Entlarvender Funkspruch bei Auftritt in Kasan

Alles nur gestellt? Peinliche PR-Posse um Kreml-Chef Putin

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

:newstime

Putins Kampf gegen das Altern: 26 Milliarden für ewiges Leben?

Videoclip • 03:12 Min • Ab 12


- Anzeige -
- Anzeige -

Putin zeigt sich erstmals seit Monaten wieder nahbar, doch der öffentlichkeitswirksame PR-Moment hält nicht lange. Ein mitgeschnittener Funkspruch entlarvt die peinliche Kreml-Inszenierung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Wladimir Putin in Kasan auf Bürger zugeht, wirken die TV-Bilder wie ein Signal der Stärke.

  • Doch hinter dem Auftritt stehen schwer bewaffnete Sicherheitskräfte und der Verdacht auf bestellte Statisten.

  • Aus der Nähe-Show wird ein peinlicher PR-Moment.

Wladimir Putin zeigt sich wieder unter Menschen – zumindest vor laufenden Kameras. Bei einem seltenen Auftritt im russischen Kasan schüttelt der Kremlchef Hände, lächelt in Smartphones und vermittelt das Bild eines Präsidenten, der seinem Volk nah ist. Doch ausgerechnet ein Funkspruch aus dem Kreis seiner Sicherheitsleute ließ die sorgfältig gebaute Kulisse bröckeln: Das Wort "Massowka" fiel – russisch für "Statisten".

Der Auftritt wirkte zunächst wie ein Signal von Normalität in unruhigen Zeiten. Während der Krieg gegen die Ukraine andauert, Drohnenangriffe russische Städte treffen und die Nervosität im Machtapparat wächst, sollte Putins Besuch in Tatarstan Nähe und Kontrolle ausstrahlen. Tatsächlich war der Präsident bei seinem Gang durch die Menge jedoch von einem massiven Sicherheitsaufgebot umgeben: Männer in Zivil, bewaffnete Kräfte in Tarnuniform und Spezialschützer des Föderalen Schutzdienstes sicherten jeden Schritt.


- Anzeige -
- Anzeige -

Putin zunehmend isoliert – auch vom eigenen Volk

Gerade diese Absicherung nährt seit Jahren den Verdacht, dass spontane Begegnungen mit Bürger:innen in Putins Russland kaum noch existieren. Der nun mitgeschnittene Funkspruch verstärkt diesen Eindruck erheblich. Wenn selbst jubelnde Passanten womöglich Teil einer vorbereiteten Inszenierung sind, dann wird aus demonstrierter Volksnähe schnell ein PR-Risiko. Der Kreml wollte Stärke zeigen – und lieferte stattdessen neue Zweifel an der Echtheit seiner Bilder.

Dabei kommt der Vorfall für Putin zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Seine öffentlichen Auftritte außerhalb von Moskau und St. Petersburg sind selten geworden, offenbar auch wegen wachsender Sicherheitsängste. Zugleich mehren sich Berichte über verschärfte Schutzmaßnahmen, Bunkeraufenthalte und Furcht vor Attentaten oder inneren Machtkämpfen. Dass der Präsident nun ausgerechnet in einer Phase zunehmender Angriffe und militärischer Rückschläge wieder demonstrativ die Nähe zur Bevölkerung sucht, wirkt deshalb kaum zufällig.

Mehr zum Thema:

Putin überlässt nichts dem Zufall

Hinzu kommt, dass die Inszenierung in ein bekanntes Muster passt. Schon früher sorgten vermeintlich spontane Begegnungen für Misstrauen: angebliche Passanten mit Verbindungen zum Kreml, sorgsam ausgewählte Soldatenmütter, gefilterte Fernsehbilder aus Mariupol. Beobachter sehen darin die Folge einer politischen Lehre, die der Kreml schon vor Jahren gezogen haben soll: Putin soll nie wieder einer unkontrollierten Öffentlichkeit ausgesetzt sein. Seit einem PR-Debakel für Putin im Zuge der U-Boot-Tragödie der "Kursk" wird jede Begegnung des Kremlchefs berechnet, jede Kulisse geplant, jedes Bild abgesichert.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

"Bild": Putins inszenierte Begegnungen enthüllt

www.telegraph.co.uk

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken