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Gefährliche Allianz: Russland und China entwickeln Anti-US-Abwehrsystem

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Bislang unbekannte Geheimdokumente belegen eine militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und China in einem bisher nicht gekannten Ausmaß: Beide Länder entwickeln gemeinsam ein Raketenabwehrsystem der nächsten Generation.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geheime Dokumente belegen, dass Russland und China emeinsam ein Raketenabwehrsystem der nächsten Generation entwickeln.

  • Russland gibt dabei erstmals Kernwissen über Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsysteme weiter.

  • Bundesaußenminister Wadephul sieht die Entwicklung mit großer Sorge.

Russland und China wollen Anti-US-Abwehrsystem bauen

Es sind Enthüllungen, die die westliche Sicherheitspolitik auf den Kopf stellen könnten: Aus bislang nicht öffentlich bekannten Dokumenten geht hervor, dass Russland und China militärisch deutlich enger zusammenarbeiten als bisher angenommen. Das berichten der "Spiegel" gemeinsam mit dem russischen Investigativmedium "The Insider" und der französischen Tageszeitung "Le Monde" nach umfangreichen Recherchen. Die Enthüllungen stellen auch Chinas offizielle Behauptung, im Ukraine-Krieg eine neutrale Haltung einzunehmen, fundamental in Frage.

Im Kern der Kooperation steht ein hochambitioniertes Rüstungsprojekt: Russland und China haben laut den Dokumenten gemeinsam die "Entwicklung eines Luft- und Raketenabwehrsystems der nächsten Generation" beschlossen. Das System soll in der Lage sein, selbst manövrierfähige ballistische Raketen und Hyperschallraketen abzufangen – also jene Waffensysteme, an deren Entwicklung vor allem die USA intensiv arbeiten.


Geheimes Treffen in Moskau

Die Kooperation geht auf ein geheimes Treffen in Moskau zurück, das von Ende Mai bis Anfang Juni 2023 stattfand. Dort vereinbarten hochrangige Vertreter staatlicher russischer und chinesischer Rüstungsunternehmen sowie Offiziere der chinesischen Volksbefreiungsarmee die Zusammenarbeit. Konkret sollen gemeinsam Führungs- und Kontrolleinrichtungen für bodengebundene Raketen sowie ein „hochmanövrierfähiger Lenkflugkörper für eine integrierte Luftverteidigung" entwickelt werden.

Das System soll laut den Dokumenten Hyperschallgeschosse in der letzten Flugphase in einer Höhe von bis zu 40 Kilometern bekämpfen können – sowie ballistische Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von bis zu 4.000 Kilometern. Als Zieldatum für die Einsatzbereitschaft gilt das Jahr 2030.

Justin Bronk vom Royal United Services Institute in London ordnet das Projekt gegenüber dem "Spiegel" strategisch ein: Das Vorhaben wirke, "als wäre es durch den Wunsch motiviert, Waffen wie den neuen bodengestützten Hyperschallflugkörper der US-Streitkräfte frühzeitig abzufangen." Ziel sei offenbar, sowohl China als auch Russland gemeinsam vor Präzisionsschlägen aus großer Distanz zu schützen.

Russland teilt sein "Allerheiligstes" - Wadephul zeigt sich besorgt

Besonders brisant ist die Qualität der russischen Beteiligung. Kernfähigkeiten wie Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsysteme sowie Frühwarnradare hatte Russland bislang stets für sich behalten und an keinen Verbündeten weitergegeben. Sicherheitsexpert:innen sprachen in diesem Zusammenhang von Russlands militärischem "Allerheiligstem". Die Bereitschaft, dieses Wissen nun mit China zu teilen, überrascht selbst erfahrene Analyst:innen und deutet auf eine strategische Annäherung hin, die weit über bisher bekannte Kooperationen hinausgeht.

Zusätzlich zu den Rüstungsprojekten berichtete der "Spiegel", dass die Volksbefreiungsarmee Chinas mehrere Offiziere als Militärbeobachter an die Front in der Ukraine entsandt hat – ein weiterer Beleg für Pekings aktive Rolle im russischen Angriffskrieg.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich nach Bekanntwerden der Recherche alarmiert. „Die Erkenntnisse über den erheblichen Umfang chinesischer Unterstützung für das russische Militär sind äußerst besorgniserregend", sagte Wadephul dem Spiegel. Er fügte hinzu: „China muss wissen, dass das den absoluten Kernbereich europäischer Sicherheitsinteressen verletzt." Jede Unterstützung für Russlands völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine verlängere den Krieg und schaffe „nur weiteres, unermessliches Leid."

Das Auswärtige Amt hatte vergangene Woche den chinesischen Botschafter in Berlin zu einem dringlichen Gespräch einbestellt – nachdem zuvor bereits Reuters über die Ausbildung chinesischer Soldaten durch Russland berichtet hatte.

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Verwendete Quellen:

Spiegel: "Die neue Achse des Bösen"

Welt: "Geheimdokumente deuten auf engere Zusammenarbeit Russlands und Chinas hin – Wadephul besorgt"

Nachrichtenagentur Reuters

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