Infrastruktur im Visier

NATO-Land wappnet sich gegen Hybrid-Attacken aus Russland

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Insider: Putin will Ukraine-Krieg ausweiten

Videoclip • 01:10 Min • Ab 12


NATO-Staat Litauen sieht sich wachsender Bedrohung durch Russland ausgesetzt. Präsident Nauseda fürchtet Angriffe auf die Infrastruktur und will Sicherheitsmaßnahmen ausbauen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Litauen fürchtet russische Angriffe auf Energie- und Verkehrsanlagen.

  • Laut Präsident Nauseda liegen entsprechende Geheimdienstinformationen vor.

  • Der baltische Staat ist besonders gefährdet, da er an die russische Enklave Kaliningrad und Moskaus Verbündeten Belarus grenzt.

Das NATO-Mitglied Litauen hat seinem Präsidenten Gitanas Nauseda zufolge Geheimdienstinformationen über russische Pläne für Angriffe auf die Infrastruktur. Vorsorglich werde die Sicherheit an Energie- und Verkehrsanlagen verschärft, sagte Nauseda in einem am Mittwoch (15. Juli) veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur BNS.

Er habe keine Informationen darüber, wann oder wo die Angriffe geplant seien. "Wir haben solche Signale, die wir von unseren (Geheim-)Diensten erhalten", sagte Nauseda. "Sie nennen weder einen klaren Ort noch eine Zeit, weil der Gegner seine Planung noch nicht abgeschlossen hat und wir nur von der Planung oder dem Ziel wissen."


Litauen sieht Infrastruktur durch Russland gefährdet

Es könne sich um verschiedene Mittel handeln, die darauf abzielten, kritische Infrastruktur physisch zu beschädigen. "Alles, was den Betrieb dieser Anlagen beeinträchtigt." Nauseda sagte in dem Interview nicht ausdrücklich, dass sein Land das Ziel sei. Allerdings hatte das Nachbarland Polen kürzlich erklärt, westliche Geheimdienste seien besorgt über das Risiko russischer Angriffe auf polnisches und baltisches Territorium. Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist das Verhältnis des NATO-Bündnisses zu Moskau äußerst angespannt.

Litauen liegt beim NATO-Ziel an der Spitze

Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad sowie an den russischen Verbündeten Belarus. Litauen hat seine Verteidigungsausgaben seit der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 verdreifacht. Beim NATO-Ziel, 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung auszugeben, liegt das baltische Land mit geschätzten 5,33 Prozent an der Spitze des Bündnisses.

Zum Schutz vor möglichen russischen Angriffen wird Deutschland in Litauen eine Bundeswehrbrigade stationieren. Der Aufbau der rund 4.800 Soldat:innen starken Truppe soll vermutlich bis 2027 abgeschlossen sein.

Die Regierung von Kreml-Machthaber Wladimir Putin weist immer wieder Vorwürfe zurück, Sabotageakte oder andere Angriffe auf Länder außerhalb der Ukraine zu planen oder auszuführen. Nachweislich kommt es aber immer wieder zu russischen Provokationen entlang der Grenze zur NATO. Erst am Dienstag hatten polnische Kampfjets ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Iljuschin Il-20 dicht vor der Ostseeküste Polens abgefangen.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur Reuters

Nachrichtenagentur dpa

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