Knapp drei Jahrzehnte ohne Einsatz
Satellitenbilder zeigen Rückkehr von Russlands Atomkreuzer
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval:newstime
Schattenflotte im Fokus: Russland diskutiert Sprengstoff auf Öltankern
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Nach fast drei Jahrzehnten ohne Einsatz kehrt der russische Atomkreuzer Admiral Nakhimov offenbar in den aktiven Dienst zurück. Satellitenbilder aus Severomorsk weisen auf erste Tests hin. Die Rückkehr des modernisierten Kriegsschiffs sorgt angesichts seiner Stationierung nahe der NATO-Grenze für Unbehagen.
Das Wichtigste in Kürze
Russland hat den Atomkreuzer Admiral Nakhimov nach fast 30 Jahren wieder aktiviert.
Satellitenbilder sollen erste Tests des Kriegsschiffs in Severomorsk zeigen.
Der Standort nahe der NATO-Grenze gilt als strategisch besonders wichtig.
Russland hat seinen atomgetriebenen Raketenkreuzer Admiral Nakhimov nach einer jahrzehntelangen Modernisierung offenbar wieder in den aktiven Flottendienst zurückgebracht. Das Kriegsschiff kehrte in den Marinestützpunkt Severomorsk nordöstlich von Murmansk zurück. Medienberichten zufolge gilt der rund 40 Jahre alte Kreuzer inzwischen wieder als einsatzbereit. Besonders aufmerksam verfolgen westliche Beobachter:innen die Entwicklung wegen der Lage des Hafens: Severomorsk befindet sich an der Barentssee und liegt unweit der finnischen NATO-Grenze.
Satellitenaufnahmen sollen Erprobungen zeigen
Neue Satellitenbilder sollen darauf hindeuten, dass die Admiral Nakhimov in den vergangenen Wochen erste Tests im Hafengebiet durchgeführt hat. Darüber berichtet die norwegische Plattform "The Barents Observer". Norwegische Expert:innen hätten das Schiff eindeutig identifiziert. Die umfangreiche Modernisierung des Kreuzers zog sich demnach über viele Jahre hin.
Eines der größten Kriegsschiffe der russischen Marine
Die Admiral Nakhimov zählt zu den größten Überwasserkampfschiffen der russischen Marine. Der atomgetriebene Raketenkreuzer wurde am 25. April 1986 vom Stapel gelassen und ist rund 251 Meter lang. Voll beladen verdrängt das Schiff etwa 28.000 Tonnen. An Bord finden rund 700 Besatzungsmitglieder Platz. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei bis zu 32 Knoten, was etwa 59 Kilometern pro Stunde entspricht.
Severomorsk ist das Zentrum der Nordflotte
Der Heimathafen Severomorsk gilt als wichtigster Marinestandort Russlands. Er liegt in der Kola-Bucht und dient als Hauptquartier der russischen Nordflotte. Die geografische Lage verschafft der Marine einen entscheidenden Vorteil: Trotz der Position nördlich des Polarkreises bleibt die Bucht nach Angaben des "Military Watch Magazine" das ganze Jahr über eisfrei. Verantwortlich dafür ist die warme Nordatlantikströmung. Dadurch können russische Kriegsschiffe schnell in die Barentssee und von dort weiter in den Nordatlantik auslaufen.
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Wichtige Rolle für Russlands Abschreckung
Die Region besitzt für Russland auch strategische Bedeutung. Nach Angaben des "Military Watch Magazine" befinden sich in der Umgebung wichtige Stützpunkte für ballistische Raketen-U-Boote. Sie sind ein zentraler Bestandteil der russischen nuklearen Abschreckung.
Vor diesem Hintergrund dürfte auch die Admiral Nakhimov eine wichtige Aufgabe übernehmen. Der Kreuzer ist darauf ausgelegt, andere Schiffe durch Luftabwehr, U-Boot-Abwehr und den Kampf gegen Seeziele zu schützen.
Bereits während des Kalten Krieges war die russische Nordflotte unter anderem dafür vorgesehen, NATO-Flugzeugträgerverbände zu bekämpfen und die eigenen strategischen U-Boot-Gebiete abzusichern.
Verwendete Quellen:
Focus Online: "Satellitenbilder zeigen: Russland reaktiviert Atomkreuzer"
Express: "Russlands Atom-Monster ist wieder im Einsatz"
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