Krimi in der Ostsee

Buckelwal Timmy "kritisch, aber vital" – Futter und größeres Gerät sollen helfen

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

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Rettungskrimi um Buckelwal bei Poel

Videoclip • 02:29 Min • Ab 12


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Der erneut liegen gebliebene Buckelwal Timmy zeigt Anzeichen von Stress, wie eine nächtliche Kontrollfahrt zeigt. Nun bekommt er Futter angeboten. Gelingt die Rettungsaktion?

Das Wichtigste in Kürze

  • Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal war am Montag losgeschwommen – und kam wenig später erneut nicht mehr vorwärts.

  • Laut Umweltminister Backhaus das Tier mittlerweile zum fünften Mal fest.

  • Eine Kontrollfahrt in der Nacht zu Dienstag zeigt: Das Tier ist gestresst – nun soll ihm Futter angeboten werden.

Zwischen Hoffen und Bangen: Die private Rettungsaktion für Buckelwal Timmy vor der Ostsee-Insel Poel geht am Dienstag (21. April) weiter. In deren Rahmen soll Timmy Futter wie Hering und Shrimps angeboten werden. Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist der Zustand des Wals kritisch, aber vital. Aufgrund fallender Wasserstände soll größeres Gerät zum Einsatz kommen.

Backhaus hat betont, dass bei der Aktion das Tierwohl im Mittelpunkt stehe. "Wenn das abdriftet in eine Richtung, dass dem Tier Schaden zugefügt wird, dann ist eine Grenze erreicht", erklärte Backhaus am Morgen in Kirchdorf. Für den SPD-Politiker gelte der Grundsatz Tierwohl und Tierschutz.

Hier kannst du die Hilfsaktionen vom Vormittag für Wal Timmy noch einmal ansehen:

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Wal schon zum fünften Mal gestrandet

Minister Backhaus unterstrich, der Buckelwal sei mittlerweile zum fünften Mal gestrandet. Immer wieder führe Timmys Orientierung ihn in flache Gewässer und dies müsse man zur Kenntnis nehmen. "Auf der anderen Seite habe ich persönlich immer gesagt, wir helfen ihm. Solange er lebt, helfen wir ihm."

Hierfür sind weitere Beratungen nötig: Die Mitglieder der privaten Rettungsinitiative kamen planmäßig am Dienstag um 9 Uhr mit DLRG-Einsatzkräften, Behördenvertreter:innen sowie Backhaus im teils abgesperrten Hafen des kleinen Ortes auf der Insel Poel zusammen.

Bereits in der Nacht hatte sich Backhaus gemeinsam mit Expert:innen der Landesfischereiaufsicht dem Tier mit einem Boot genähert. Bis auf etwa 500 Meter kamen sie an den Buckelwal heran. Der Wal sei laut Backhaus von den Ereignissen des Tages gestresst. Dies machte der Umweltminister an den Atemfrequenzen des Wals fest, die zunächst zwischen zwei und vier Minuten gelegen hätten, sich später jedoch verlangsamt hätten.

Teammitglieder verlassen Initiative

Mehrere Teammitglieder haben die private Initiative zur Rettung des Wals vor Poel verlassen oder fallen vorerst aus. Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin des Teams aufgetreten ist, tritt zurück. Sie mache den Weg frei, da eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen "für uns" nicht mehr möglich sei.

"Unser Ziel war es stets, die professionelle und ruhige Umsetzung des Konzepts, das Mensch und Tier schützt. Die aktuellen Entwicklungen und die Dynamiken vor Ort entsprechen jedoch nicht mehr den Grundwerten und Standards, für die ich persönlich und wir als Team stehen", heißt es in einer schriftlichen Mitteilung von Gregorys.

Weiter teilt sie mit: "Um die Integrität unserer bisherigen Arbeit zu wahren und die weitere Rettung des Tieres nicht durch interne Differenzen zu belasten, ist ein klarer Schnitt zum jetzigen Zeitpunkt unumgänglich."


Hoffnung am Montagabend

Am Montagabend (20. April) war Hoffnung aufgekeimt. Der im flachen Wasser liegende Wal habe sich bewegt, hatte Till Backhaus gesagt. Bis zur Fahrrinne mit tieferem Wasser sei es noch ein Stück. Helfer:innen hatten zuvor Schlick unter dem Tier weggeblasen, um ihm den Start zu erleichtern.

Nachdem das Tier rund drei Wochen in der Bucht festgelegen hatte, war der Wal am Montagmorgen plötzlich losgeschwommen. Nach zwei Stunden lag er aber am Ausgang der Kirchsee genannten Bucht wieder im flachen Wasser fest.

Zuvor hatte der Wal mehrfach die Richtung gewechselt – mit Kirchdorf an einem Ende der Bucht und auf der anderen Seite in Richtung Ostsee. Angeleitet von Booten hatte er bis zu seinem Anhalten schließlich die richtige Richtung eingeschlagen.

Nach Auskunft des beauftragten Tauchunternehmers Fred Babbel soll der Buckelwal aus dem Kirchsee in die Wismarbucht und dort Richtung Nordwesten zum offenen Meer geleitet werden. Boote sollen ihm demnach den Weg nach Osten, in Richtung Wismar, versperren.

Teils nur hüfttiefes Wasser im Kirchsee

"Es ist ein Nadelöhr, durch das er durchmuss", sagte Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die den privaten Bergungsversuch ebenso wie Mediamarkt-Gründer Walter Gunz mitfinanziert. Das Wasser außerhalb der Fahrrinne ist im Kirchsee vielerorts nur hüfttief.


Das Wasser sei seines Wissens nach am Ausgang des Kirchsees sehr flach, erklärte auch ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums. Um die Schwelle zu passieren, müsse der Wal einen Bogen schwimmen, um gut herauszukommen. Die Bucht ist nach Angaben des Sprechers ansonsten zwischen 90 Zentimetern und 1,10 Meter tief. Mindestens mehr als neun Meter tief sei demnach das Fahrwasser der anschließenden Wismarbucht, die das Tier in Richtung Ostsee durchqueren muss.

Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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