Ansage an Israels Premier
Trump zu Netanjahu: Truppen raus aus Syrien und Libanon
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Trump stellt Iran neues Ultimatum
Videoclip • 40 Sek • Ab 12
US-Präsident Donald Trump hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in einem Telefonat aufgefordert, israelische Streitkräfte aus Syrien und dem Libanon abzuziehen. Nun reist Netanjahu am Samstag in die USA – ob es zu einem Treffen mit Trump kommt, ist aber noch offen.
Das Wichtigste in Kürze
Trump hat Netanjahu in einem Telefonat mit deutlichen Worten dazu aufgefordert, israelische Truppen aus Syrien und dem Libanon abzuziehen.
Netanjahu steht drei Monate vor der Parlamentswahl jedoch auch innenpolitisch unter Druck.
Israels Premier reist am Samstag in die USA und strebt ein Treffen mit Trump an – ob dieses zustande kommt, ist laut Reuters noch unklar.
Im Nahost-Konflikt setzt US-Präsident Donald Trump seinen eigentlichen Verbündeten Israel weiter unter Druck. Er forderte Premierminister Benjamin Netanjahu in einem Telefonat auf, israelische Streitkräfte aus Syrien und dem Libanon abzuziehen. Das berichtet das Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf US-amerikanische und israelische Regierungskreise.
Trumps Ansage war dabei laut einem US-Regierungsvertreter unmissverständlich: "Sie wollen euch nicht dort. Ihr solltet abziehen", soll Trump Netanyahu mit Blick auf die israelische Militärpräsenz in Syrien gesagt haben. Ähnliches gelte für den Libanon. Das Büro des israelischen Premierministers bestätigte das Gespräch, formulierte es jedoch anders: "Der Premierminister seinerseits unterstrich die Notwendigkeit von Sicherheitszonen entlang Israels Grenzen", hieß es in einer offiziellen Mitteilung.
Netanjahu reist in die USA - aber trifft er auch Trump?
Nur wenige Tage nach dem brisanten Telefonat kommt es nun möglicherweise zur nächsten Begegnung iun Washington: Laut Reuters reist Netanjahu am Samstag (18. Juli) in die Vereinigten Staaten. Er strebt dort ein Treffen mit Präsident Trump an. Ob dieses Treffen jedoch tatsächlich zustande kommt, ist nach Angaben eines Insiders Reuters zufolge noch unklar.
Israel besetzt große Teile Südlibanons und Südsyriens
Die israelischen Streitkräfte sind derzeit in großen Teilen des südlichen Libanon und des südlichen Syriens präsent. Israels Regierung begründet dies mit der Notwendigkeit, einen erneuten Angriff nach dem Vorbild des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 zu verhindern. Hochrangige Mitglieder der israelischen Regierung wollen diese Gebiete Axios zufolge auf unbestimmte Zeit kontrollieren, einige sprächen sogar von der Errichtung jüdischer Siedlungen dort.
Für Trump ist die Militärpräsenz auch vor dem Hintergrund der fragilen Friedensgespräche mit dem Iran jedoch ein Problem: Ein US-Regierungsvertreter sagte Axios, Trump habe Netanjahu darauf hingewiesen, dass die Anwesenheit israelischer Truppen auf syrischem Territorium Spannungen erzeugt und zu einer Eskalation führen könnte. Zuletzt war es im südlichen Syrien zu mehreren Zwischenfällen gekommen, bei denen syrische Zivilist:innen gegen die IDF-Präsenz protestierten und es zu Zusammenstößen mit israelischen Soldat:innen kam.
Netanjahu-Telefonat kurz nach Treffen mit Syriens Präsidenten
Das Telefonat zwischen Trump und Netanyahu fand einen Tag nach einem Treffen statt, das der US-Präsident mit dem syrischen Staatschef Ahmad al-Sharaa am Rande des NATO-Gipfels in der Türkei geführt hatte. Die Trump-Administration hatte dem Bericht nach monatelang versucht, ein neues Sicherheitsabkommen zwischen Israel und Syrien auszuhandeln – und dabei unter anderem einen schrittweisen Rückzug des israelischen Militärs aus den seit dem Zusammenbruch des Assad-Regimes im Dezember 2024 besetzten syrischen Gebieten gefordert. Letztlich kamen die Verhandlungen laut US-Regierungskreisen zum Erliegen, weil Netanjahu die geforderten Zugeständnisse nicht machen wollte.
Auch im Libanon läuft es nicht nach Plan. Aktuell finden Verhandlungen Israels mit dem Libanon in Rom statt, die am heutigen Mittwoch fortgesetzt werden sollten. Bei den Gesprächen unter US-Vermittlung geht es um die Umsetzung eines Rahmenabkommens, das den Krieg Israels mit der Hisbollah beenden soll. Die Miliz lehnt die Gespräche ab und nimmt nicht teil. Im Rahmen des Abkommens hatte Israel zugesagt, seine Streitkräfte aus zwei sogenannten "Pilotgebieten" im Südlibanon abzuziehen. Im Gegenzug sollte die libanesische Armee dort stationiert werden. Bislang ist der israelische Abzug jedoch nicht erfolgt.
Auch in den News:
Netanjahu wegen Wahl unter politischem Druck
Wie realistisch ist ein israelischer Truppenabzug? Wenig laut Axios, zumindest kurzfristig. Netanjahu steht drei Monate vor der Parlamentswahl, die für sein politisches Überleben existenzielle Bedeutung hat. Größere Rückzüge aus besetzten Gebieten würden innenpolitisch als Schwäche gewertet und könnten seine Koalition gefährden.
Das Weiße Haus lehnte einen offiziellen Kommentar ab, dementierte den Bericht jedoch nicht. Ein US-Regierungsvertreter sagte Axios lediglich: „Präsident Trump hat eine starke Beziehung zu Premierminister Netanjahu, und Israel war immer ein großartiger Verbündeter der Vereinigten Staaten. Es gab keinen größeren Freund Israels und Kämpfer für den Frieden als Präsident Trump."
Verwendete Quellen:
Axios: "Scoop: Trump tells Netanyahu to move forces out of Syria and Lebanon"
Nachrichtenagentur Reuters
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Vor Supermarkt
Plötzliche Attacke in Iserlohn: Frau im Gesicht schwerstverletzt

Politisches Lied?
Vor WM-Kracher: Argentinien heizt England-Duell mit Falklandkrieg-Song an

Im Video
AfD-Politiker Chrupalla und Siegmund singen DDR-Hymne bei Wahlkampfveranstaltung

US-Bezahldienst
Übernahme von PayPal? Investoren bieten 60,50 Dollar je Aktie

Mehrere Tote
US-Bomben treffen wohl Weizensilo und Fabrik im Iran – mehrere Tote

Reform scheitert
Reformrückschlag für Giorgia Meloni: Bleibt sie Chefin Italiens?





