Dauer ungewiss
Deutschland vor neuer Hitzewelle: Bis zu 38 Grad möglich
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
Nach Rekordhitze: Steht Deutschland die nächste Hitzewelle bevor?
Videoclip • 01:16 Min • Ab 12
Deutschland muss sich in den kommenden Tagen erneut auf große Hitze einstellen. Wettermodelle deuten verbreitet auf hochsommerliche Temperaturen hin, doch beim weiteren Verlauf des Sommers gibt es noch große Unsicherheiten.
Das Wichtigste in Kürze
In Deutschland steigen die Temperaturen bis zum Wochenende voraussichtlich wieder deutlich an, im Südwesten sind bis zu 35 oder sogar 38 Grad möglich.
Das europäische Wettermodell sieht eine stabile Hochdrucklage mit möglicher Hitzeglocke, während das amerikanische Modell früher Gewitter und Unwetter erwartet.
Sicher scheint derzeit nur der Temperaturanstieg, während die Entwicklung nach dem 14. Juli noch deutlich unsicher ist.
Zu Beginn der neuen Woche zeigt sich das Wetter in Deutschland noch zweigeteilt. Ein Regenband zieht von der Nordsee Richtung Osten und trennt das Land vorübergehend in eine kühlere Nordosthälfte und eine deutlich wärmere Südwesthälfte. Im Nordosten liegen die Temperaturen zunächst nur zwischen 18 und 23 Grad, im Südwesten werden dagegen bereits 23 bis 32 Grad erreicht.
Im weiteren Verlauf der Woche setzt sich aber in immer mehr Regionen wieder warmes bis heißes Sommerwetter durch. Nach den vorliegenden Wetterprognosen steigt die Temperatur laut "t-online" bis zum Wochenende fast überall in Deutschland deutlich an. Besonders im Südwesten strömt heiße Luft aus Frankreich und Spanien ins Land. Grundlage dafür ist ein Hochdruckgebiet über Westeuropa, das zunehmend Einfluss auf Deutschland gewinnt, während sich ein Tief über Skandinavien langsam zurückzieht.
Hitze breitet sich auf ganz Deutschland aus
Mit dem stärkeren Einfluss des Azorenhochs steigen die Temperaturen zum Ende der Woche landesweit an. Auch der Norden bekommt dann die Hitze stärker zu spüren. Dort werden 25 bis 30 Grad erwartet, im äußersten Nordosten meist 20 bis 25 Grad. Am heißesten bleibt es im Südwesten, wo am Freitag und Samstag verbreitet 30 bis 35 Grad möglich sind.
Der Deutsche Wetterdienst rechnet in seiner Zehn-Tage-Vorhersage in einzelnen Regionen ebenfalls mit Höchstwerten bis 35 Grad. Das amerikanische Wettermodell GFS geht laut "t-online" sogar noch weiter und berechnet für Sonntagabend örtlich Temperaturen bis 38 Grad. Gleichzeitig werden auch die Nächte belastender. Vor allem im Süden sind nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells örtlich Tropennächte mit Tiefstwerten zwischen 20 und 24 Grad möglich. Im Norden kühlt es dagegen häufiger noch auf 10 bis 17 Grad ab.
Auch in den News:
Omegahoch könnte Hitze festsetzen
Für Meteorolog:innen ist nun vor allem ein mögliches Omegahoch von Bedeutung. Dabei handelt es sich um eine Wetterlage, bei der ein kräftiges Hochdruckgebiet von zwei Tiefdruckgebieten flankiert wird. Auf Wetterkarten ähnelt diese Konstellation dem griechischen Buchstaben Omega. Solche Wetterlagen können über mehrere Tage nahezu unverändert bestehen bleiben und eine regelrechte Hitzeglocke ausbilden.
Genau dieses Szenario berechnet das europäische Wettermodell ECMWF laut "t-online" zufolge derzeit bis etwa zum 14. Juli. Demnach würde sich die Hochdruckzone über Mitteleuropa weiter verstärken. Dann wären verbreitet 27 bis 32 Grad möglich, im Südwesten teils bis zu 35 Grad. Besonders in der Südhälfte könnten die Temperaturen nachts nicht unter 20 Grad sinken.
Modelle sehen Gewitterrisiko unterschiedlich
Ganz sicher ist diese Entwicklung jedoch nicht. Selbst das europäische Modell zeigt, dass kleinere Störungen das Omegahoch schwächen könnten. Ab dem 15. Juli könnte die Hochdrucklage an Stabilität verlieren. In der Folge wären kräftige Gewitter und regional auch Starkregen möglich. Bis zum 17. Juli könnten sich Niederschläge mancherorts längere Zeit festsetzen. Danach würden die Temperaturen voraussichtlich wieder auf 20 bis 28 Grad zurückgehen.
Noch vorsichtiger ist das amerikanische Wettermodell GFS. Es sieht eine dauerhaft stabile Omegahoch-Lage derzeit gar nicht erst. Stattdessen würde die Atmosphäre störanfälliger bleiben, mit hochsommerlichen Temperaturen zwischen 24 und 32 Grad, aber auch mit einem deutlich höheren Risiko für kräftige Gewitter. Damit bleibt festzuhalten: Die Hitze kommt wahrscheinlich, ihre Dauer ist aber weiter offen.
Verwendete Quellen:
t-online: Hitze kehrt mit voller Wucht zurück – aber für wie lange?
dwd.de: "10-Tage-Vorhersage für Deutschland"
wetterprognose-wettervorhersage.de: "Sommer vor entscheidender Phase: Omegahoch treibt Hitze und Unwetterrisiko"
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