Küsten unter Druck

Mallorcas Strände verlieren Sand – jetzt soll eine Studie helfen

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

Sorge auf Mallorca – mehrere Strände verlieren Sand. (Archivmaterial)

Bild: Clara Margais/dpa


Auf Mallorca schrumpfen mehrere Strände spürbar. In Alcúdia, Muro, Can Picafort und an der Playa de Palma soll nun mit Studien und neuen Maßnahmen gegengesteuert werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Bucht von Alcúdia sowie an der Playa de Palma verliert Mallorca spürbar Sand, während sich im Hafen von Alcúdia Sedimente ansammeln.

  • Behörden, Gemeinden, Forschende und Hotelverbände wollen die Ursachen nun gemeinsam untersuchen und Maßnahmen koordinieren.

  • Der Sandverlust gilt nicht nur als Umweltproblem, sondern auch als Risiko für Tourismus, Küstenschutz und Hafensicherheit.

Mallorcas Strände stehen zunehmend unter Druck. Besonders in der Bucht von Alcúdia sowie an der Playa de Palma wird der Sandverlust immer sichtbarer. Das berichten das "Mallorca-Magazin" und "t-online". Für Urlauber:innen bedeutet das weniger Platz am Meer. Für Behörden und Tourismusbranche geht es längst um mehr: um Küstenschutz, Sicherheit und die Zukunft wichtiger Ferienregionen.

Die Lage an der Playa de Palma ist an manchen Stellen schon deutlich zu sehen. In der Nähe der Porciúncula blieben "stellenweise gerade einmal vier Meter" Strand übrig. Auch in der Bucht von Alcúdia, vor allem an den Stränden von Muro und Can Picafort, verschwindet Sand. Gleichzeitig sammelt er sich im Hafen von Alcúdia, was dort häufiger Ausbaggerungen nötig macht und bereits zu einzelnen Strandungen von Booten geführt haben soll.

Studie und Arbeitsgruppe sollen Lösungen vorbereiten

Als Ursachen gelten laut den Berichten sowohl der Klimawandel als auch menschliche Eingriffe. An der Playa de Palma begann der Rückgang schon in den 1960er-Jahren mit der Bebauung der Küste und dem Bau der Sporthäfen von Can Pastilla und s’Arenal. Die Hafenanlagen hätten die natürliche Strömung verändert – und damit auch den Sandtransport entlang der Küste.

In der Bucht von Alcúdia reagieren Behörden und Einrichtungen nun mit einem gemeinsamen Vorgehen. Nach Angaben des "Mallorca-Magazins" wollen mehrere Ministerien, der Inselrat, die Gemeinden Alcúdia, Muro und Santa Margalida, wissenschaftliche Institute sowie Hotelverbände ihre Maßnahmen künftig enger abstimmen. Vorbild ist das Projekt LifeAdapt, das in Cala Millor bereits mit städtebaulichen und ökologischen Mitteln gegen Sandverlust arbeitet.

Auch in den News:

Küstenschutz betrifft auch Tourismus und Häfen

Geplant ist zunächst eine umfassende Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Bucht. Danach sollen konkrete Schritte folgen. Das Ziel sei, die ursprüngliche Form der Küste "so weit wie möglich wiederherzustellen" und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit des Hafens zu sichern, berichtet das "Mallorca-Magazin". Die beteiligten Stellen sprechen demnach von einer "koordinierten, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Reaktion".

Auch an der Playa de Palma soll genauer geforscht werden. Die Stadt Palma lässt die Küstendynamik auf dem rund fünf Kilometer langen Abschnitt zwischen den Yachtclubs von Can Pastilla und s’Arenal wissenschaftlich untersuchen. Dafür sind dem Bericht zufolge 16.000 Euro eingeplant. Ziel sei es, die Ursachen der Erosion genauer zu belegen, bevor über weitere Maßnahmen entschieden wird.

Die Entwicklung ist für Mallorca heikel. Millionen Urlauber:innen kommen jedes Jahr wegen der Strände auf die Insel. Wenn diese schmaler werden, betrifft das nicht nur den Komfort am Meer, sondern auch die touristische Attraktivität, die ökologische Stabilität der Küste und den Betrieb der Häfen. Noch sind keine schnellen Lösungen in Sicht – aber die Behörden haben das Problem nun sichtbar auf die politische und wissenschaftliche Agenda gesetzt.


Verwendete Quellen:

Mallorca Magazin: "Immer weniger Sand an den Stränden von Muro und Can Picafort: So sollen die Mallorca-Playas gerettet werden"

t-online: "Mallorcas Strände verlieren ihren Sand"

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