Wachstum für deutsches Militär

Bundeswehr: Altersgrenze für Reservisten soll auf 70 steigen

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

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Reservisten bis 70: Neuer Plan für die Bundeswehr

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Die Bundeswehr möchte sich vergrößern. Wie? Die Altersgrenze für Reservekräfte anheben. Das schlägt der Vorsitzende des Reservistenverbands vor. An den aktuellen Arbeitsbedingungen möglicher Reservist:innen gibt es Kritik.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bundeswehr möchte sich vergrößern: Bis 2035 soll es 200.000 Reservist:innen geben.

  • Bastian Ernst, Präsident des Reservistenverbandes, betont die Erfahrung und Fähigkeiten der Älteren.

  • Für die Reservekräfte sind Wehrübungen bislang freiwillig, daran gibt es Kritik.

Bis 2035 möchte die Bundeswehr ihren Soldat:innenstand auf 260.000 Aktive und 200.000 Reservist:innen erhöhen.

Bastian Ernst, der neue Präsident des Reservistenverbandes, hat dafür bereits einen Plan: "Wir sollten die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen", sagte er gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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Auch Rentenalter steige

"Die Leute bleiben länger fit. Wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden", so Ernst weiter.

Zudem führt der Vorstandspräsident an: "Wenn wir auf Seite der Jungen ein Nachwuchsproblem beklagen, dann sollten wir an der anderen Seite der Alterspyramide ebenfalls nachbessern." Das Renteneintrittsalter steige ja auch, so Ernst. Verfahre man beim Alter für Reservekräfte ebenso, könne man die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands stärken.

Am Mittwoch (22. April) will Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Militärstrategie der Bundeswehr sowie ihr neues Fähigkeitsprofil vorstellen.

Bisher keine Verpflichtung für Wehrübungen

Bislang gilt das Freiwilligkeits-Prinzip für Reservist:innen der Bundeswehr. Für sie gibt es keine Verpflichtung, an Wehrübungen teilzunehmen. Genau wie ihre Arbeitgeber:innen müssen sie erst ihre Zustimmung zu einer solchen Übung geben. Kritik zu dieser Regelung gibt es schon länger.

Auch Bastian Ernst sieht Wichtigkeit darin, diese Freiwilligkeit auf Arbeitgeber:innenseite aufzuheben: "Sie sollten kein Einspruchsrecht haben, wenn Reservisten zu Übungen eingezogen werden sollen. Die Reservisten selbst sollten wir aber nicht zwingen", erklärt er.

Eine Aufgabe für die neue Wehrerfassung

Angesichts des bis 2035 angestrebten Wachstums soll die Reserve wesentlich aus den Soldat:innen bestehen, die den neuen Wehrdienst leisten. Die gesetzlichen Grundlagen dafür bestehen seit Beginn des Jahres.

Laut Ernst ist die genaue Anzahl aktuell tätiger Reservist:innen unklar. Es sei lediglich bekannt, dass acht bis neun Millionen Menschen bei der Bundeswehr gedient hätten. Rund 60.000 Reservist:innen seien zuletzt von der Bundeswehr beordert, also fest eingeplant worden.

Der Reservistenverband habe etwa 110.000 Mitglieder. Ernst betont: "Aufgabe der neuen Wehrerfassung wird es jetzt sein, die Zahl genau zu erfassen."



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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