"Wegwerfagenten" gestoppt
Anschlag in Deutschland vereitelt: Putin weitet hybriden Kampf aus
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Putins Plan für Kiew-Einnahme enthüllt
Videoclip • 01:21 Min • Ab 12
An der serbisch-ungarischen Grenze haben Spezialkräfte zwei mutmaßliche russische Geheimdienstagenten gestoppt – im Gepäck ein Sprengstoff, das Ziel: offenbar ein Rüstungsstandort in Deutschland.
Das Wichtigste in Kürze
Serbische Spezialkräfte haben Anfang Juni zwei mutmaßliche russische Geheimdienstagenten mit einem Sprengsatz gestoppt.
Ziel soll ein Rüstungsstandort in Deutschland gewesen sein, der die Ukraine unterstützt.
Die Festnahme reiht sich in eine wachsende Serie von Fällen russischer Geheimdienstaktivitäten in Deutschland ein.
Putin-Agenten planten Anschlag auf deutsches Rüstungsunternehmen
Ein neuer Fall alarmiert Deutschlands Sicherheitsbehörden: Anfang Juni haben serbische Spezialkräfte an der serbisch-ungarischen Grenze zwei Männer gestoppt, die mutmaßlich im Auftrag des russischen Geheimdienstes einen Sprengstoffanschlag auf einen Rüstungsstandort in Deutschland planten. Im Gepäck der beiden Männer: ein gefährlicher Sprengsatz.
Nach Informationen von "Bild" könnte das geplante Ziel ein Unternehmen gewesen sein, das für die Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg von Bedeutung ist. Um welches Ziel es konkret ging, ist bislang unklar – die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung. In Deutschland befinden sich mehrere Produktionsstätten für Waffensysteme, die für die Ukraine bestimmt sind.
Bei den Festgenommenen soll es sich um sogenannte "Wegwerfagenten" handeln – also Personen, die von russischen Geheimdiensten für ein vergleichsweise geringes Entgelt für Sabotage- und Anschlagsaufträge angeworben werden und im Falle einer Festnahme für ihre Hintermänner keine unmittelbare Gefahr darstellen. Am vergangenen Mittwoch informierte das Bundesamt für Verfassungsschutz seine Partnerbehörden in deutschen Sicherheitsbehörden über die brisante Festnahme in Serbien. Der gesamte Vorgang unterliegt dem Bericht nach hoher Geheimhaltung – in Länder-Innenministerien spricht man demnach von "einem nicht abgeschlossenen nachrichtendienstlichen Verfahren".
Erster Erfolg für hybrides Abwehrzentrum
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bestätigte den Vorfall bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2025 indirekt. Er berichtete von "Anschlagsplanungen im Bereich eines Sprengstoffanschlags" mit "Zielort Deutschland", die man habe vereiteln können, "indem wir entsprechende Personen, die in Anschlagsvorbereitungen waren, ins Visier genommen haben."
Im Verfassungsschutzbericht selbst formuliert der Minister die Bedrohungslage in deutlichen Worten: "Wir sind regelmäßig Ziel hybrider Angriffe Russlands. Der russische Staat möchte unsere Gesellschaft destabilisieren, unsere Demokratie unterwandern und unsere Unterstützung für die Ukraine unterminieren."
Nach "Bild"-Recherchen ist der vereitelte Anschlagsplan auch ein erster Erfolg des neu gegründeten Abwehrzentrums Hybrid. Das Gemeinsame Zentrum von Bund und Ländern zur Abwehr hybrider Bedrohungen nahm Mitte Juni die Arbeit auf. Hinweise befreundeter Nachrichtendienste sowie eigener deutscher Sicherheitsbehörden sollen maßgeblich zum Zugriff der serbischen Polizei beigetragen haben.
Deutschland regelmäßig in Putins Visier
Der jüngste Vorfall ist kein Einzelfall. In Deutschland häufen sich laut "Bild" die Festnahmen mutmaßlicher russischer Geheimdienstagenten:
Ende April 2026 ließ die Bundesanwaltschaft in Berlin den kasachischen Staatsangehörigen Sergej K. wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit festnehmen. Er soll Informationen zur deutschen Militärhilfe für die Ukraine, zur Rüstungsindustrie und zu möglichen Sabotagezielen an seinen russischen Führungsoffizier übergeben haben.
Im März 2026 begann in Stuttgart der Prozess gegen drei Ukrainer aus dem russisch besetzten Mariupol. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, im Auftrag des russischen Geheimdienstes Transportwege für Paketbomben ausgekundschaftet zu haben.
Im Oktober 2025 verurteilte das Oberlandesgericht München den Deutschen Dieter S. zu sechs Jahren Gefängnis – er soll über Monate hinweg potenzielle Anschlagsziele für den russischen Geheimdienst ausgekundschaftet haben.
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Verwendete Quellen:
Bild: "Jetzt plant Putin Anschläge in Deutschland!"
Nachrichtenagentur dpa
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