Invasive Art im Mittelmeer

Griechenland jagt giftige Hasenkopf-Kugelfische – was Urlauber wissen müssen

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von Michael Reimers

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Massentourismus: Griechenland verschärft Regeln (12. Mai)

Videoclip • 01:09 Min • Ab 12


Erst bereitete er türkischen Fischer:innen Probleme, nun tritt er massiv in griechischen Gewässern auf. Der giftige Hasenkopf-Kugelfisch kann stark zubeißen. Ist er für Badegäste gefährlich?

Das Wichtigste in Kürze

  • Griechenland zahlt Berufsfischer:innen rund um Kreta und in der Ägäis künftig eine Fangprämie für den giftigen Hasenkopf-Kugelfisch.

  • Der invasive Fisch vermehrt sich rasant, bedroht das Ökosystem und zerstört regelmäßig die Netze der Fischer:innen.

  • Für Badende  geben Fachleute Entwarnung.

Ein ungebetener Gast aus fernen Gewässern wird zur Plage: Griechenland startet ein Pilotprogramm, das Berufsfischer:innen in bestimmten Regionen des Landes finanzielle Anreize für den Fang des Hasenkopf-Kugelfisches bietet. Pro Kilogramm der invasiven Art sollen 5,33 Euro gezahlt werden, wie der Nachrichtensender Skai berichtet. Zunächst richtet sich die Unterstützung an Fischer:innen rund um Kreta und in der südlichen Ägäis.

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Scharfe Zähne, leere Netze

Der etwa 40 Zentimeter lange und bis zu neun Kilogramm schwere Fisch stammt ursprünglich aus dem Indischen Ozean und dem Pazifik. Über den Suezkanal wanderte er ins Mittelmeer ein, wo er erstmals 2003 nachgewiesen wurde.

Für Fischer:innen bedeutet seine Anwesenheit erhebliche Probleme: Der Hasenkopf-Kugelfisch frisst ihnen die Netze leer und zerbeißt sie dabei mit seinen scharfen, schnabelartigen Zähnen. Immer wieder berichten Fischer:innen von heftigen Bisswunden, die sie etwa beim Säubern der Netze erlitten.

Wissenschaftliche Modelle deuten darauf hin, dass die Art negative Folgen für die Biodiversität hat, obwohl es nach Angaben des Griechischen Zentrums für Meeresforschung (HCMR) nur wenige gezielte Studien dazu gibt. Die Art sei anpassungsfähig und es gebe wenige natürliche Fressfeinde.

Giftig, aber selten gefährlich für Badende

Der Hasenkopf-Kugelfisch enthält das Nervengift Tetrodotoxin (TTX), das die Reizweiterleitung in den Nerven blockiert und durch Erhitzen beim Kochen nicht zerstört wird. Dennoch gibt das HCMR für Badegäste Entwarnung: Bislang sei nur ein einziger Vorfall aus dem Jahr 2022 bekannt, bei dem ein Badender gebissen wurde. Auch gab es nur einen Fall von fünf ausländischen Matros:innen, die den Fisch geangelt und verzehrt hatten und sich dadurch vergifteten, aber nicht daran starben.

Türkisches Vorbild zeigt Wirkung

In türkischen Gewässern, wo der Fisch schon vor Jahren zum Problem wurde und wo es ebenfalls Prämien für seinen Fang gibt, bewertet man die eigenen Maßnahmen als Erfolg. Laut türkischem Landwirtschafts- und Forstministerium wurden im vergangenen Jahr rund 290.000 Hasenköpfe gefangen. Dies habe Schätzungen zufolge 22 Millionen neue Individuen verhindert.

Der griechische Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung, Margaritis Schinas, dämpft allerdings übertriebene Hoffnungen. Eine Ausrottung sei nicht möglich, es gehe vielmehr um die Begrenzung der Population vor allem während der Laichzeit und um die Unterstützung der Berufsfischer:innen. Der Hasenkopf-Kugelfisch sei leider gekommen, um zu bleiben.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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