Krieg im Iran

Der Nahostkonflikt: Hintergründe und Hauptstreitpunkte

Aktualisiert:

von Jacqueline Bittl

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Neue Fronten im Iran-Krieg

Videoclip • 02:29 Min • Ab 12


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Ein Konflikt mit langer Geschichte und explosiver Gegenwart: Dieser Überblick erklärt die Ursprünge des Nahostkonflikts, seine wichtigsten Kriege und warum zentrale Streitpunkte bis heute ungelöst sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Nahostkonflikt ist ein moderner territorialer Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser:innen, der aus konkurrierenden Nationalbewegungen entstand und sich seit der Staatsgründung Israels 1948 in mehreren Kriegen und Aufständen zuspitzte.

  • Zentrale Streitpunkte sind bis heute der Grenzverlauf, der Status Jerusalems, das palästinensische Flüchtlingsrecht sowie der israelische Siedlungsbau in besetzten Gebieten.

  • Internationale Lösungsansätze wie die Zwei-Staaten-Lösung gelten weiterhin als Referenz, stoßen jedoch auf Ablehnung wichtiger Akteure und sind bislang nicht umgesetzt.

Der Nahostkonflikt zwischen Israelis und Palästinenser:innen gilt als eine der langwierigsten und kompliziertesten Auseinandersetzungen der Welt. Um ihn zu verstehen, muss man bis vor den Ersten Weltkrieg zurückgehen, bis zur Zeit der Gründung der zionistischen Bewegung.

Der Nahostkonflikt: Ursprünge, Beginn und zentrale Aspekte

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Ursprung des Nahostkonflikts

Die Wurzeln des Konflikts liegen in zwei parallel entstandenen Nationalbewegungen, die dasselbe Territorium beanspruchten. Für die Zionist:innen bildeten die Jüd:innen nicht nur eine Religionsgemeinschaft, sondern eine Nation. Dieses Denken lag im Trend der damaligen Zeit, der Hochphase des Nationalismus, war aber auch eine Reaktion auf jahrhundertelange Verfolgung und Pogrome.

Sehnsuchtsort der Zionist:innen war Palästina, Heimat des biblischen Volkes Israel bis zur Vertreibung durch das Römische Reich im Jahr 70 nach Christus. Von dem jüdischen Tempel, in dem sich die jüdische Religion entwickelte, blieb nur der westliche Teil stehen. Der Tempel entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zuerst unter dem Namen Klagemauer, heute Westmauer genannt, zu einer religiösen Stätte des Judentums. In Jerusalem steht aber auch der älteste monumentale Sakralbau des Islams, der Felsendom auf dem Tempelberg.

Während ab Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr Jüd:innen nach Palästina emigrierten, bildete sich parallel dazu ein arabischer und später palästinensischer Nationalismus heraus. "Nur vor dem Hintergrund dieser beiden nationalistischen Bewegungen kann man überhaupt von einem Konflikt sprechen", betont der Politikwissenschaftler Jan Busse laut Deutscher Presse-Agentur (dpa). "Die beiden Gruppen haben vorher jahrhundertelang im Osmanischen Reich, einem multiethnischen Imperium, friedlich zusammengelebt. Es wäre fatal zu behaupten, dass es ein Jahrtausende alter Konflikt ist. Es ist ein moderner Konflikt, der zwischen zwei Gruppen stattfindet, die beide einen unabhängigen Staat gründen wollen und dies ungünstigerweise auf demselben Territorium."

Seit mehreren tausend Jahren wird das Gebiet Palästina zu unterschiedlichen Zeiten von Christ:innen, Muslim:innen und Jüd:innen bevölkert. Zur Region Palästina gehören heute das Westjordanland, Ost-Jerusalem und der Gazastreifen.

Beginn der Auseinandersetzungen

Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Palästina unter britische Verwaltung. Schon 1917 hatte sich die Regierung in London durch die Balfour-Deklaration dazu bekannt, in Palästina eine "nationale Heimstätte" für die Jüd:innen zu schaffen. Während des Krieges hatten die Briten allerdings bereits den Araber:innen, die bei der Eroberung Unterstützung geleistet hatten, einen eigenen Nationalstaat versprochen.

Von da an verschärft sich die Situation zwischen Jüd:innen und Palästinenser:innen, denn immer mehr Menschen jüdischen Glaubens, auch aus der jüdischen Nationalbewegung des Zionismus, wandern ein und lassen sich im Land nieder. Auf jüdischer Seite entsteht der Wunsch, in Palästina einen eigenen Staat zu errichten. Allerdings leben dort zum größten Teil nicht-jüdische Bewohner:innen, vor allem Muslim:innen.

Die Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden durch die Nazis zwischen 1933 und 1945 verstärkte insbesondere in den westlichen Demokratien die Überzeugung, dass Jüd:innen ein Recht auf einen Schutzraum haben – einen eigenen Staat. 1947 legte die UN-Vollversammlung fest, dass Palästina aufgeteilt werden sollte: in Israel für die Jüd:innen und Palästina für die Araber:innen. Daraufhin gründeten die Jüd:innen 1948 den Staat Israel. Die arabische Seite lehnte den Teilungsplan ab.

Mit der Gründung des Staates Israel begann der Schwerpunkt der Auseinandersetzungen: Bereits einen Tag danach erklärten die Nachbarn Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem jungen Staat den Krieg – doch sie verloren. Der erste Nahostkrieg war für Israel ein Unabhängigkeitskrieg, für die Palästinenser:innen hingegen der Beginn der "Nakba", ihrer Flucht und Vertreibung. Mehr als 700.000 Palästinenser:innen flohen oder wurden vertrieben.

Auch in den News:

Nahostkonflikt: Kriege und Kämpfe seit 1947

Palästinakrieg – 1947 bis 1949

Der Palästinakrieg war der erste arabisch-israelische Krieg. Er brach 1947 als Bürgerkrieg aus und endete 1949 mit einem Sieg Israels. Oftmals wird er auch als israelischer Unabhängigkeitskrieg oder "Nakba" bezeichnet.

In den Waffenstillstandsverträgen sicherte sich Israel sehr viel mehr Gebiet in Palästina als ursprünglich im UN-Teilungsplan vorgesehen. Jerusalem wurde zwischen Jordanien und Israel aufgeteilt, der Gazastreifen unter ägyptische Verwaltung gestellt.

Die Niederlage und unterschiedlichen Ziele der angreifenden arabischen Regierungen sorgten dafür, dass kein arabischer Staat in Palästina gegründet wurde. Als Folge flüchteten 750.000 Araber:innen aus ihren Dörfern oder wurden vertrieben. Bis heute wird von Israel das Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge gefordert, was ein Hauptstreitpunkt des Nahostkonflikts ist.

Suezkrise und Sinai-Krieg – 1956

Am 26. Juli 1956 verkündete Nasser in Kairo die Verstaatlichung des Suezkanals, was zur Suezkrise führte. Diese Krise mündete in den sogenannten Sinai-Krieg, bei dem Ägypten auf der einen Seite gegen Großbritannien, Frankreich und Israel auf der anderen Seite kämpfte. Israel lief in den Gazastreifen ein und fordert die Halbinsel Sinai von Ägypten. Mit militärischer Unterstützung gelang Israel eine Besetzung des Kanals. Im November 1956 werden die Länder von den Vereinten Nationen zum Waffenstillstand gezwungen.

Sechstagekrieg/Junikrieg – 1967

Auslöser für den Sechstagekrieg, auch Junikrieg genannt, war die Blockade der Meerenge von Tiran für israelische Schiffe durch Ägypten am 22. Mai 1967. Syrien, Irak, Jordanien und Saudi-Arabien schicken militärische Unterstützung, Israel bekam durch einen Überraschungsangriff die Vorhand und besetzt das Westjordanland, Ost-Jerusalem, den Gazastreifen und die Golanhöhlen.

Damit wurde Israels Gebiet erneut größer. Im November 1967 beschließt der UN-Sicherheitsrat in der Resolution 242, dass sich Israel aus den besetzten Gebieten zurückziehen soll. Israel stimmt zu, will aber von den arabischen Regierungen offiziell anerkannt werden, was diese ablehnen.

Jom-Kippur-Krieg – 1973

Eine Allianz arabischer Staaten griff am höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, unter der Führung von Ägypten und Syrien überraschend Israel an. Im 19-tägigen Jom-Kippur-Krieg wurden mehr als 2.600 israelische Soldat:innen getötet und mehr als 7.000 verletzt. 1979 unterzeichnete Ägypten als erstes arabisches Land einen Friedensvertrag mit Israel, der unter anderem die Rückgabe Sinais regelte.

Libanonkrieg – 1982 bis 1983

1982 reagiert Israel auf die Ermordung seines Botschafters in London und auf Überfälle der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO mit Luftangriffen und einer Invasion des Libanon. Am 16. September verüben christlich-libanesische Milizen im Beisein von israelischen Truppen ein Massaker in palästinensischen Flüchtlingslagern.

1983 ist der Krieg offiziell beendet, doch erst 2000 zieht sich Israel aus einer Sicherheitszone im südlichen Libanon zurück. 2006 bricht der Krieg erneut aus, als die Hisbollah, eine islamistische Miliz im Libanon, Nordisrael mit Raketen beschießt.

Die "Intifadas" – 1987-1993 und 2000-2005

Die Intifadas (“Abschüttelung” auf Arabisch) waren palästinensische Aufstände gegen Israel. Diese Zeit der Demonstrationen, Straßenkämpfe und Streiks wird "Erste Intifada" genannt.

Im Jahr 2000 beginnt die "Zweite Intifada", als der israelische Oppositionsführer Ariel Scharon den für Muslim:innen heiligen Tempelberg besucht. Es kommt nicht nur zu Protesten, sondern zu Gewaltdemonstrationen.

Die folgenden Jahre sind geprägt von Terroranschlägen und Selbstmordattentaten. Die "Zweite Intifada" endet am 8. Februar 2005 mit einem Waffenstillstand zwischen Ariel Scharon und dem neuen palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas.

Das Oslo-Abkommen

1993 treffen sich Regierungsmitarbeiter:innen in Oslo mit Vertreter:innen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Nach zähen Verhandlungen unterzeichnen der israelische Ministerpräsident Izchak Rabin und der palästinensische Präsident Yassir Arafat die Oslo-Verträge, in denen ein etappenweiser Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten der Palästinenser:innen beschlossen wird.

30 Jahre nach der Unterzeichnung sind grundlegende Fragen wie der endgültige Status von Jerusalem, die palästinensischen Flüchtlinge und der künftige Grenzverlauf weiter unbeantwortet.

Der Friedensprozess der 1990er-Jahre

Der Friedensprozess weckte Hoffnung auf eine friedliche Beilegung des Konflikts, scheiterte aber an zentralen Punkten: Umstrittene Grenzlinien, der Status Jerusalems, die Rückkehr von Flüchtlingen und der Umgang mit israelischen Siedlungen. Besonders die Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin 1995 durch einen jüdischen Extremisten sowie die blutigen Selbstmordattentate der Hamas in Israel trugen entscheidend zur Destabilisierung des Friedensprozesses bei.

Gaza-Krieg – ab 7. Oktober 2023

Beim bisher schlimmsten Massaker in Israels Geschichte tötete die Hamas rund 1.200 Menschen und verschleppte mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen. Dies löste einen verheerenden Krieg aus, bei dem Israel massiv Ziele im Gazastreifen angriff. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seither mehr als 70.000 Palästinenser:innen getötet.

Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe in Kraft. Im Rahmen eines US-Friedensplans wurden 20 lebende Geiseln freigelassen, und Israel entließ im Gegenzug knapp 2.000 palästinensische Häftlinge.

Die Zivilbevölkerung derart in Mitleidenschaft zu nehmen, wie das in den letzten Tagen immer mehr der Fall gewesen ist, lässt sich nicht mehr mit einem Kampf gegen den Terrorismus der Hamas begründen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim WDR Europaforum 2025

Krieg mit dem Iran – 2026

Der gemeinsame Angriff von USA und Israel auf den Iran am 28. Februar 2026 hat einen neuen Krieg ausgelöst. Israel startete einen "Präventivschlag", dem sich die USA mit einem "massiven und andauernden Einsatz" anschlossen. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Angriffe zielten darauf ab, den Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begründete die Angriffe ebenfalls mit der atomaren Bedrohung durch den Iran.

Hauptstreitpunkte im Nahostkonflikt

Territoriale Fragen und Grenzverlauf

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert, wo heute mehr als 700.000 Siedler:innen inmitten von rund drei Millionen Palästinenser:innen leben. Wo genau sich Israel von einem zukünftigen palästinensischen Staat abgrenzen soll, ist unklar. Die Palästinenser:innen beanspruchen diese Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Israel will einem eigenen Staat nur zustimmen, wenn dieser entmilitarisiert ist und die Grenzen von israelischen Soldat:innen kontrolliert werden.

Flüchtlingsfrage

Die Zukunft der palästinensischen Flüchtlinge und Vertriebenen gehört mit dem Streit über den künftigen Status Jerusalems und die Grenzen zu den kompliziertesten Fragen im israelisch-palästinensischen Konflikt.

Während die Palästinenserführung ein Rückkehrrecht für die Flüchtlinge verlangt, lehnt Israel dies ab. Der erste Nahostkrieg 1948 führte zur Flucht und Vertreibung von mehr als 700.000 Palästinenser:innen während der "Nakba" (arabisch für Katastrophe), Hunderttausende weitere folgten im Sechstagekrieg 1967.

Israelische Siedlungen

Der israelische Siedlungsbau im Westjordanland ist ein zentraler Streitpunkt. Nach internationalem Recht sind die Siedlungen dort illegal. Der UN-Sicherheitsrat bezeichnete sie 2016 als Verletzung des internationalen Rechts. Die Vereinten Nationen betrachten die israelischen Siedlungen als großes Hindernis für eine Friedensregelung, weil sie kaum noch ein zusammenhängendes Territorium für die Palästinenser:innen bei einer möglichen Zweistaatenlösung zulassen würden.

Status von Jerusalem

Der Status Jerusalems ist eine der zentralen Streitfragen im Nahostkonflikt. Israel beansprucht Jerusalem als "ewige und unteilbare Hauptstadt" für sich, während die Palästinenser:innen an ihrem Anspruch auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen unabhängigen Staates festhalten.

Welche Lösungen werden im Nahostkonflikt diskutiert?

Zwei-Staaten-Lösung

Die Zwei-Staaten-Lösung steht bereits seit Jahrzehnten im Raum und gilt als das international am breitesten anerkannte Ziel. Dabei soll ein unabhängiger palästinensischer Staat friedlich Seite an Seite mit Israel existieren. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach sich wiederholt für diese Lösung aus und betonte, dass sie "einen dauerhaften Waffenstillstand und eine Stabilisierung des Gazastreifens" ermöglichen könne.

Frankreich und Saudi-Arabien organisierten bereits verschiedene Konferenzen zur Förderung dieser Lösung. Die Umsetzung bleibt aber schwierig: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lehnt eine Zwei-Staaten-Lösung ab, ebenso wie die Hamas. Laut Umfragen lehnt inzwischen eine Mehrheit sowohl der Palästinenser:innen als auch der Israelis die Zwei-Staaten-Lösung ab.

Eine Zwei-Staaten-Lösung ist die beste Hoffnung der Menschheit, den Kreislauf der Gewalt im Nahen Osten zu durchbrechen und den Konflikt, das Leid und den Hunger in Gaza zu beenden.

Australiens Premierminister Anthony Albanese im August 2025

Trump-Friedensplan für den Nahostkonflikt

US-Präsident Donald Trump legte am Rande der UN-Generalversammlung am 24. September 2025 einen 21-Punkte-Plan vor, der folgende Elemente umfasst:

  • Eine dauerhafte Waffenruhe

  • Freilassung der Geiseln

  • Schrittweiser Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen

  • Eine Regierung des Gazastreifens ohne Beteiligung der Hamas

  • Verzicht Israels auf Annexion von Teilen des Westjordanlands oder Gazastreifens

Einstaatenlösung und Dreistaatenlösung

Bei der Einstaatenlösung soll aus Israel, dem Westjordanland und dem Gazastreifen ein einheitlicher Staat werden. Hier würden Jüd:innen, Christ:innen und Araber:innen mit denselben Rechten und Pflichten zusammenleben. Diese Lösung wird aber von beiden Parteien abgelehnt.

Bei der Dreistaatenlösung soll die Kontrolle des Westjordanlands an Jordanien abgegeben werden und der Gazastreifen an Ägypten gehen. Die Aufteilung von Israel sowie zwei palästinensischen Staaten im Westjordanland und im Gazastreifen zählt ebenfalls zu dieser Variante. Auch wenn dieses Szenario immer wieder in Erwägung gezogen wird, gilt: Die Zweistaatenlösung ist die vorherrschende Option für ein Ende des Nahostkonflikts.

FAQ: Nahostkonflikt

Israel erhält im Nahostkonflikt Unterstützung von mehreren Staaten und Bündnispartnern, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Einschränkungen:
USA: Die Vereinigten Staaten sind Israels engster Verbündeter. US-Präsident Donald Trump sprach von "völliger Einigkeit" zwischen beiden Ländern. Die USA unterstützen Israel militärisch und politisch und auch im aktuellen Iran-Krieg hat sich das US-Militär Israel angeschlossen.
NATO und europäische Staaten: NATO-Generalsekretär Mark Rutte forderte europäische Verbündete auf, die USA und Israel im Iran-Krieg zu unterstützen, etwa durch Logistik und Zugangsrechte.
Deutschland: Steht grundsätzlich an der Seite Israels. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, Deutschland unterstütze Israel bei seiner Verteidigung. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt äußerte Zustimmung zu Israels Angriffen auf das iranische Atomprogramm und betonte, Deutschland werde weiterhin alles tun, um Israels Existenz zu sichern.
Tschechien: Gilt als einer der engsten Verbündeten Israels innerhalb der EU. Regierungschef Petr Fiala zeigte Verständnis für Maßnahmen gegen das iranische Atom- und Raketenprogramm.
Einschränkungen: Gleichzeitig gibt es Grenzen der Unterstützung. Die deutsche Bundesregierung kündigte einen teilweisen Stopp von Rüstungsexporten an Israel an, die im Gaza-Krieg eingesetzt werden könnten, mit Verweis auf die humanitäre Lage im Gazastreifen.

Der Nahostkonflikt zwischen Israelis und Palästinensern reichen bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück, als die Region noch unter osmanischer beziehungsweise später britischer Herrschaft stand. Seitdem prägt dieser Konflikt die gesamte Region des Nahen Ostens und hat immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt.

Palästina wird im Nahostkonflikt von einer wachsenden Zahl staatlicher und nichtstaatlicher Akteure unterstützt, allerdings in sehr unterschiedlicher Form:
Staatliche Anerkennung: Mehrere westliche Staaten erkannten Palästina als Staat an oder kündigten an, dies zu tun. Im September 2025 hätten Großbritannien, Kanada und Australien als erste G7-Länder eine formale Anerkennung ausgesprochen. Frankreich habe kurz darauf bei einer UN‑Konferenz nachgezogen, Portugal hat sich ebenfalls angeschlossen. Auch Belgien, Neuseeland, Luxemburg und San Marino hätten angekündigt, Palästina anerkennen zu wollen. Insgesamt hätten weltweit knapp 150 der 193 UN‑Mitgliedstaaten einen palästinensischen Staat anerkannt. Mit Frankreich, Großbritannien, Russland und China hätten vier der fünf ständigen Mitglieder des UN‑Sicherheitsrates diesen Schritt vollzogen – die USA nicht.
Begründung der Unterstützung: Die unterstützenden Staaten begründeten ihre Entscheidungen mit dem Ziel, die Zweistaatenlösung zu erhalten und auf die dramatische humanitäre Lage im Gazastreifen zu reagieren. Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte demnach, man handle, um die Chance auf Frieden und eine Zweistaatenlösung zu wahren.
Deutsche Haltung: Deutschland unterstützt Palästina nicht durch eine staatliche Anerkennung. Die Bundesregierung lehnt dies derzeit ab und sieht ihn als einen möglichen letzten Schritt im Rahmen eines ausgehandelten Friedensprozesses.
Zivilgesellschaftliche Unterstützung: In Deutschland engagierten sich zudem aktivistische Gruppen für die palästinensische Sache. So haben Pro‑Palästina‑Aktivist:innen der Gruppe "Peacefully against Genocide" im November 2025 die Fassade des Kanzleramts beschmiert, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen.

Nach dem Ersten Weltkrieg fiel die Region Palästina unter britische Verwaltung. 1917 hatte London den Jüd:innen eine "nationale Heimstätte" versprochen, zugleich aber auch den Araber:innen Unterstützung zugesagt. Versuche, beide Nationalbewegungen in einem Staat zu vereinen, scheiterten an zunehmender Gewalt. Die Ermordung von sechs Millionen Jüd:innen durch Nazi-Deutschland während des Holocausts verstärkte die Überzeugung, dass die Einrichtung eines jüdischen Staates als "sicherer Hafen" unerlässlich war. 1947 beschlossen die Vereinten Nationen die Teilung Palästinas: Israel für die Jüd:innen, Palästina für die Araber:innen. Die arabische Seite lehnte den Plan jedoch ab. Die Jüd:innen gründeten daraufhin 1948 den Staat Israel. Unmittelbar danach griffen die Nachbarländer Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien den jungen Staat an, doch verloren. Der erste Nahostkrieg führte zur Flucht und Vertreibung von mehr als 700.000 Palästinenser:innen. Hunderttausende weitere folgten im Sechstagekrieg 1967, heute als "Naksa" (Rückschlag) bezeichnet. Der Konflikt bleibt bis heute ungelöst, wobei strittige Fragen zum Grenzverlauf, dem künftigen Status von Jerusalem, zum Schicksal von Flüchtlingen aus vergangenen Kriegen und Vertreibungen sowie die Zukunft israelischer Siedlungen in palästinensischen Gebieten weiterhin zentrale Streitpunkte darstellen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Tagesschau.de: "Wenn Hoffnung und Sorgen aufeinandertreffen"

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: "Der Nahostkonflikt"

Bundeszentrale für politische Bildung: "31.10.1956: Suezkrise"

Bundeszentrale für politische Bildung: "Nahostkonflikt"

Deutschlandfunk: "Siedlerbewegung Israels"

RedaktionsNetzwerk Deutschland: "Szenarien für den Gazastreifen"

Statista: "Israelische Bevölkerung im Westjordanland/Opferzahlen im Terrorkrieg Hamas gegen Israel"

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