Tausende Feldwebel betroffen

Bundeswehr stoppt Beförderungen für Unteroffiziere – Soldatenverbände verärgert

Veröffentlicht:

von Momir Takac

:newstime

Beförderungsstopp bei der Bundeswehr

Videoclip • 01:23 Min • Ab 12


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Feldwebel werden bislang aufgrund pauschaler Mindestdienstzeiten befördert. Die Bundeswehr stoppt diese Praxis nun zum 1. Juli.

Das Wichtigste in Kürze

  • Feldwebel werden in der Bundeswehr nicht mehr nur nach Dienstzeit befördert.

  • Gerichte hatten die Praxis kritisiert und Beurteilungen eine größere Bedeutung beigemessen.

  • Der Verband der Soldaten spricht von einem Vertrauensbruch.

Die Bundeswehr hat einen Beförderungsstopp für Hauptfeldwebel und Hauptbootsleute (Marine) verhängt. Sie reagiert damit auf Gerichtsurteile, die das verfassungsrechtliche Leistungsprinzip verletzt sehen. Mit einer Beförderung einzig aufgrund von Dienstjahren ist bald Schluss.

Bundeswehr stoppt automatische Feldwebel-Beförderung nach Dienstjahren

Die neue Regelung tritt am 1. Juli in Kraft und dauert voraussichtlich bis Anfang 2027 an. Bis dahin will die Bundeswehr ein neues System für den Aufstieg etablieren. Bisher ist die Beförderungspraxis an Mindestdienstzeiten geknüpft. So war für die Beförderung vom Feldwebel bis zum Stabsfeldwebel eine Mindestdienstzeit von 16 Jahren vorgesehen. Davon betroffen sind Tausende Feldwebel, die auch als Unteroffiziere mit Portepee bezeichnet werden.

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Auch in den News:

Zuvor hatte Generalinspekteur Carsten Breuer den Stopp der Beförderungen mit Gerichtsurteilen begründet. Demnach ist eine Beförderung nur nach Dienstzeit nicht rechtmäßig, Beurteilungen müssten eine größere Bedeutung haben. Zuletzt entschieden hatte das das Oberverwaltungsgericht Münster im Juli 2025, als es eine Grundsatzentscheidung des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2004 bestätigte.


Soldatenverbände verärgert: "Potenzial zum Supergau"

Breuer räumte in einem Instagram-Beitrag ein, dass sich Beförderungen verschieben würden: "Das ist nicht schön, und es gefällt auch mir nicht." Man wolle aber mit neuen Regelungen sicherstellen, dass auch künftig Unteroffiziere ihre Laufbahnziele erreichen könnten. "Um kriegstüchtig zu sein, brauchen wir sie", sagte Breuer weiter.

In der Truppe sorgt der Beförderungsstopp für Verärgerung. Dies sei ein Schlag gegen das ohnehin schon beschädigte Vertrauen und sei mit Blick auf das Bestandspersonal inakzeptabel, kritisierte Tobias Brösdorf vom "Verband der Soldaten der Bundeswehr" am Sonntag (17. Mai). Der Beförderungsstopp habe das "Potenzial zum Supergau", zitierte die "Bild" den "Deutschen Bundeswehrverband". Bald könnte in der Bundeswehr die Altersgrenze für Reservist:innen angehoben werden.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur Reuters

Bild.de: "Brisanter Pistorius-Befehl für Tausende Soldaten"

Nachrichtenagentur dpa

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