US-Bezahldienst
Übernahme von PayPal? Investoren bieten 60,50 Dollar je Aktie
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von Michael Reimers:newstime
Milliarden-Angebot: PayPal vor dem Verkauf?
Videoclip • 01:42 Min • Ab 12
Der angeschlagene Zahlungsdienstleister PayPal soll ein Übernahmeangebot erhalten, bisher jedoch noch nicht reagiert haben. Die Milliarden-Offerte ist Insidern zufolge vom US-Konkurrenten Stripe gemeinsam mit dem Finanzinvestor Advent International unterbreitet worden.
Das Wichtigste in Kürze
Der US-Bezahldienst PayPal soll ein Übernahmeangebiot erhalten haben.
Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider.
Demnach wurden PayPal 60,50 Dollar je Aktie geboten.
Der US-Zahlungsdienstleister PayPal hat nach Angaben von Insidern ein Übernahmeangebot seines Konkurrenten Stripe und des Finanzinvestors Advent International erhalten. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Beide Unternehmen unterbreiteten demnach Anfang Juli ein gemeinsames Angebot von 60,50 US-Dollar je Aktie, erklärten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Offerte bewerte PayPal mit mehr als 53 Milliarden US-Dollar, was einem Aufschlag von rund 28 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag (14. Juli) entspricht. Eine erste Kontaktaufnahme soll es den Insidern zufolge bereits Anfang April gegeben haben. Bislang hätten die Bieter jedoch keine Antwort von PayPal erhalten. Eine Stellungnahme lehnten sowohl Stripe und Advent als auch PayPal ab.
PayPal befindet sich Reuters zufolge in einer Phase der Schwäche. Der Konzern gilt als einer der Pioniere bei digitalen Zahlungen. In den vergangenen Jahren verlor PayPal wegen der zunehmenden Konkurrenz jedoch massiv an Boden, insbesondere durch Anbieter wie Apple Pay und Google Pay. Der Börsenwert des Unternehmens lag auf dem Höhepunkt der Pandemie 2021 noch bei rund 360 Milliarden US-Dollar. In diesem Jahr fiel er zeitweise auf ein Tief von 36 Milliarden US-Dollar. Die Aktie büßte allein in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 40 Prozent ihres Werts ein. Im ersten Quartal 2026 übertraf PayPal die Markterwartungen jedoch mit einem Umsatzplus von sieben Prozent auf 8,35 Milliarden US-Dollar.
Auch in den News:
Bekommt PayPal die Kurve noch?
Der erst seit März amtierende Konzernchef von PayPal, Enrique Lores, versucht dem Bericht zufolge, den Druck auf PayPal mit einer umfassenden Sanierung zu mildern. Im April teilte der CEO demnach das operative Geschäft in drei Einheiten auf: die Bereiche Checkout, den Privatkunden-Dienst Venmo sowie Zahlungen und Kryptowährungen. Zudem kündigte Lores im Mai an, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Abläufe zu verschlanken. Dies werde in den nächsten zwei bis drei Jahren Einsparungen von rund 1,5 Milliarden US-Dollar bringen. Dieses Geld soll in neues Wachstum reinvestiert werden.
Die PayPal-Übernahme würde sich Reuters zufolge als ein weiterer Höhepunkt in eine Welle von Fusionen und Übernahmen in der globalen Zahlungsbranche einreihen. Wegen des rasanten technologischen Wandels und des Aufstiegs künstlicher Intelligenz suchen die Unternehmen demnach zunehmend nach Größe durch Zukäufe. Da das traditionelle Geschäft mit der Zahlungsabwicklung langsamer wachse, strebten sie zudem nach einem Engagement in schneller wachsenden Segmenten wie etwa grenzüberschreitende Zahlungen und im Firmenkunden-Geschäft.
Internationale Zahlungsbranche verzeichnet massiven Umbruch
Als Beispiel führt Reuters Worldpay an, der im laufenden Jahr von seinem Rivalen Global Payments für 24,25 Milliarden US-Dolla übernommen worden war. Zudem habe es eine Reihe kleinerer Transaktionen gegeben, wie die Übernahme von Payoneer Global durch die kanadische Firma Nuvei für 2,75 Milliarden US-Dollar.
Beim Übernahme-Poker um PayPal haben sich mit Stripe und Advent ein strategischer Konkurrent und ein erfahrener Finanzinvestor zusammengetan, heißt es weiter. Stripe mit Hauptsitzen in San Francisco und Dublin ist bisher nicht an der Börse, gilt jedoch als eines der wertvollsten Unternehmen der Branche. Bei einer Finanzierungsrunde im Februar wurde Stripe mit 159 Milliarden US-Dollar bewertet. Das Unternehmen bietet Firmen die Abwicklung von Zahlungen an und automatisiert Finanzprozesse. Nach Informationen der Insider beabsichtigen Stripe und Advent, PayPal je zur Hälfte zu übernehmen. Es lägen Finanzierungszusagen von Banken in Höhe von etwa 50 Milliarden US-Dollar vor, die die Offerte absichern.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur Reuters
Bild.de: "Zwei Investoren machen Angebot: Milliarden-Poker um PayPal!"
T-Online.de: "Angebot liegt vor: PayPal steht offenbar vor Verkauf"
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