Milliarden-Rüstungsprojekt

Aus für Fregatte F126: Pistorius beerdigt größtes Marine-Projekt

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Aus für größtes Fregatten-Projekt der Bundeswehr

Videoclip • 01:00 Min • Ab 12


Das Rüstungsprojekt Fregatte 126 war milliardenschwer - und mit vielen Problemen behaftet. Jetzt zieht Verteidigungsminister Pistorius die Reißleine.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fregatte F126 wird niemals vom Stapel laufen.

  • Die Bundesregierung stoppt das milliardenschwere Projekt nach zahlreichen Verzögerungen.

  • Stattdessen sollen nun andere Kriegsschiffe gegen die Bedrohung durch Russland angeschafft werden.

Die Bundesregierung stoppt das milliardenschwere Rüstungsprojekt für die Fregatte F126 und will stattdessen acht andere Kriegsschiffe für die U-Boot-Jagd beschaffen. Das teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch (24. Juni) mit. Es reagiere damit auf erhebliche Verzögerungen und drohende Kostensteigerungen bei dem Vorhaben.

Anstelle der ursprünglich geplanten sechs Fregatten vom Typ F126 sollten nun acht MEKO-Fregatten des Typs A-200 gekauft werden, vorbehaltlich der Billigung durch den Haushaltsausschuss des Bundestages. Diese würden von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) gebaut.


Kosten für F126-Fregatten hätten sich fast verdoppelt

Ursprünglich sollten die sechs F126-Fregatten rund zehn Milliarden Euro kosten. Nachdem der niederländische Generalunternehmer Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) den Zeit- und Kostenrahmen nicht einhalten konnte, wurde im Ministerium ein Wechsel geprüft. Dieser hätte die Gesamtkosten jedoch auf über 18 Milliarden Euro ansteigen lassen. Zudem hätte der Bund laut Ministerium auf mögliche Schadenersatzansprüche gegenüber DSNS verzichten müssen, was das Ministerium als nicht verantwortbar abgelehnt habe. Die Beschaffung der nun geplanten acht MEKO-Fregatten soll insgesamt rund 11,6 Milliarden Euro kosten. Für die jetzt gestoppten F126-Schiffe sind inzwischen Kosten von rund 2,3 Milliarden Euro entstanden.

Marine setzt jetzt auf U-Boot-Jäger

Mit der Umstellung wolle die Regierung die der NATO zugesagten Fähigkeiten zur seegestützten U-Boot-Jagd schnellstmöglich realisieren, so das Ministerium. Der Inspekteur der Marine habe bestätigt, dass die Fregatten des Typs MEKO A-200 den Kernauftrag erfüllen können. Ein einheitlicher Schiffstyp biete zudem erhebliche Vorteile bei Betrieb, Wartung und Ausbildung. Das Ministerium wolle dem Haushaltsausschuss schnellstmöglich die Entscheidungsgrundlage für den Kauf vorlegen.

Laut "Bild" hatte sich das Pistorius-Ministerium noch im Februar optimistisch gegeben: "Zum aktuellen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass das Projekt, wenn auch mit zeitlichen Verzögerungen, fortgeführt werden kann", hieß es vor wenigen Monaten.

Nach zahlreichen Verzögerungen stoppt Bundesverteidigungsminister Pistorius das riesige Rüstungsprojekt für die Fregatte F126.

Bild: Stefan Sauer/dpa


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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur Reuters

Bild: "Aus für größtes Kampfschiff der Bundeswehr"

Nachrichtenagentur dpa

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