E-Autos boomen

Deutscher Automarkt: Ein Hersteller überholt fast alle

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Der deutsche Automarkt zieht im ersten Halbjahr an – und schreibt dabei gleich mehrere Überraschungsgeschichten: Ein chinesischer Hersteller verdrängt Traditionsmarken, eine VW-Tochter wird zur neuen Nummer zwei.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der deutsche Automarkt legte im Juni 2026 um 15,7 Prozent zu – im gesamten ersten Halbjahr wurden 1,48 Millionen Neuwagen zugelassen.

  • China-Gigant BYD überholt im Juni Toyota, Peugeot und Volvo mit einem Zulassungsplus von 273,7 Prozent.

  • Skoda wird zur neuen Nummer zwei hinter VW und überholt erstmals BMW und Mercedes.

Der deutsche Automarkt hat im Juni 2026 deutlich zugelegt. Laut der aktuellen Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wurden im vergangenen Monat 296.378 Neuwagen zugelassen – ein Plus von 15,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr 2026 kamen insgesamt 1.484.393 Neuwagen auf die Straße, 5,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hinter diesen Zahlen verbergen sich jedoch bemerkenswerte Verschiebungen bei den Kräfteverhältnissen: Wer die Gewinner und Verlierer des ersten Halbjahres sind, zeigt ein genauer Blick in die Statistik.


BYD überholt Toyota in Deutschland

Die größte Überraschung des Monats liefert der chinesische Elektroautohersteller BYD. Mit 6.259 verkauften Fahrzeugen verzeichnet die Marke im Juni ein Zulassungsplus von 273,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit zieht BYD an mehreren etablierten Herstellern vorbei – darunter der weltgrößte Autobauer Toyota mit 6.072 verkauften Fahrzeugen (minus 20,5 Prozent), Peugeot mit 5.810 Fahrzeugen sowie Volvo mit 5.367 Fahrzeugen (minus 7,6 Prozent).

BYD ist dabei nicht allein: Auch andere chinesische Marken legen massiv zu. Leapmotor verzeichnet mit 2.662 verkauften Fahrzeugen ein Plus von 366,2 Prozent, MG Roewe legt um 87,5 Prozent auf 3.974 Fahrzeuge zu, und Xpeng erreicht mit 922 Einheiten ein Plus von 284,2 Prozent. In der Halbjahresbilanz steht BYD sogar bei einem Plus von 315,2 Prozent – der stärkste Zuwachs aller Marken im gesamten ersten Halbjahr.

Auch in den News:

Skoda wird neue Nummer zwei – vor BMW und Mercedes

Die größte Überraschung des Halbjahres insgesamt gelingt jedoch der tschechischen VW-Tochter Skoda. Mit 128.218 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 8,6 Prozent sicherte sich Skoda in den ersten sechs Monaten den zweiten Platz im deutschen Gesamtmarkt – und zog damit an BMW (126.766 Fahrzeuge, 8,5 Prozent) und Mercedes (125.960 Fahrzeuge, 8,5 Prozent) vorbei. Im Juni unterstrich Skoda diese Position eindrucksvoll: Mit 24.963 Neuzulassungen und einem Plus von 23,5 Prozent überholten die Tschechen die Schwestermarke Audi (19.097 Einheiten) deutlich.

Unangefochtene Nummer eins bleibt Volkswagen: Die Kernmarke kommt im Juni auf 51.058 Neuzulassungen und hält im Halbjahr einen Marktanteil von 18,4 Prozent.

Elektroautos auf Rekordkurs

Ein weiterer Trend dominiert die Halbjahresbilanz: der Boom bei Elektroautos. Im Juni wurden 84.057 rein elektrische Neuwagen zugelassen – ein Plus von 78,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Ihr Anteil am Gesamtmarkt stieg auf 28,4 Prozent. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 legte der Anteil reiner Elektroautos um 48,0 Prozent zu.

Auch Tesla profitiert davon massiv: Die US-Marke verzeichnet im Juni ein Zulassungsplus von 317,6 Prozent – im Halbjahr sogar 224,6 Prozent. Gleichzeitig verlieren die klassischen Antriebe weiter an Boden: Benziner verzeichnen im Juni ein Minus von 16,8 Prozent, Diesel ein Minus von 5,1 Prozent. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß neu zugelassener Pkw sank im Juni auf 92,6 Gramm pro Kilometer – ein Rückgang von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.


Verlierer und Kuriositäten am Rande

Nicht alle Hersteller profitieren vom Aufschwung. Opel verzeichnet im Juni einen Rückgang von 14,8 Prozent, Porsche ein Minus von 3,6 Prozent. Der einstige Elektropionier Nio kommt im Juni auf gerade einmal drei verkaufte Fahrzeuge – ein Minus von 81,3 Prozent, im gesamten ersten Halbjahr hatte er lediglich 15 Verkäufe. Der insolvente US-Hersteller Fisker verzeichnet im Juni kein einziges neu zugelassenes Fahrzeug mehr.


Verwendete Quellen:

Pressemitteilung Kraftfahrt-Bundesamt

t-online: "Die größte Überraschung auf Deutschlands Automarkt"

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