Bundeskanzler der BRD
Privatvermögen von Friedrich Merz: Trotz Millionen auf dem Konto sieht er sich in der Mittelschicht
Aktualisiert:
von Jacqueline Bittl:newstime
Ein Jahr Merz-Regierung: Eine Bilanz (6. Mai)
Videoclip • 02:10 Min • Ab 12
Millionenvermögen, Spitzengehalt und dennoch ein Selbstbild als Teil der Mittelschicht: Wie viel Vermögen hat Friedrich Merz wirklich und wie konnte er trotz Kontroversen schließlich das Amt des Bundeskanzlers erreichen?
Das Wichtigste in Kürze
Friedrich Merz verfügt über ein geschätztes Privatvermögen von rund zwölf Millionen Euro, sieht sich selbst aber nicht als Teil der Oberschicht, sondern der gesellschaftlichen Mitte zugehörig.
Sein heutiges Kanzlergehalt liegt zwar deutlich unter seinen früheren Einkünften aus Wirtschaft und Beratung, macht ihn jedoch weiterhin zum Top-Verdiener innerhalb der Bundesregierung.
Ein Großteil seines Vermögens stammt demnach aus Tätigkeiten in der freien Wirtschaft, Aktieninvestments und Immobilien.
Joachim-Friedrich Martin Josef Merz ist Bundeskanzler, CDU-Vorsitzender und einer der wohlhabendsten aktiven Politiker Deutschlands – dennoch betont er immer wieder, sich selbst der Mittelschicht zuzuordnen. Obwohl sein Privatvermögen auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt wird und er über Jahre zu den Spitzenverdiener:innen in Wirtschaft und Politik zählte, beschreibt Merz gesellschaftliche Zugehörigkeit nicht als Frage des Kontostands.
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Friedrich Merz: Warum sieht er sich trotz Vermögen in Millionenhöhe in der Mittelschicht?
Laut "VermögenMagazin" liegt das jährliche Bruttoeinkommen von Friedrich Merz etwa bei einer Million Euro. Mit dieser Summe gehört er zwar zweifelsohne zu den Großverdiener:innen in Deutschland – er selbst fühle sich nach eigenen Angaben aber nicht der Oberschicht zugehörig.
In einem Interview mit der "Bild" sprach er 2018 erstmals über sein Gehalt und machte deutlich: "Für mich ist die gesellschaftliche Mitte nicht eine rein ökonomische Größe. Ich habe von meinen Eltern die Werte mitbekommen, die die Mittelschicht prägen: darunter Fleiß, Disziplin, Anstand, Respekt und das Wissen, dass man der Gesellschaft etwas zurückgibt, wenn man es sich leisten kann." Außerdem erklärte er: "Wenn ich 'Oberklasse' oder 'Oberschicht' höre, denke ich an Menschen, die viel Geld oder eine Firma geerbt haben und damit ihr Leben genießen. Das ist bei mir nicht der Fall."
Das geschätzte Vermögen von Friedrich Merz beträgt zwölf Millionen Euro (Stand: Januar 2025), welches der Politiker nicht nur durch seine politische Tätigkeit, sondern auch als Lobbyist und Berater für verschiedene Firmen erworben hatte. Zwar nannte er im "Bild"-Interview keine Details zu seinen Jobs als Aufsichtsrat und Berater der Kanzlei Mayer Brown, aus Geschäftsberichten gehe jedoch hervor, dass er damals allein bei Blackrock mindestens 125.000 Euro pro Jahr verdiente.
Wenn ich 'Oberklasse' oder 'Oberschicht' höre, denke ich an Menschen, die viel Geld oder eine Firma geerbt haben und damit ihr Leben genießen. Das ist bei mir nicht der Fall.
Am 6. Mai 2025 wurde Friedrich Merz im Bundestag zum Bundeskanzler gewählt, seitdem ist sein Gehalt streng festgelegt. Wie der "Merkur" berichtet, regelt Paragraf 11 im Bundesministergesetz den Verdienst des Kanzlers und aller Minister:innen der Bundesregierung. Fest steht in jedem Fall, dass sein Gehalt kleiner ist als bei seinen früheren Tätigkeiten in der freien Wirtschaft.
Merz ist als Bundeskanzler trotzdem der Top-Verdiener innerhalb der Bundesregierung. Sein Bruttoverdienst liegt monatlich bei rund 40.000 Euro und im Jahr in etwa bei 480.000 Euro. Bezahlt wird sein Verdienst aus Steuergeldern.
Aktien, Immobilien & ein Leichtflugzeug: Das Privatvermögen von Friedrich Merz
Mit seinem Privatvermögen von rund zwölf Millionen Euro gilt der CDU-Politiker als einer der wohlhabendsten aktiven Spitzenpolitiker:innen in Deutschland. Wie das Online-Portal "ftd.de" in einem Artikel schreibt, investierte Merz früh in Aktien wie Stadler Rail, einen Schweizer Zughersteller. Als das Unternehmen an die Börse ging, hielt er an diesem bereits Anteile im Wert von 5,5 Millionen Euro. Investitionen wie diese steigerten sein Vermögen erheblich.
Ein bedeutender Teil seines Vermögens steckt in Immobilien, der Gesamtwert seiner Besitztümer wird auf etwa fünf Millionen Euro geschätzt. Zu seinen bekanntesten gehören:
Wohnhaus im Sauerland (Hauptwohnsitz von ihm und seiner Familie)
Ferienhaus am Tegernsee in Bayern
Friedrich Merz und sein Lieblingshobby – das Fliegen
Privat ist Merz als Hobby-Pilot bekannt. Er habe schon früh davon geträumt, selbst zu fliegen, sagte er dem Magazin "Bunte" in einem Interview. "Fliegen war schon immer der Traum meiner Jugend. Wenn man durch die Wolkendecke stößt, den blauen Himmel sieht und die Motoren friedlich vor sich hinlaufen – das ist für mich eine große Freude."
Sein aktuell wohl exklusivstes Fortbewegungsmittel in dieser Hinsicht ist eine Diamond DA62, ein zweimotoriges Leichtflugzeug. Die Maschine wird oft als "fliegender Luxus-SUV" bezeichnet.
Früher habe er sich den Flugschein nicht leisten können – dann habe er seiner besorgten Frau versprochen, den Pilotenschein erst zu machen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. "Also konnte ich mir erst mit 53 diesen Traum erfüllen." Dass auch seine Frau Charlotte inzwischen gerne mitfliege, sei für ihn "wirklich das i-Tüpfelchen" seiner Freude am Fliegen.
Der CDU-Chef war Anfang Juli 2022 gemeinsam mit seiner Frau Charlotte mit dem Privatflieger zur Hochzeit des ehemaligen Bundesfinanzministers Christian Lindner (FDP) nach Sylt geflogen. Im Juli 2024 durfte er als Hobbypilot einen Eurofighter lenken, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Beide Flüge lösten viel Kritik aus.
Friedrich Merz ist Millionär – und sieht sich dennoch als Teil der Mittelschicht
Bundeskanzler Friedrich Merz telefonierte im Kanzleramt mit Spielern der DFB-Elf.
Bild: Tobias Koch/Bundesregierung/dpa
Von knappen finanziellen Mitteln als Student über Lobbyist zum Politiker
Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon geboren. Nach einem Bericht vom "VermögenMagazin" befand sich der heutige CDU-Chef noch in einer komplett anderen finanziellen Situation, als er während seines Studiums seine Frau heiratete. "Meine Frau und ich waren Studenten, als wir geheiratet und das erste Kind bekommen haben. In dieser Zeit mussten wir jede Mark umdrehen", so Merz im "Bild"-Interview.
Seine Karriere startete der heutige Bundeskanzler als Referendar in Saarbrücken, mit einem nach eigenen Angaben "für eine Familie mit zwei Kindern überschaubaren Einkommen".
Das "VermögenMagazin" schildert außerdem, dass der Berufspolitiker bereits während seiner Zeit am Gymnasium, im Jahr 1972, der CDU beitrat. Der gebürtige Sauerländer verbrachte einen Großteil seiner Freizeit bei der Jungen Union in seiner Heimatstadt Brilon und erlangte dort 1980 sogar den Parteivorsitz.
Auch wenn seine politische Laufbahn von da an nicht aufzuhalten war, nahm er parallel seine Tätigkeit in der freien Wirtschaft auf. Von 2002 bis 2004 arbeitete er als Rechtsanwalt bei einer Kölner Kanzlei. Bei der Kanzlei Mayer Brown LLP war Merz sogar bis 2014 Partner, während er inzwischen als Senior Counsel für besagte Kanzlei tätig ist.
Laut dpa war Merz Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Ablegers des US-Investmentunternehmens Blackrock. Ende März 2020 gab er diese Position auf, als er sich entschied, "die CDU noch stärker bei ihrer Erneuerung zu unterstützen". Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2009 arbeitete Merz als Anwalt und ging in Aufsichtsräte zahlreicher Unternehmen. Von 2009 bis 2019 war Friedrich Merz Vorsitzender der Atlantik-Brücke, einem renommierten Verein zur Förderung der transatlantischen Beziehungen.
Politische Laufbahn von Friedrich Merz: CDU-Vorsitzender nach dem dritten, Bundeskanzler nach dem zweiten Versuch
Merz vertrat laut einer Dokumentation des NDR in der CDU einst polarisierende Positionen: wie etwa, als er den Begriff "Leitkultur" in den 2000ern wesentlich mitprägte und 1997 gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe stimmte. Später setzte er sich dann aber für die Frauenquote in der CDU ein und wandelte damit sein Verhältnis zum weiblichen Parteiflügel.
Von 2000 bis 2002 führte Friedrich Merz die Unionsfraktion. Nachdem die damalige CDU-Vorsitzende Angela Merkel ihn 2002 aus dem Amt des Vorsitzenden der Unionsfraktion gedrängt hatte, zeigte sich der Politiker in ihrer Zeit als Kanzlerin oft als einer der schärfsten Kritiker ihrer Regierungsarbeit.
Nach seiner ersten Zeit im Bundestag zog er sich 2009 für eine Karriere in der Wirtschaft aus dem Bundestag zurück. Als Merkel dann am 29. Oktober 2018 ihren Verzicht auf den Parteivorsitz ankündigte, warf er seinen Hut für die Nachfolge in den Ring.
Doch Merz verlor beim Wahlparteitag Anfang Dezember 2018 in einer Stichwahl knapp gegen Merkels Favoritin Annegret Kramp-Karrenbauer. Nach deren Rückzugsankündigung und einer coronabedingten langen Hängepartie trat Merz bei einem digitalen Parteitag im Januar 2021 erneut an – gegen den damaligen NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet und den CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen. Im ersten Wahlgang lag Merz knapp vor Laschet, in der Stichwahl siegte der spätere Kanzlerkandidat.
Erst bei der Bundestagswahl 2021 zog er wieder ins Parlament ein. Merz gewann das Direktmandat mit 40,4 Prozent der Erststimmen und war direkt gewählter Abgeordneter für den Hochsauerlandkreis. Bei der Wahl 2025 wurde er erneut als Direktkandidat für den Hochsauerlandkreis nominiert.
Bei der Kanzlerwahl am 6. Mai 2025 wurde Merz' Geduld erneut auf eine harte Probe gestellt. Er scheiterte im ersten Wahlgang – ein beispielloser Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik. Merz erhielt nur 310 von 621 abgegebenen Stimmen und verfehlte damit die nötige Mehrheit von 316 Stimmen.
Das war ein Novum: Noch nie ist nach einer Bundestagswahl und erfolgreichen Koalitionsverhandlungen ein designierter Kanzler bei der Wahl im Bundestag nach dem ersten Wahlgang gescheitert. Mit 325 von 618 Stimmen wurde der zu dem Zeitpunkt 69-Jährige schließlich doch im zweiten Wahlgang zum zehnten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.
Seit dem Studium an seiner Seite: Seine Ehefrau Charlotte Merz
Charlotte und Friedrich Merz sind bereits seit über 30 Jahren verheiratet. Nach Berichten der dpa ist Charlotte Merz Juristin und Direktorin des Amtsgerichts Arnsberg im Sauerland. Mit ihrem Studium folgte sie nach Angaben von "watson" einer Familientradition, denn sowohl ihr Vater als auch ihr Großvater waren Anwälte, ihre Tante Richterin. Sie habe damals angekündigt, ihre berufliche Tätigkeit auch nach der Wahl ihres Mannes zum Bundeskanzler fortsetzen zu wollen und jeden Morgen zur Arbeit zu fahren.
Friedrich Merz lernte Charlotte während ihres Jurastudiums in Bonn 1980 auf einer Examensparty kennen. Laut "watson" war es für sie Liebe auf den ersten Blick. Dafür spricht auf jeden Fall, dass die beiden bereits ein Jahr später heirateten und das erste Kind bei der Hochzeit schon unterwegs war. Inzwischen haben sie drei erwachsene Kinder – einen Sohn und zwei Töchter – sowie sieben Enkelkinder.
Das Ehepaar lebt in Arnsberg im Hochsauerland, für Charlotte Merz sei die "Homebase im Sauerland" eine Kraftquelle für beide Partner. Über ihre Partnerschaft spricht Charlotte Merz stets wertschätzend. So berichtet die dpa, dass sie ihre Ehe als gleichberechtigt organisiert bezeichnet. Laut Charlotte hätten beide Partner stets Rücksicht auf berufliche Situationen des anderen genommen und die Betreuung der Kinder so aufgeteilt, dass sie mit den beruflichen Verpflichtungen vereinbar war.
Ihr Mann habe sie "immer komplett unterstützt, weil er es selbstverständlich und richtig fand, dass ich gearbeitet habe". Laut "watson" gründete das Paar gemeinsam eine Stiftung: die "Friedrich und Charlotte Merz-Stiftung für Bildung und Ausbildung".
Auch bei öffentlichen Auftritten und offiziellen Anlässen begleitet Charlotte Merz ihren Mann hin und wieder, so war sie beispielsweise beim G7-Gipfel in Évian im Juni 2026 dabei sowie bei der Amtseinführung des Papstes in Rom im Mai 2025.
Im Februar 2026 stürzte Charlotte Merz bei einer Radtour mit dem Kanzler, wurde aber nach kurzer Beobachtung im Krankenhaus wieder entlassen, da sie keine gravierenden Verletzungen davongetragen hatte.
FAQ: Friedrich Merz
2018 sprach Merz gegenüber der "Bild am Sonntag" über sein Einkommen: "Heute verdiene ich rund eine Million Euro brutto", das "VermögenMagazin" schätzte damals sein gesamtes Vermögen auf rund zwölf Millionen Euro. Zu dieser Zeit war Merz noch Aufsichtsratsvorsitzender beim Vermögensverwalter BlackRock. Als Bundeskanzler sind seine Bezüge im Bundesministergesetz festgelegt: Ihm stehen laut "Merkur" demnach rund 40.000 Euro pro Monat zu.
Merz gilt als konservativ und wird dem wirtschaftsliberalen Flügel der CDU zugeordnet.
Friedrich Merz hat mindestens ein eigenes Flugzeug des Modells Diamond DA-62 (D-IAFM). Seiner Firma Volatus GmbH & Co. KG soll außerdem eine Turboprop-Maschine vom Typ Socata TBM-910 gehören.
Verwendete Quellen
Nachrichtenagentur dpa
friedrich-merz.de
vermoegenmagazin.de: "Friedrich Merz: Das Vermögen des Politikers"
bild.de: "So viel verdient Friedrich Merz wirklich"
merkur.de: "Friedrich Merz und sein Gehalt: So viel verdient der Kanzler"
ftd.de: "Vermögen von Friedrich Merz: Wie reich ist der CDU-Politiker?"
bunte.de: "'Ich war sofort in meinen Mann verliebt'"
ardmediathek.de: "Die Merz-Strategie: Wohin steuert die CDU?"
politik.watson.de: "Charlotte Merz im Porträt: Kinder, Beruf, 'heute-show', Hausdurchsuchung"
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