Nach Cyberangriff

IT-Experte wirft Berlin nach Datenleck "grobe Fahrlässigkeit" vor

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Grüne fordern stärkere Cyberabwehr

Videoclip • 01:07 Min • Ab 12


Nach dem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung sind 5,8 Terabyte Daten im Darknet veröffentlicht worden. IT-Experte Manuel Atug erhebt schwere Vorwürfe gegen den Senat.

Nach einem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung sind laut Senat rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte im Darknet veröffentlicht worden. Die Hackergruppe Rhysida soll die Daten Mitte August unbemerkt abgezogen und anschließend ein Lösegeld von 30 Bitcoin gefordert haben – damals umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Das Land Berlin zahlte nach bisherigen Angaben nicht.

Der IT-Sicherheitsexperte Manuel Atug erhebt nach dem Vorfall schwere Vorwürfe gegen die Berliner Behörden. "Das Land Berlin hat grob fahrlässig gehandelt und vorsätzlich die Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten", sagte der Gründer und Sprecher der Arbeitsgruppe Kritische Infrastrukturen (AG Kritis) der Deutschen Presse-Agentur. Er sei "wirklich schockiert und sprachlos".


Warnungen vor Sicherheitslücken

Atug zufolge gelten für Speicherung und Verarbeitung geheimer Verschlusssachen besonders strenge Sicherheitsvorgaben. Nach seiner Einschätzung wurden diese offenbar nicht ausreichend umgesetzt. Ob und in welchem Umfang tatsächlich geheim eingestufte Unterlagen unter den veröffentlichten Dateien sind, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Der Sicherheitsberater erklärte, er habe bereits mehrfach auf Probleme hingewiesen. Als Sachverständiger sei er 2023 und 2025 in den Berliner Innenausschuss eingeladen worden. Dort habe er die Verantwortlichen laut eigener Aussage gewarnt: "Ihr betreibt desolate Cybersicherheit. Ihr müsst euch dringend um eure Sicherheitsprozesse kümmern." Eine Vernachlässigung könne schwere Folgen haben – "genau das ist jetzt eingetreten", sagte Atug.

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Rhysida fordert Millionenbetrag

Die Gruppe Rhysida ist als Erpressungsgruppe bekannt, die nach Cyberangriffen Daten kopiert und mit deren Veröffentlichung droht. Im Fall Berlin hatten die Angreifer:innen laut Angaben der Behörden 30 Bitcoin verlangt. Nachdem der Senat nicht gezahlt hatte, wurden die Daten am Freitag im Darknet veröffentlicht.

Nun geht es für die Behörden darum, den Umfang des Schadens zu bewerten und mögliche Folgen für Betroffene zu begrenzen. Wenn personenbezogene Daten, interne Verwaltungsunterlagen oder besonders schützenswerte Informationen betroffen sind, könnte der Angriff weitreichende Konsequenzen haben.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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