Rot-Sperre bei WM aufgehoben

Beschwerde abgewiesen: US-Star Balogun darf nach Trump-Intervention gegen Belgien spielen

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

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WM-Skandal um Trump-Anruf

Videoclip • 02:15 Min • Ab 12


Die Rote Karte für US-Angreifer Folarin Balogun löst große Diskussionen aus. Zudem reißen die Spekulationen über eine Beteiligung von Präsident Donald Trump nicht ab. Erst kurz vor dem Anpfiff herrscht Gewissheit.

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Stürmer Folarin Balogun darf im WM-Achtelfinale gegen Belgien spielen, weil die FIFA Belgiens Beschwerde abgewiesen hat.

  • Der Fall ist politisch brisant, auch wegen Spekulationen über Donald Trumps Einfluss.

  • Die Entscheidung sorgt weiter für Kritik, weil der Platzverweis bereits umstritten war.

Die amerikanische Fußball-Nationalmannschaft kann im WM-Achtelfinale gegen Belgien mit Stürmerstar Folarin Balogun auflaufen. Nachdem der Fußball-Weltverband überraschend die Rotsperre des Angreifers auf Bewährung ausgesetzt hatte, erklärte die FIFA nun eine Beschwerde des belgischen Verbands dagegen für unzulässig. Trotz scharfer Kritik ist der 25-Jährige damit für die Partie am Dienstag (2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in Seattle spielberechtigt.

Der Antrag der Belgier wurde mit der Begründung für unzulässig erklärt, dass der belgische Verband "nicht Verfahrenspartei sei und somit keine Beschwerdebefugnis gegen die Entscheidung besitze", hieß es in der Entscheidung von der FIFA. Grund dafür ist offenbar, dass die Rote Karte aus einer Begegnung stammt, an der Belgien nicht beteiligt war.

Trumps Einmischung sorgt für Eklat

Im Fall Balogun war spekuliert worden, dass US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Chef Gianni Infantino angerufen hatte, um sich für eine Aussetzung der Sperre für das WM-Achtelfinale starkzumachen. Er selbst sagte später: "Ich habe um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht dachte, dass es ein Foul war. Ich habe lediglich eine Überprüfung gefordert, weil ich es nicht für ein Foul hielt, und ich kenne mich mit solchen Dingen aus."

Zuvor hatten nach Informationen der "New York Times" und der Nachrichtenagentur AP mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen den ungewöhnlichen Ablauf bestätigt. Das hatte viel und harte Kritik hervorgerufen.

Infantino sieht kein Fehlverhalten

Auch Infantino bestätigte inzwischen ein Gespräch. Er habe dabei erklärt, dass ein laufendes Verfahren von den unabhängigen FIFA-Justizorganen entschieden werde. "So funktioniert das System der FIFA, und dieses Prinzip werde ich immer verteidigen. Ob uns eine Entscheidung persönlich gefällt oder nicht, ist irrelevant", sagte Infantino. Der 56-Jährige ergänzte, er spreche regelmäßig auch mit anderen Staats- und Regierungschefs sowie Vertretern aus Fußball und Wirtschaft.

Die Rote Karte gegen Balogun im Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Herzegowina war kontrovers bewertet worden, da sein Tritt gegen Tarik Muharemovic in einem Zweikampf zwar hart, aber wohl unabsichtlich war. Während der Partie in Santa Clara wurde die Rote Karte erst nach Überprüfung durch den Video Assistant Referee (VAR) ausgesprochen. Balogun hatte beim 2:0-Erfolg zuvor das Führungstor erzielt.

Auch in den News:

Balogun ist der WM-Topscorer der US-Boys

Der belgische Verband hatte von der FIFA schriftlich eine Erklärung gefordert. Dies habe der Weltverband als formalen Einspruch gewertet und diesen als unzulässig abgewiesen, teilten die Belgier wenige Stunden vor Anpfiff des Spiels mit. Eine Kehrtwende blieb aus. Sollte Balogun gegen die Belgier auflaufen, könnte es weitere Debatten über mögliche juristische Folgen geben.

Balogun ist im US-Team von Trainer Mauricio Pochettino der wichtigste Offensivspieler neben Christian Pulisic. Er erzielte bislang drei Tore im Turnier.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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