Verbraucherorganisation

Was macht Stiftung Warentest eigentlich nach den Tests mit den Produkten?

Veröffentlicht:

von Claudia Frickel

:newstime

So prüft Stiftung Warentest Produkte

Videoclip • 01:35 Min • Ab 12


35.000 Produkte nimmt die Stiftung Warentest jedes Jahr unter die Lupe. Die Tablets, Staubsauger, Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen landen danach nicht auf dem Müll – sie bekommen ein zweites Leben.

Hinter den Tests der Stiftung Warentest steckt ein aufwendiger Prozess: Geräte werden gekauft, gründlich untersucht und anschließend bewertet. Über 9.000 Tests hat die unabhängige Verbraucherorganisation seit ihrer Gründung in den 1960er-Jahren schon durchgeführt. Bei den meisten davon handelt es sich um die Überprüfung von Waren, der Rest sind Dienstleistungen.

Die Artikel und Geräte müssen bei den Tests einiges überstehen: Schließlich sollen Kund:innen am Ende wissen, ob die Dinge ihren Preis wert sind. Wenn die Geräte die Tests unbeschadet überstanden haben, entsorgt die Stiftung sie nicht einfach. Was viele nicht wissen: Viele der geprüften Produkte landen stattdessen bei einem Auktionshaus.

Wer sich dafür interessiert, kann online mitbieten – und womöglich ein Schnäppchen machen. Die Käufer:innen wissen außerdem, dass die Waren bereits einen intensiven Check hinter sich haben.


So laufen die Auktionen ab

Vier- bis sechsmal im Jahr finden Versteigerungen im Auftrag der Warentester:innen statt. Aktuell kommen unter anderem Kopfhörer, E-Book-Reader, Balkonkraftwerke, Smartphones, externe Festplatten und Fernseher unter den Hammer. Diese Auktion läuft bis Dienstag, 14. Juli.

Ein paar Haken gibt es aber: Möchte ein:e Interessent:in einen Gegenstand vorher ansehen, ist eine Reise zum Auktionshaus in Berlin notwendig. Wer den Zuschlag bekommt, muss das Gerät an bestimmten Tagen dort abholen. Es gibt jedoch Abholdienste, die die Waren nach Hause liefern. Informationen zu aktuellen und zu kommenden Auktionen findest du bei der Stiftung Warentest. Die nächste Versteigerung findet vom 25. bis 29. September 2026 statt, eine weitere folgt vom 27. November bis 1. Dezember 2026.

Auch in den News:

Warum die Stiftung Warentest selbst einkauft

Bei den versteigerten Geräten handelt es sich um solche, die ganz normal im Handel zu haben sind. Die Stiftung Warentest bekommt sie nicht von den Herstellern gestellt, sondern kauft sie anonym und zu den gleichen Bedingungen wie Verbraucher:innen ein. Die Einkäufer:innen gehen in Groß- und Supermärkte sowie Kaufhäuser und zahlen bar oder mit Kreditkarten, die nicht der Stiftung zuzuordnen sind.

Das ist wichtig für die Unabhängigkeit der Tests. Die Firmen sollen nicht wissen, welche Modelle geprüft werden, und keine speziell ausgewählten Geräte zur Verfügung stellen können. Nur so kann die Stiftung Warentest möglichst realistisch zeigen, welche Qualität Kund:innen bekommen.


Verwendete Quellen:

Newstime: "Stiftung Warentest: Wer steckt eigentlich hinter der Institution?"

Mehr entdecken