Hunderte Mitarbeitende betroffen
"Schwierige Zeit für den Handel": Deko-Kette Depot ist insolvent und schließt 66 Filialen
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Deko-Riese "Depot" schließt 66 Filialen
Videoclip • 01:08 Min • Ab 12
Das Deko-Unternehmen Depot muss im Zuge einer Insolvenz über 60 Geschäfte schließen. Nun ist bekannt, welche Filialen es trifft. Generell ist der Einzelhandel in der Krise.
Das Wichtigste in Kürze
Innerhalb der letzten zwei Jahre musste die Deko-Handelskette Depot zum zweiten Mal Insolvenz anmelden.
Bundesweit schließen 66 Geschäfte, 330 Beschäftigte verlieren laut dem Depot-Geschäftsführer Christian Gries ihren Job.
Gründe für die schwierige Lage des Unternehmens seien etwa die Online-Konkurrenz und Zölle.
Die Handelskette Depot befindet sich in einem erneuten Insolvenzverfahren – dem bereits zweiten seit 2024. Nun schließt der Deko-Vertrieb bundesweit ganze 66 Filialen.
"Es geht wirtschaftlich leider nicht anders. Wir können nur Läden betreiben, die rentabel sind", sagte Geschäftsführer Christian Gries gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Auch in den News:
Seit 2024: Depot schließt etwa 320 Filialen
Schon im Mai hatte Depot die mittlerweile zweite Insolvenz angemeldet. Als Gründe nennt Gries etwa Zölle, die wachsende Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie Kaufrückzahlungen der Verbraucher:innen. Damit bleiben von den vor einigen Jahren noch 400 betriebenen Filialen 80 Geschäfte übrig – mit Aussicht auf weitere Schließungen. Die Verhandlungen mit den Vermieter:innen dauern Gries zufolge weiter an.
In Konsequenz hätten dem Geschäftsführer des unterfränkischen Unternehmens zufolge rund 330 Beschäftigte ihren Job verloren. Hinzu kommen weitere Stellen in der Zentrale.
Diese Filialen sind betroffen
Bereits in der Corona-Pandemie kämpfte das Unternehmen mit Schwierigkeiten. In Folge der letzten Insolvenz schrumpfte der Bestand zunächst auf etwa 150 Filialen. Im zweiten Insolvenzverfahren trifft es nun weitere 66 Geschäfte in folgenden Städten:
Baden-Baden
Backnang
Bayreuth
Berlin
Bielefeld
Blankenburg
Bonn
Braunschweig
Bremen
Bühl
Coburg
Cottbus
Dallgow
Dresden
Erfurt
Erlangen
Flensburg
Frankfurt
Gera
Göppingen
Günthersdorf-Leuna
Halle (Saale)
Hamburg
Hannover
Kamen
Karlsruhe
Kaufbeuren
Kempten
Konstanz
Leipzig
Lippstadt
Lübeck
Ludwigsfelde
Magdeburg
Mülheim an der Ruhr
München
Neuss
Paderborn
Passau
Pfarrkirchen
Posthausen
Potsdam
Rothenburg
Schwerin
Sindelfingen
Stuttgart
Sulzbach
Ulm
Viernheim
Weinheim
Wesel
Wiesbaden
Wildau
Wittenberg-Lutherstadt
In Freudenstadt, Friedrichshafen, Heidelberg, Mannheim, Worms und Zwickau sind die Filialen bereits geschlossen. Für andere kommt das Aus bis nach dem Räumungsverkauf Ende Juli.
So schlecht geht es dem Einzelhandel in Deutschland
"Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise", berichtete Gries. Das Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) unterstützt diese Aussage. Der Ifo zufolge fürchtet jeder sechste Einzelhandel in Deutschland um seine Existenz. Im April schätzten 17,4 Prozent der Unternehmen ihre Lage als existenzbedrohend ein – ein Rekordwert.
Depot ist nur eines von aktuell vielen weiteren von Insolvenz betroffenen Unternehmen. Auch der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Baumarktkette Hellweg hatten kürzlich ihre Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Kette Hammer schloss im Mai ihre letzten Filialen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Depot.de: "Filialschließungen"
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