Politisches Lied?

WM-Eklat? Argentinien heizt England-Duell mit Falklandkrieg-Song an – das steckt dahinter

Veröffentlicht:

von Emre Bölükbasi

ran Fußball

WM 2026: Fan-Prügelein bei England vs. Argentinien

Videoclip • 01:29 Min


Vor dem WM-Halbfinale gegen England sorgen Falkland-Gesänge Argentiniens für Wirbel. Hinter dem Song steckt ein jahrhundertealter Streit um die Inselgruppe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Argentiniens Nationalspieler sorgen vor dem WM-Halbfinale gegen England mit einem Falkland-Gesang für Diskussionen.

  • Hinter den "Malvinas"-Rufen steckt ein jahrhundertealter Konflikt um die Inselgruppe im Südatlantik.

  • Warum der Streit bis heute politisch und emotional aufgeladen ist.

Die Stimmung kocht schon Tage vor dem Anpfiff hoch: Vor dem WM-Halbfinalkracher gegen England sorgt Argentiniens Nationalteam mit einem politischen Gesang für Aufsehen.

In den sozialen Medien kursieren Videos, die zeigen, wie einige Spieler nach dem Viertelfinal-Sieg gegen die Schweiz in der Kabine "Für die Malvinas, für Diego, für Leos letzte WM" singen. Mit "Malvinas" sind die Falklandinseln gemeint – eine Inselgruppe, um die Argentinien und England vor Jahrzehnten einen Krieg führten.

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Anspielung auf monatelangen Krieg

Der Hintergrund ist hochemotional – und reicht weit über den Fußball hinaus. 1982 eskalierte der Streit um die Falklandinseln im Südatlantik militärisch: Die Inselgruppe stand damals unter britischer Kontrolle, wurde aber seit Jahrzehnten auch von Argentinien beansprucht.

Argentinische Truppen besetzten das Gebiet Anfang April, Großbritannien reagierte mit einer groß angelegten Militärmission zur Rückeroberung. Nach rund zehn Wochen Krieg kapitulierte Argentinien.

Etwa 900 Menschen starben laut der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), darunter mehr als 630 argentinische und über 250 britische Soldaten. Bis heute gilt der Krieg in beiden Ländern als historisch prägend.


Jahrhundertealter Streit zwischen Argentinien und Großbritannien

Der Konflikt um die Inseln reicht allerdings noch viel weiter zurück. Frankreich, Spanien, Großbritannien und später Argentinien erhoben über Jahrhunderte Ansprüche auf das abgelegene Archipel.

Der argentinische Name "Islas Malvinas" leitet sich von der französischen Bezeichnung "Îles Malouines" ab – benannt nach Seeleuten aus der Hafenstadt Saint-Malo, die zu den ersten bekannten Siedler:innen gehörten.

Die erste Siedlung entstand 1764 unter französischer Herrschaft auf Ostfalkland. Der Name "Falkland" wiederum geht auf den britischen Seefahrer John Strong zurück, der 1690 eine Meerenge nach dem Politiker Viscount Falkland benannte. Seit 1833 stehen die Inseln unter britischer Kontrolle, Argentinien erkennt diese bis heute nicht an.

FIFA geht wohl nicht gegen Gesang vor

Politische Gesänge, Parolen und Transparente innerhalb der Turnierstätten sind laut den Regeln der FIFA grundsätzlich streng untersagt. Dass die Gesänge jetzt ausgerechnet vor einem England-Spiel auftauchen, macht die Sache zusätzlich brisant.

Einem Bericht der "Daily Mail" zufolge hat sich der Verband in diesem Fall aber entschieden, keine Maßnahmen gegen Argentinien zu ergreifen. Auf eine diesbezügliche Nachfrage soll die FIFA allerdings nicht reagiert haben.

Die "Malvinas" gelten in Argentinien bis heute als nationales Symbol. Genau deshalb vermischen sich bei Spielen gegen England häufig Fußball, Geschichte und Patriotismus – eine Rivalität, die spätestens seit Diego Maradonas legendärer WM von 1986 tief im kollektiven Gedächtnis beider Länder verankert ist.


Verwendete Quellen:

bpb: "Vor 40 Jahren: Ende des Falklandkriegs"

Daily Mail: "FIFA will NOT take action against Argentina"

X: @TouchmineX

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