Abschied vom Pferdeprofi
Abschied von Monty Roberts: Wie er das Pferdetraining veränderte
Veröffentlicht:
von Benedikt RammerDer beliebte Tiertrainer Monty Roberts ist gestorben.
Bild: Everett Collection
Monty Roberts galt weltweit als Pionier eines gewaltfreien Umgangs mit Pferden. Nun ist der US-Tiertrainer im Alter von 91 Jahren gestorben – und hinterlässt auch in Deutschland ein besonderes Vermächtnis.
Das Wichtigste in Kürze
Monty Roberts starb laut Angaben seiner Familie am 1. August 2026 im Alter von 91 Jahren in Kalifornien
Mit seiner Join-Up-Methode setzte er auf Vertrauen, Geduld und einen gewaltfreien Umgang mit Pferden.
In Deutschland wurde er vor allem durch seine Arbeit mit dem Rennpferd Lomitas und dem Gestüt Fährhof bekannt.
Monty Roberts ist tot. Der bekannte US-Tiertrainer starb nach Angaben seiner Familie am 1. August 2026 auf seiner Farm in Solvang im US-Bundesstaat Kalifornien. Er wurde 91 Jahre alt. An seiner Seite war demnach bis zuletzt seine Frau Patricia.
Roberts wurde 1935 im kalifornischen Salinas geboren. Schon als kleines Kind kam er mit Pferden in Kontakt. Laut Medienberichten lernte er bereits mit drei Jahren das Reiten, mit vier nahm er an ersten Rodeo-Turnieren teil. Pferde bestimmten damit sein Leben von Anfang an.
Schwierige Kindheit prägte seinen Weg
Sein späterer Ansatz im Umgang mit Tieren war eng mit seiner Kindheit verbunden. Nach Angaben von "t-online" hatte Roberts ein belastetes Verhältnis zu seinem Vater, der ebenfalls Pferdetrainer war. Dieser soll gewalttätig gewesen sein – sowohl gegenüber seinem Sohn als auch gegenüber Pferden. Diese Erfahrungen hätten Roberts früh dazu gebracht, gängige Trainingsmethoden infrage zu stellen.
Statt auf Härte setzte er später auf Vertrauen. Er wollte, "dass man das Vertrauen der Tiere auch gewinnen kann, ohne Zwang oder Gewalt auszuüben". Mit dieser Haltung wurde Roberts weltweit bekannt. Seine Methoden galten als bahnbrechend und beeinflussten das Verständnis vieler Pferdesportler:innen nachhaltig.
Auch in den News:
Join-Up-Methode machte Roberts weltbekannt
Berühmt wurde Roberts vor allem durch seine sogenannte Join-Up-Methode. Lange bevor Begriffe wie "Pferdewohl" oder "positives Training" breit diskutiert wurden, forderte er laut "t-online" dazu auf, "die Welt mit den Augen eines Pferdes zu sehen". Grundlage dafür waren seine Beobachtungen von Mustangs und ihrem Verhalten in der Herde.
Daraus entwickelte Roberts eine Trainingsphilosophie, die auf Geduld, Empathie und gegenseitigem Respekt beruhte. Diese Ideen vermittelte er in Büchern und bei Live-Auftritten. 1996 veröffentlichte er das Buch "Der mit den Pferden spricht", das laut Quelle ein internationaler Bestseller wurde. Auch als mögliches Vorbild für den Film "Der Pferdeflüsterer" mit Robert Redford wurde Roberts immer wieder genannt.
Enge Verbindung auch nach Deutschland
Neben seiner internationalen Bekanntheit spielte auch Deutschland in Roberts’ Karriere eine wichtige Rolle. Besonders eng war seine Verbindung zum Gestüt Fährhof in Niedersachsen. Dorthin kam er laut "t-online" über Jahre hinweg jeden Sommer, um junge Vollblüter auf ihre Laufbahn als Rennpferde vorzubereiten.
Untrennbar mit seinem Namen verbunden ist dabei der Hengst Lomitas. Das Pferd hatte Anfang der 1990er-Jahre plötzlich Angst vor der Startbox entwickelt und verweigerte Rennen. Erst als Roberts aus den USA eingeflogen wurde und mit dem Tier arbeitete, änderte sich die Situation. Danach ging Lomitas wieder in die Box und wurde später zu einem der erfolgreichsten Rennpferde Deutschlands.
Auch im britischen Königshaus fand Roberts Anerkennung. Selbst Queen Elizabeth II. interessierte sich für seine Arbeit. Daraus entwickelte sich demnach eine Freundschaft, die mehr als 30 Jahre andauerte. Mit Monty Roberts verliert die Pferdewelt nun einen Mann, der den Umgang mit Tieren für viele Menschen neu definiert hat.
Verwendete Quellen:
t-online: "Der "Pferdeflüsterer" Monty Roberts ist tot"
everythinghorseuk.co.uk: "Monty Roberts, pioneer of natural horsemanship, dies aged 91"
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