Porträt des SPD-Politikers
Boris Pistorius: Von der Ausbildung zum Kaufmann zum Verteidigungsminister
Aktualisiert:
von Rebecca Rudolph:newstime
Pistorius plant neue Reserve-Pflicht (29. Mai)
Videoclip • 01:01 Min • Ab 12
Vom Osnabrücker SPD-Nachwuchs zum mächtigen Mann im Verteidigungsministerium: Boris Pistorius hat eine ungewöhnliche Karriere hingelegt. Wer ist der Politiker, der Deutschlands Sicherheit prägen soll – und wofür steht er wirklich?
Boris Pistorius Steckbrief:
Name: Boris Pistorius
Geburtsdatum: 14. März 1960
Beruf: Politiker (SPD), Bundesverteidigungsminister, MdB
Ausbildung: Groß- und Außenhandelskaufmann, Studium der Rechtswissenschaften
Geburtsort: Osnabrück
Wohnort: Berlin
Familie: verheiratet, zwei Töchter
Boris Pistorius' Ausbildung: Vom Außenhandelskaufmann zum Verteidigungsminister
Boris Pistorius wurde am 14. März 1960 in Osnabrück geboren und verbrachte seine Kindheit im Osnabrücker Stadtteil Schinkel, wie in der "Munzinger"-Biografie dokumentiert. Als zweitem Sohn von Ludwig und Ursula Pistorius wurde ihm die Politik quasi in die Wiege gelegt, denn bereits seine Mutter war Politikerin (SPD) und Mitglied des Niedersächsischen Landtages.
1978 schloss Pistorius sein Abitur am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Osnabrück ab. Von 1978 bis 1980 absolvierte er eine Berufsausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel. Daraufhin leistete er seinen Grundwehrdienst im Flugabwehrregiment 11 in der Steuben-Kaserne im niedersächsischen Achim. Ab 1981 studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Osnabrück und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie 1982/83 an der Université Catholique de l’Ouest (Angers/Frankreich).
Auf der Website der Bundesregierung ist dem Lebenslauf des gebürtigen Osnabrückers zu entnehmen, dass er in Hamm 1987 seine erste juristische Prüfung ablegte. Beim Oberlandesgericht Oldenburg folgte ein Rechtsreferendariat, wo er 1990 das zweite Staatsexamen ablegte. Anschließend arbeitete er ein halbes Jahr als Rechtsanwalt. Danach wechselte er in den Landesdienst des Landes Niedersachsen. Von 1991 bis 1995 war er persönlicher Referent des niedersächsischen Innenministers Gerhard Glogowski und von 1995 bis 1996 stellvertretender Leiter von dessen Ministerbüro.
Boris Pistorius war von 1999 bis 2002 zweiter Bürgermeister der Stadt Osnabrück (Vertreter des OB) und legte das Amt aus beruflichen Gründen 2002 nieder. Hintergrund war sein Karriereschritt im Landesdienst: Er übernahm zu dieser Zeit die Leitung der Abteilung "Schulen und Sport" bei der Bezirksregierung Weser-Ems.
Pistorius fand den Weg aber wieder zurück in die Position als Stadtoberhaupt, bei der Oberbürgermeister-Stichwahl erhielt er 2006 55 Prozent der gültigen Stimmen und trat somit die Nachfolge von Hans-Jürgen Fip (SPD) an und hatte von 2006 bis 2013 das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Osnabrück inne. Anschließend war er niedersächsischer Minister für Inneres und Sport.
Mitglied des SPD-Parteivorstands auf Bundesebene ist Pistorius seit 2017, zudem war er zwischen 2017 und 2023 Mitglied des Niedersächsischen Landtages. 2019 kandidierte er mit seiner Parteikollegin Petra Köpping bei der Wahl zum SPD-Vorsitz. Vor seinem neuen Ministerposten war Pistorius zwischen November 2022 und Januar 2023 wieder ordentliches Mitglied im Bundestag.
2023 wurde er als Nachfolger von Christine Lambrecht (SPD) zum Bundesminister der Verteidigung ernannt. Pistorius konnte sich dabei über die Amtsperioden von zwei Kanzlern halten, so war er zunächst im Kabinett Scholz tätig, seit Mai 2025 ist er unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) im Amt. Zudem ist er seit März 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Auch in den News:
Schon seit dem 17. Lebensjahr ist Boris Pistorius SPD-Mitglied
Die Politik wurde dem Verteidigungsminister quasi in die Wiege gelegt, denn wie der "Munzinger" berichtet, war bereits seine Mutter Ursula Politikerin (SPD) und Mitglied des Niedersächsischen Landtages. So scheint es nur logisch, dass er bereits als 16-jähriger Schüler der SPD beitrat. Auch auf seiner eigenen Homepage verweist Pistorius entsprechend darauf, seit rund 50 Jahren Mitglied der Sozialdemokraten zu sein.
Seine ersten politischen Schritte fanden primär hinter den Kulissen der Kommunal- und Landespolitik statt, da sich Boris Pistorius zunächst auf seine Ausbildung und sein Jura-Studium konzentrierte. Nach seinem Parteieintritt engagierte sich Pistorius zunächst bei den Jungsozialisten (Jusos) in Osnabrück. Während seiner kaufmännischen Lehre, des Grundwehrdienstes und des anschließenden Studiums der Rechtswissenschaften (1981–1987) sammelte er erste Erfahrungen in der lokalen Parteiarbeit, ohne jedoch direkt ein öffentliches Wahlamt anzustreben.
Politische Highlights von Boris Pistorius
1996-2013: Mitglied im Rat der Stadt Osnabrück
1999-2002: Ehrenamtlicher zweiter Bürgermeister der Stadt Osnabrück
2006-2013: Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück
2013-2023: Minister für Inneres und Sport des Landes Niedersachsen
seit 2017: Mitglied im SPD-Bundesvorstand
2017-2023: Mitglied des Niedersächsischen Landtages
seit 2023: Bundesminister der Verteidigung im Kabinett Scholz und Merz
seit 2025: Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB)
Familie und Privatleben von Boris Pistorius
Rund um das Privatleben von Boris Pistorius ist nur wenig bekannt. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat der Verteidigungsminister zwei gemeinsame Töchter mit seiner 2015 verstorbenen Ehefrau Sabine Pistorius. Von 2016 bis 2022 war er mit Doris Schröder-Köpf liiert, der Ex-Frau von Altkanzler Gerhard Schröder.
Wie "T-Online" berichtete, trennte sich das Paar "friedlich und geräuschlos". Inzwischen ist Boris Pistorius erneut verheiratet – mit Julia Schwanholz, einer habilitierten Politikwissenschaftlerin. Die Hochzeit Ende 2023 fand zwischen den Jahren statt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin auf "Stern"-Anfrage.
Pistorius und die etwa 20 Jahre jüngere Schwanholz sind beide Mitglieder der SPD. Die Politikwissenschaftlerin ist in Osnabrück als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen bekannt. Sie ist akademische Rätin am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen.
Pistorius hat zwei Brüder. Harald Pistorius, sein älterer Bruder, wurde 1956 geboren. Er ist ein bekannter Journalist und arbeitete jahrzehntelang als Leiter der Sportredaktion bei der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Da beide beruflich im Fokus der Öffentlichkeit stehen, traten Boris und Harald Pistorius gelegentlich auch gemeinsam bei Medienterminen auf, um über Sport und Politik zu sprechen, berichtete die "Lippische Landes-Zeitung". Sein jüngerer Bruder, Fred Pistorius, wurde 1962 geboren. Über ihn ist weit weniger bekannt, da er sein Privatleben abseits der Medien führt. Berichten unter anderem des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zufolge ist sein Lebensmittelpunkt ebenfalls in Osnabrück geblieben.
Wie die dpa berichtete, ist Boris Pistorius bekennender Fan des VfL Osnabrück. Er spielte früher selbst Fußball, wurde von seinem Vater trainiert und schaffte es bis in die Kreisliga. Sein Spitzname als Fußballer war "Kamikaze". Der Verteidigungsminister bezeichnet Hannover als seine zweite Heimat, weil er dort zehn Jahre lang als niedersächsischer Innenminister gearbeitet und viel Zeit verbracht hat.
Die politischen Ziele und Ansichten des Verteidigungsministers
Boris Pistorius übt als Bundesminister der Verteidigung verschiedene wichtige Funktionen gleichzeitig aus. Er fungiert nicht nur als höchster Vorgesetzter aller Soldat:innen und hat die Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte im Frieden, sondern sitzt auch am Kabinettstisch der Bundesregierung.
Aber wofür steht der Bundesverteidigungsminister?
Ich bin fest davon überzeugt: In einem Land, in dem gesellschaftlicher Zusammenhalt zerstört wird, in dem Polarisierung um sich greift, gibt es keine Sicherheit. Weder nach innen noch nach außen.
Sicherheits- und Verteidigungspolitik
Gemäß der dpa sieht Pistorius die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands als zentrale Aufgabe. Er warnt vor einer realen Bedrohungslage durch Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine und betont, dass Deutschland bis 2029 verteidigungsfähig sein müsse. Er prägte den Begriff der "Kriegstüchtigkeit" als Ziel, um auf die Dringlichkeit der Aufgabe hinzuweisen. Die Fähigkeit zur Verteidigung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – ein Land werde nicht allein durch seine Streitkräfte verteidigungsfähig, sondern wenn Verwaltung, Wirtschaft und die Menschen widerstandsfähig seien.
Er fordert "Vorfahrtsregeln für Fragen der nationalen Sicherheit", um schneller und unkomplizierter bauen zu können. Pistorius ist der Meinung, die Bundeswehr gehöre in die Mitte der Gesellschaft, daher treibt er Projekte wie die Stationierung einer Bundeswehr-Brigade in Litauen voran und setzt sich für höhere Verteidigungsausgaben ein – der Haushaltsentwurf sieht 108,2 Milliarden Euro vor, ein Höchststand seit Ende des Kalten Krieges.
Pistorius wolle die Bundeswehr "stark machen für die Zeit, die vor uns liegt", äußerte er sich der "Zeit" zufolge bei seiner Vereidigung. Die Truppe könne sich darauf verlassen, "dass ich mich, wann immer es nötig ist, vor sie stellen werde", versichert der Niedersachse den Soldat:innen.
Ukraine-Krieg
Pistorius zeigt sich gegenüber Russland kritisch. Anlässlich eines Treffens der EU-Verteidigungsminister am 20. Mai 2025 warf er Russland mangelnde Bereitschaft für eine Waffenruhe im Ukraine-Konflikt vor und betonte die Notwendigkeit weiterer Sanktionen.
"Es darf keinen falschen Frieden für die Ukraine geben. Es darf keinen Kapitulationsfrieden geben." Die Ukraine müsse auch zukünftig in der Lage sein, sich zu verteidigen, und benötige starke Streitkräfte sowie robuste Sicherheitsgarantien.
Pistorius setzt auf eine umfassende Stärkung der Ukraine durch Waffenlieferungen und gemeinsame Rüstungsprojekte. Im Mai 2026 kündigte er an, dass Deutschland zusammen mit der Ukraine neue Hightech-Waffen entwickeln wolle, insbesondere unbemannte Systeme mit großer Reichweite im Bereich "deep strike". Deutschland ist nach seinen Angaben inzwischen der größte Unterstützer der Ukraine, nachdem es die USA in dieser Rolle abgelöst hat.
Es geht nicht um Aufrüstung. Wir bedrohen niemanden. Wir werden bedroht.
Schutz der Demokratie
Der SPD-Politiker positioniert sich klar gegen Rechtsextremismus und die AfD. Er forderte, "die Tür nach Rechtsaußen muss geschlossen bleiben" und bezeichnete die Zustimmung der Union zu einem Gesetzentwurf zur Begrenzung der Migration mit AfD-Stimmen als Tabubruch. "Es geht um den Schutz unserer Demokratie", die weder von Gott gegeben noch auf ewig garantiert sei, so Pistorius.
Wenn es um den Demokratieschutz geht, gilt der Bundesverteidigungsminister als hartnäckig. Wie das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung auf seiner Website veröffentlichte, verschaffte ihm sein Einsatz für den Ausschluss der NPD von der Parteienfinanzierung den Ruf, gegen Feinde der Demokratie klare Kante zu zeigen.
Nach Berichten der dpa machte sich Pistorius noch in seiner Position als Innenminister von Niedersachsen für die Ortskräfte der Bundeswehr in Afghanistan stark. Im Juli 2021 forderte Pistorius, ehemalige Ortskräfte der Bundeswehr in Afghanistan auf deutsche Kosten in die Bundesrepublik zu holen. Er sagte damals: "Nach dem Abzug der Bundeswehr und der Polizei müssen wir uns jetzt angemessen um diejenigen Menschen kümmern, die unsere Hilfsmission vor Ort unterstützt haben. Denn gerade sie stehen im Fadenkreuz der Taliban". Pistorius bezeichnete es als "ein kleines Zeichen des Anstands und der Dankbarkeit für die geleisteten Dienste", die Flugkosten für diese Menschen und ihre Familien zu übernehmen.
Direkt nach der Machtübernahme der Taliban im Spätsommer 2021 stellte Niedersachsen kurzfristig mindestens 400 bis 450 Aufnahmeplätze für Menschen aus Afghanistan bereit, so berichtete die "taz". Dabei handelte es sich primär um ehemalige afghanische Ortskräfte, die über Jahre hinweg für die Bundeswehr gearbeitet hatten, sowie deren Familienangehörige.
Das Besondere dabei: Anders als manche Bundesländer verzichtete Niedersachsen auf ein eigenständiges Landesaufnahmeprogramm. Die Aufnahme erfolgte stattdessen über das offizielle Bundesaufnahmeprogramm und das etablierte Ortskräfteverfahren der Bundesregierung. Der damalige Innenminister Pistorius sprach sich besonders für das Aufnahmeprogramm aus, für ihn sei es "die schnellere und effektivere Lösung als einzelne Landesaufnahmeprogramme".
Laut dem "Tagesspiegel" bekam Boris Pistorius wegen seiner Härte gegen Extremismus während seiner Amtszeit als Innenminister von Niedersachsen den Spitznamen "Roter Sheriff". Rot wegen seiner Parteizugehörigkeit zur SPD, "Sheriff" verdankt er seiner strengen "Law-and-Order"-Linie in der Innen- und Sicherheitspolitik. Nach Angaben der Zeitung konnte sich der heutige Verteidigungsminister aber nie mit dieser Betitelung anfreunden, er betonte mehrfach öffentlich, dass ihm neben der Härte des Gesetzes auch liberale und rechtsstaatliche Grundsätze sehr wichtig seien.
Dieser Kritik musste sich der Verteidigungsminister stellen
Kritik bei seiner Ernennung
Die Überraschung war groß, als Boris Pistorius von Olaf Scholz zum neuen Bundesverteidigungsminister ernannt wurde. Schnell gab es aus den Reihen der Politik Kritik: "Erneut spielen Sachkompetenz und Erfahrung mit der Bundeswehr keine Rolle", sagte der damalige stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Johann Wadephul (CDU), der dpa. Bei der Personalie handle es sich um eine "Besetzung aus der B-Mannschaft". Damit sei Ex-Kanzler Scholz "eine echte Überraschung gelungen. Nur leider keine gute", so die Aussage.
Die AfD kritisierte ebenfalls die Ernennung. Co-Parteichefin Alice Weidel schrieb, mit Pistorius folge "der nächste Verteidigungsminister ohne irgendwelche Expertise auf seinem Fachgebiet". Der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Rüdiger Lucassen, bezeichnete Pistorius als "einen weiteren Parteisoldaten ohne Fachkompetenz und Affinität zu unseren Streitkräften".
Ich habe in der Politik keine Freunde.
Kritik am Russland-Kurs
Kritik gab es auch für den Russland-Kurs des SPD-Politikers. Der niedersächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Tilman Kuban kritisierte die frühere Haltung von Boris Pistorius zu Russland und forderte den Verteidigungsminister zur Kurskorrektur auf. "Der Nächste aus der Russland-Connection nimmt seinen Platz im Bundeskabinett ein", wetterte Kuban in der "Bild" und fügte hinzu: "Boris Pistorius muss jetzt den Neuanfang in der Ukraine-Politik deutlich machen und seine früher offen kremlfreundliche Linie hinter sich lassen."
CDU-Chef Friedrich Merz kritisierte bei einem Besuch in der Ukraine Deutschlands Unterstützung als zu zögerlich. Die bisherige deutsche Politik zwinge das Land, sich mit einem Arm auf den Rücken gebunden zu verteidigen. Pistorius wehrte sich gegen diese Kritik und nannte sie "infam und unredlich". Er betonte, dass Deutschland der größte Unterstützer der Ukraine in Europa sei.
Kritik von SPD-Parteikollegen
Im November 2023 geriet Pistorius mit der Aussage, dass die Bundeswehr wieder "kriegstüchtig" werden müsse, in die Kritik. "T-Online" schrieb, dass mehrere Politiker:innen Pistorius in der Folge für seine Aussage kritisierten, unter anderem der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner. Auch der Vorsitzende des Europaausschusses, Anton Hofreiter (Die Grünen), distanzierte sich von der Wortwahl.
Auch in Bezug auf seinen Umgang mit der Russland-Politik musste sich Pistorius mit Kritik aus den eigenen Reihen auseinandersetzen. Wie die dpa berichtete, wies er die Forderung prominenter SPD-Politiker nach einer Kehrtwende in der Russland-Politik zurück, die in einem "Manifest" unter anderem von Ex-Fraktionschef Rolf Mützenich und Ex-Parteichef Norbert Walter-Borjans eine Abkehr von der Aufrüstungspolitik sowie direkte diplomatische Gespräche mit Moskau forderten.
Trotz Kritik – Boris Pistorius ist oft beliebtester Politiker Deutschlands
Boris Pistorius hat in der Wähler:innengunst seit seinem Amtsantritt einen rasanten Aufstieg erlebt. Er zeigte sofort, dass er anpacken will und dass er keine Scheu vor der Nähe zur Truppe hat. Laut dpa erreichte er bereits kurz nach seinem Amtsantritt als Bundesverteidigungsminister am 19. Januar 2023 Spitzenpositionen in Beliebtheitsrankings.
Seine Beliebtheit hielt über längere Zeit an. Im Juni 2024 wurde er vom Magazin "Politik & Kommunikation" als Politiker des Jahres ausgezeichnet, wobei ihn damals nach Angaben des Magazins seine "unprätentiöse und zupackende Art" zu einem der "beliebtesten Politiker Deutschlands" machte. Auch im Februar 2025 war er Umfragen zufolge der beliebteste Politiker in Deutschland.
Grundsätzlich stellt die Bevölkerung Pistorius also ein gutes Zeugnis aus, laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild" vom Januar 2024 wünschten sich sogar 64 Prozent der Befragten einen Kanzlerwechsel von Olaf Scholz zu Boris Pistorius. Nach ihrer Ansicht sollte Pistorius noch in der bis 2025 laufenden Legislaturperiode Scholz an der Spitze der Regierung ablösen. Doch obwohl die Rufe nach einer Kanzlerkandidatur von Pistorius im Vorfeld der vorgezogenen Bundestagswahl immer lauter wurden, kam es nicht dazu. Der SPD-Politiker verkündete im November 2024 offiziell, er "stehe nicht für Kanzlerkandidatur zur Verfügung" und überließ Scholz das Feld. Nach der Wahl wurde er im Kabinett Merz erneut zum Verteidigungsminister ernannt.
FAQ: Boris Pistorius
Boris Pistorius absolvierte eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Von 1980 bis 1981 leistete er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster.
Wie der "Merkur" berichtet, verdient Boris Pistorius derzeit ein Brutto-Gesamtgehalt von rund 34.287 Euro pro Monat. Dies entspricht einem Brutto-Jahreseinkommen von etwa 410.000 Euro. Sein Einkommen setzt sich dabei aus zwei gesetzlich geregelten Komponenten zusammen: seinen Amtsbezügen als Bundesminister der Verteidigung sowie seinen Bezügen als Bundestagsabgeordneter.
Boris Pistorius ist Witwer, seine Frau Sabine Pistorius starb 2015 an den Folgen einer Krebserkrankung. Ende 2023 heiratete der Verteidigungsminister aber erneut. Mit seiner Ehefrau Julia Schwanholz (Politikwissenschaftlerin) spricht er nach Angaben der dpa nicht über Parteipolitik, sondern über die Dinge, die alle Menschen bewegen.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius spricht neben seiner Muttersprache Deutsch drei weitere Sprachen: Englisch, Französisch und Russisch, wie "T-Online" berichtet.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
bmvg.de: "Boris Pistorius"
munzinger.de: "Boris Pistorius"
noz.de: "Harald Pistorius"
bundesregierung.de: "Bundesminister der Verteidigung"
merkur.de: "So viel verdient Boris Pistorius als SPD-Verteidigungsminister"
t-online.de: "Besuch in Kiew: Diese Sprachen beherrscht Boris Pistorius", "'Das trifft es auf den Punkt'"
stern.de: "Liebe unter Parteifreunden: Boris Pistorius und Julia Schwanholz haben geheiratet"
rnd.de: "Was Boris Pistorius und sein Bruder Harald beim Fußball fürs Leben lernten"
mi.niedersachsen.de: "Niedersächsische Initiative umgesetzt: Bundesverfassungsgericht entscheidet über Ausschluss der NPD von der staatlichen Parteienfinanzierung"
taz.de: "Vom Kriegsland nach Friedland"
tagesspiegel.de: "Auf seinen Spitznamen ist er nicht stolz"
zeit.de: "Pistorius will sich "mit 150 Prozent" in die neue Aufgabe stürzen"
bild.de: "Die heikle Russland-Vergangenheit von Pistorius", "Kommt es zum Kanzler-Wechsel?"
politik-kommunikation.de: "Boris Pistorius ist 'Politiker des Jahres'"
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