Weltpolitik
UN stimmen für neue Weltkarte – Afrika nun größer
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
USA zeigen völlig falsche Afrika-Karte
Videoclip • 01:07 Min • Ab 12
Auf gängigen Weltkarten wirkt Grönland fast so groß wie Afrika – dabei ist der Kontinent 14-mal größer. Auf Antrag Togos fordern die Vereinten Nationen nun eine realistischere Darstellung. Nur ein Land stimmt dagegen.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur dafür gestimmt, die traditionelle Weltkarte durch eine Version zu ersetzen, die die Größe Afrikas präziser abbildet. Für die Resolution "Correct the map" votierten 164 Staaten, sechs enthielten sich; die USA stimmten als einziges Land dagegen. Eingebracht hatte den Antrag Togo, unterstützt von Mitgliedern der Afrikanischen Union.
Auch in den News:
"Die Karte zu korrigieren bedeutet, die Art und Weise zu korrigieren, wie wir die Welt sehen."
Bindend ist das Ergebnis nicht. Doch die Resolution ruft Regierungen, Schulen, internationale Organisationen und Technologieunternehmen dazu auf, die "Equal Earth"-Projektion oder andere flächengetreue Karten zu verwenden.
Hintergrund ist die international noch immer am häufigsten genutzte Mercator-Projektion. Sie wurde nach Angaben des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie 1569 für die Seefahrt entwickelt. Schon damals war bekannt, dass sie Flächen nicht maßstabsgetreu wiedergibt: Je weiter ein Gebiet vom Äquator entfernt liegt, desto größer erscheint es. Ursache der Verzerrung ist, dass die annähernd kugelförmige Erde auf eine zweidimensionale, rechteckige Fläche übertragen wird.
Togos Außenminister Robert Dussey sprach auf der Plattform X von einem "historischen Moment: Die Welt hat sich für eine Korrektur der Karte entschieden." Die Entscheidung gehe weit über Kartographie hinaus. Zu lange hätten überlieferte Darstellungen die Wahrnehmung der tatsächlichen Größe Afrikas und anderer Regionen verzerrt. "Die Karte zu korrigieren bedeutet, die Art und Weise zu korrigieren, wie wir die Welt sehen."
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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