Frau vergewaltigt und getötet

Cold Case in Deggingen nach 41 Jahren gelöst: Senior angeklagt

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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So arbeitet die Polizei in Deutschland

Videoclip • 01:46 Min • Ab 12


Mehr als vier Jahrzehnte nach dem Fund einer toten Frau bei Deggingen hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen einen 70-Jährigen erhoben. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die damals 31-Jährige vergewaltigt und getötet zu haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • 41 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer Frau ist im Kreis Göppingen Mordanklage erhoben worden.

  • Der Beschuldigte soll 1985 die damals 31-Jährige in seinem Auto mitgenommen, vergewaltigt und getötet haben.

  • Der Tatverdächtige ist inzwischen 70 Jahre alt und wurde Anfang 2026 in Schwendi (Kreis Biberach) aufgespürt.

Nackt und an den Beinen gefesselt: So fanden Spaziergänger:innen vor mehr als 40 Jahren die Leiche einer Frau neben einem Waldweg in Deggingen (Kreis Göppingen) entdeckt. Jahrzehntelang blieb die Tat ungeklärt, meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes gegen einen 70 Jahre alten Mann erhoben, der bereits in Untersuchungshaft sitzt. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die damals 31-Jährige vergewaltigt und getötet zu haben, teilte die Behörde mit. Zu den Vorwürfen habe er sich bislang nicht geäußert.

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Vergewaltigt, erschlagen und überfahren

Wie es weiter heißt, nahm der Mann den Ermittlungen zufolge die Frau 1985 in seinem Auto mit und fuhr mit ihr zu einem Waldweg bei Deggingen (Kreis Göppingen). Bereits während der Vergewaltigung soll er sein Opfer massiv gewürgt haben. Anschließend habe er ihr mit einem Stein mehrmals auf den Kopf geschlagen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge zog der Beschuldigte die Frau an ihrem BH einen Abhang im Wald hinunter und ließ sie dort nackt zurück. Mehr als zwei Wochen später wurde ihre Leiche entdeckt. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass er die Frau mit seinem Auto überfahren habe, so die Staatsanwaltschaft: "Das Verletzungsmuster ähnelte dem eines Überrollens mit einem Kraftfahrzeug."

Alte DNA-Spur brachte Fall wieder ins Rollen

Bereits Anfang November war das Haus des Mannes in Schwendi (Kreis Biberach) aufwendig durchsucht und der Mann kurzzeitig festgenommen worden. Etliche mögliche Beweismittel wurden nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft sichergestellt und von der Kriminalpolizei Göppingen untersucht. Die Ermittler:innen hatten damals unter anderem ein Spezialfahrzeug sowie eine Sonde eingesetzt, die Hohlräume entdecken kann.

Entscheidend für die Spur zum 70-Jährigen dürfte eine 1985 gesicherte DNA-Spur gewesen sein. Denn: "Dass die Tötung des Opfers im Zusammenhang mit einem Sexualdelikt steht, ist sehr wahrscheinlich", hatte die Polizei bereits im vergangenen November mitgeteilt.

Die Ermittlungsgruppe "Oberberg" beim Kriminalkommissariat Göppingen hatte die in Schwendi beschlagnahmten Asservate geprüft und vorhandene Beweismittel neu bewertet. Außerdem gebe es Erkenntnisse aus einem rechtsmedizinischen Sachverständigengutachten.


Hunderte Cold Cases allein in Baden-Württemberg

Rund 360 Cold Cases gibt es nach Auskunft des Landeskriminalamtes noch in Baden-Württemberg. Dabei handelt es sich dpa zufolge um ungeklärte versuchte oder vollendete Tötungsdelikte sowie Vermisstenfälle, bei denen der Verdacht auf ein Tötungsdelikt besteht.

Zu den längsten ungeklärten Fällen zählt demnach der einer Frau, die am 24. Juli 1997 tot und teilweise verbrannt in einem Waldgebiet bei Todtnau-Präg im Kreis Lörrach gefunden wurde. Die Identität der rund 20-jährigen Frau ist auch mehr als 27 Jahre später noch ungeklärt. Ermittler:innen vermuten, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.

Der Fall der Biologie-Studentin Eva Götz reicht ebenfalls ins Jahr 1997 zurück. Die 26-Jährige war zu Jahresbeginn 1997 in Freiburg mutmaßlich in einem Kleintransporter entführt worden. Erst Ende Januar 2024 wurde ihre Leiche an einem Feldweg zwischen Geisingen (Kreis Tuttlingen) und Blumberg (Schwarzwald-Baar-Kreis) gefunden.


Verwendete Quelle:

Nachrichtenagentur dpa

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