Straße von Hormus
Bundeswehr verlegt Minenjagdboot Richtung Mittelmeer
Veröffentlicht:
von dpa:newstime
Pistorius stellt Militärstrategie vor
Videoclip • 31 Sek • Ab 12
Angesichts der angespannten Lage rund um die Straße von Hormus bereitet sich die Bundeswehr auf einen möglichen Einsatz vor. Ein Minenjagdboot soll ins Mittelmeer verlegt werden, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Voraussetzung bleiben jedoch ein Ende der Kampfhandlungen, ein Bundestagsmandat und eine völkerrechtliche Grundlage.
Das Wichtigste in Kürze
Die Bundeswehr verlegt ein Minenjagdboot ins Mittelmeer.
Hintergrund ist die angespannte Lage in der Straße von Hormus.
Ein Einsatz erfolgt nur bei politischem Mandat und nach Kriegsende.
Die Deutsche Marine plant ihr Minenjagdboot "Fulda" in den kommenden Tagen ins Mittelmeer zu verlegen. "Damit erfolgt eine Vorausstationierung für eine mögliche Beteiligung der Bundeswehr an einem multinationalen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus", teilte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums auf Anfrage mit. Durch diesen Schritt werde Zeit gespart, um die Fähigkeiten der "Fulda" schnell in den Einsatz zu bringen, sobald die durch die Bundesregierung dafür bestimmten Voraussetzungen erfüllt seien.
Blockade der Straße von Hormus belastet die Wirtschaft
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte zuvor der "Rheinischen Post" gesagt: "Wir werden einen Minensucher ins Mittelmeer verlegen und ihm ein Führungs- und Versorgungsschiff zur Seite stellen." Infolge des Iran-Kriegs ist die Straße von Hormus derzeit blockiert. Die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman ist eine wichtige Schifffahrtsroute, vor allem für den Ölhandel. Die Blockade belastet daher die Weltwirtschaft.
Pistorius betonte gegenüber der Zeitung, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnerte er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
Deutschland ist regelmäßig mit einem Minenjagdboot beziehungsweise einem Führungs- und Versorgungsschiff im Minenabwehrverband 1 der Nato vertreten, der hauptsächlich vor den Küsten Nordeuropas unterwegs ist. Die übliche Besatzungsstärke eines Minenjagdbootes liegt zwischen 40 und 45 Personen.
Vorbereitungen in Kiel
Das Minenjagdboot "Fulda" habe seine aktuelle Beteiligung am Minenabwehrverband 1 beendet, teilte die Sprecherin mit. Bei einem Hafenaufenthalt in Kiel würden in den nächsten Tagen die logistischen und administrativen Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus getroffen.
Wenn diese Vorbereitungen beendet seien, werde die "Fulda" zeitnah ins Mittelmeer verlegen und dort zunächst Aufgaben im Rahmen des Nato-Minenabwehrverbands 2 übernehmen. Dieser konzentriert sich vor allem auf das Mittelmeer und angrenzende Seegebiete.
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Erst nach Ende der Kampfhandlungen
Die Sprecherin sagte, das Verteidigungsministerium und die Bundesregierung "werden einen wesentlichen und sichtbaren Beitrag" in einer internationalen Koalition zum Schutz der freien Seefahrt in der Straße von Hormus leisten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte angeboten, dass Deutschland sich an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus beteiligen könnte.
Konkret habe Deutschland für eine mögliche Unterstützung mit seegestützter Minenabwehr, einer Führungs- und Versorgungsplattform sowie seegestützter Aufklärung angezeigt, sagte die Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Wesentliche Voraussetzungen dafür seien die nachhaltige Beendigung der Kampfhandlungen, eine völkerrechtliche Grundlage sowie ein Mandat des Bundestags.
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