geografische Ausrichtung stark auf die USA fokussiert, ebenso wie der Technologie-Schwerpunkt des Index. Eine diskutierte Regeländerung, die Unternehmen mit hohen Kryptowährungs-Beständen ausgeschlossen hätte, wurde hingegen verworfen. Firmen bleiben dem Bericht nach investierbar, solange sie die übrigen Kriterien erfüllen.
Was ein Experte Anleger:innen rät
Kapitalmarktanalyst Pascal Kielkopf rät Anleger:innen in der "Welt": "Wer sein gesamtes Aktienportfolio allein über den MSCI World abbildet, verzichtet bewusst oder unbewusst auf rund die Hälfte der Weltwirtschaft." Sowohl MSCI World als auch der MSCI Emerging Markets hätten ihre Berechtigung im Portfolio. Die Wachstumsdynamik in den meisten Schwellenländern könnte in den kommenden Jahren aber die der Industrieländer übertreffen. "Ein schwächerer Dollar könnte zusätzlichen Rückenwind liefern", so Kielkopf abschließend.
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Verwendete Quellen:
Welt Online: "Bis zu 46.000 Euro Differenz – So vermeiden Sie den großen MSCI-World-Irrtum"
börse-social.com: "iShares MSCI World ETF: Wandel naht"
Nachrichtenagentur Reuters
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