Politikerin im Porträt
Annalena Baerbock: So wurde sie die erste Außenministerin Deutschlands
Aktualisiert:
von Jacqueline Bittl:newstime
Annalena Baerbock in Syrien (3. Januar)
Videoclip • 01:56 Min • Ab 12
Sie wollte die erste Bundeskanzlerin der Grünen werden. Letztendlich wurde Annalena Baerbock aber die erste Außenministerin der Bundesrepublik. Privatleben, Hintergründe und die politische Karriere der Grünen-Politikerin im Überblick.
Annalena Baerbock Steckbrief:
Name: Annalena Charlotte Alma Baerbock
Geburtsdatum: 15. Dezember 1980
Beruf: Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesaußenministerin (seit Dezember 2021)
Ausbildung: Masterstudiengang in Public International Law (Völkerrecht) an der London School of Economics and Political Science
Geburtsort: Hannover
Wohnort: Potsdam
Familie: geschieden, zwei Kinder
Annalena Baerbocks Ausbildung: Mit Studium in die politische Karriere gestartet
Die Grünen-Politikerin Annalena Baerbock wuchs in Pattensen bei Hannover auf. Sie schlug nach dem Abitur einen Weg ein, wie ihn viele Politiker:innen gehen: Für ihre weitere Ausbildung wählte sie das Studium.
2000 bis 2004 absolvierte sie ein Bachelorstudium in Politikwissenschaft und Öffentliches Recht an der Universität Hamburg. Anschließend studierte sie noch Public International Law (Völkerrecht) an der renommierten London School of Economics (LSE) und schloss 2005 mit einem Master erfolgreich ab.
Durch ihren akademischen Werdegang und ihre langjährige politische Tätigkeit hat sie sich ein tiefgehendes Wissen über Wirtschafts-, Energie- und Außenpolitik aufgebaut.
Von der Journalistin zur Bundesaußenministerin – Baerbocks Karriereweg
Vor ihrem Eintritt in die Politik war Baerbock als Journalistin und politische Beraterin tätig und sammelte damit früh Erfahrungen in Kommunikation und politischer Gestaltung.
2008 trat Baerbock Bündnis 90/Die Grünen bei und zog 2009 in den Bundestag ein. Seitdem prägte sie die Grünen-Fraktion maßgeblich mit, insbesondere in den Bereichen Außenpolitik, Klima und Europäische Integration.
Von 2018 bis 2024 fungierte sie als Co-Vorsitzende der Grünen (gemeinsam mit Robert Habeck). Im Dezember 2021 wurde sie zur Bundesaußenministerin in der Ampel-Koalition – ein Amt, das sie bis 2025 innehatte und in dem sie sich für eine starke europäische Außenpolitik, Unterstützung der Ukraine und multilaterale Lösungen einsetzt.
Auch in den News:
Familie und Privatleben von Annalena Baerbock
Baerbock war seit 2007 mit Daniel Holefleisch verheiratet, zusammen bekamen sie zwei Töchter, die 2011 und 2015 geboren wurden. Daniel Holefleisch begann 2022 bei der Kommunikationsberatung MSL, wo er als Partner Kund:innen mit Fokus auf Public Affairs berät.
LobbyControl, ein Verein, der sich laut eigener Aussage "für Transparenz, eine demokratische Kontrolle und klare Schranken der Einflussnahme auf Politik und Öffentlichkeit" einsetzt, kritisierte diesen Wechsel als "problematisch". Die Lobbyagentur MSL ist für verschiedenste Kund:innen tätig – darunter auch ausländische Regierungen wie Saudi-Arabien in früheren Jahren. Diese Konstellation warf Fragen zu potenziellen Interessenskonflikten auf, da Baerbocks als Außenministerin außenpolitische Entscheidungen trifft.
2024 gaben Annalena Baerbock und Daniel Holefleisch ihre Trennung bekannt.
Die politische Karriere von Annalena Baerbock
Nach ihrem Studium folgte der Start in die Politik. Bereits mit 25 Jahren, im Jahr 2005, trat Annalena Baerbock den Grünen bei. Sie arbeitete in Straßburg und Brüssel für Elisabeth Schroedter, einem Mitglied des Europäischen Parlaments und war Referentin für Außen- und Sicherheitspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion. Seit 2013 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages.
Bereits nach vier Jahren wurde sie zur Landesvorsitzenden in Brandenburg gewählt und war schließlich bis 2014 Parteivorsitzende der Grünen in Brandenburg. 2009 rückte sie in den Vorstand der europäischen Grünen auf und übernahm im selben Jahr auch den Vorsitz der Partei in Brandenburg. Sie arbeitete drei Jahre als Büroleiterin einer Grünen-Europaabgeordneten in Brüssel, bevor sie 2013 in den Bundestag einzog.
2018 folgte dann der Grünen-Vorsitz, den sie sich bis 2022 mit Robert Habeck teilte – bevor Ricarda Lang und Omid Nouripour übernahmen. Seit November 2024 sind Franziska Brantner und Felix Banaszak Bundesvorsitzende der Partei.
Annalena Baerbock setzte sich bei einer internen Wahl gegen Robert Habeck durch und ging bei der Bundestagswahl 2021 für die Grünen als Spitzenkandidatin und Anwärterin auf das Amt als Bundeskanzlerin an den Start. Sie war die erste Kanzlerkandidatin ihrer Partei und galt eine Zeit lang auch als aussichtsreiche Kanzlerkandidatin. Dann drehten sich die Umfragewerte und Olaf Scholz (SPD) beerbte die ewige Kanzlerin Angela Merkel (CDU).
Während des Wahlkampfs geriet Baerbock in die Kritik, weil sich in ihrem Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" auffallende sprachliche Ähnlichkeiten zu anderen Veröffentlichungen fanden. Zudem hatte sie Sonderzahlungen der Partei verspätet an den Bundestag gemeldet, und Partei sowie Kandidatin mussten Angaben in Baerbocks Lebenslauf korrigieren.
Das Kanzleramt hätte sie sich zugetraut, die ehemalige Leistungssportlerin äußerte sich damals auf ihrer Homepage, sie habe den "Mut, sich immer wieder zu überwinden, Neues zu wagen".
Nach der Bundestagswahl 2021 wurde Baerbock Bundesaußenministerin. In dieser Funktion unternahm sie zahlreiche Auslandsreisen, darunter mehrere nach Israel und Indien. Sie setzte sich für Themen wie Fachkräftegewinnung und Integration von Geflüchteten ein.
Im März 2025 kündigte Baerbock an, sich aus der Spitzenpolitik in Deutschland zurückzuziehen. Nach ihrer Zeit als Außenministerin wurde sie Präsidentin der UN-Vollversammlung. In dieser Rolle ist sie bei bedeutenden internationalen Veranstaltungen präsent, wie etwa bei Sitzungen des UN-Menschenrechtsrates in Genf.
Als Präsidentin der UN-Vollversammlung setzt sich Baerbock für die Einhaltung internationaler Regeln und der UN-Charta ein. Bei einer UN-Resolution zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2026 kritisierte sie die USA scharf, weil diese Passagen streichen wollten, die einen dauerhaften, gerechten Frieden auf Basis der UN-Charta und der territorialen Integrität der Ukraine forderten.
Politische Highlights von Annalena Baerbock
2009: Eintritt in den Vorstand der europäischen Grünen
2009-2014: Parteivorsitzende der Grünen in Brandenburg
2013: Einzug in den Bundestag
2018-2022: Co-Vorsitzende Bündnis 90/Die Grünen (mit Robert Habeck)
2021: Anwärterin auf das Amt als Bundeskanzlerin
2021-2025: Bundesaußenministerin
2025: Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen
Baerbocks Einstellung und Haltung
Annalena Baerbock vertritt eine klare außenpolitische Haltung, die sich durch mehrere Schwerpunkte auszeichnet:
Feministische Außenpolitik
Sie betont die Bedeutung feministischer Außenpolitik und erklärt: "Frauenthemen sind kein Gedöns in der Außenpolitik." Diese Haltung zeigte sich besonders bei ihrem Syrien-Besuch, als ihr der dortige Machthaber Ahmed al-Scharaa keinen Handschlag gab. Baerbock machte deutlich: "Wie will man denn dann Minderheiten schützen, wenn man noch nicht einmal die Kraft findet, 50 Prozent seiner eigenen Bevölkerung gleichberechtigt zu behandeln."
Multilateralismus und UN-Engagement
Als Präsidentin der UN-Vollversammlung (seit September 2025) betont Baerbock: "Die Welt braucht die Vereinten Nationen. Es bleibt die einzige Organisation, die jedes Land der Welt zusammenbringen kann."
Friedenssicherung und Ukraine-Unterstützung
Baerbock positioniert sich klar für die Unterstützung der Ukraine und warnt vor einem Diktatfrieden: "Ein Scheinfrieden - also ein Frieden, der kein Frieden ist, sondern Erpressung oder eine Kapitulation, ist kein Frieden."
FAQ: Annalena Baerbock
Annalena Baerbock hat keine betriebliche Berufsausbildung absolviert. Sie schloss ein Bachelorstudium der Politikwissenschaft und des Öffentlichen Rechts und anschließend ein Masterstudium Public International Law (Völkerrecht) ab.
Die Grünen-Politikerin Annalena Baerbock hat zwei Töchter (geboren 2011 und 2015).
Annalena Baerbock spricht neben ihrer Muttersprache Deutsch fließend Englisch, das sie während ihres Studiums in London vertieft hat.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
lobbycontrol.de
ausbildungskompass.de: "Hat Annalena Baerbock eine Ausbildung gemacht?"
bundestag.de: "Annalena Baerbock"
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