Weißwal identifiziert
"Schneeweiß": Augenzeuginnen sichten Belugawal, der sich wie Timmy in die Ostsee verirrt hat
Aktualisiert:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Zustand von gestrandetem Wal schlecht
Videoclip • 28 Sek • Ab 12
Nach Buckelwal Timmy sorgt seit einigen Tagen erneut ein Wassertier für Aufsehen: Ein grönländischer Belugawal hat sich in die Gewässer um Alsen bei Flensburg verirrt. Alles zur neuen Wal-Sichtung hier.
Das Wichtigste in Kürze
Bei Flensburg wurde ein seltener Weißwal in der Ostsee beobachtet.
Ein Walexperte schätzt die Prognose für eine Rückkehr des Tieres ins offene Meer positiv ein.
Kleines Trostpflaster: Der Belugawal bringt etwas Leichtigkeit in die Berdas traurige Schicksal von Wal Timmy.
Rund um die dänische Insel Alsen in der Ostsee tummeln sich viele Schaulustige. Alle wollen einen Blick auf das Spektakel im Wasser werfen. Wie die Zeitung "Der Nordschleswiger" berichtet, handelt es sich dabei nicht etwa um den auf einer Sandbank gestrandeten Timmy, sondern um einen seltenen Belugawal in der Flensburger Förde.
Auch in den News:
Seltene Spezies aus der Arktis
Laut Expert:innen stammt der Weißwal, auch Beluga genannt, aus arktischen und subarktischen Regionen. Die gleiche Spezies wurde bereits vor etwa einem Monat in Dänemark gesichtet. Vermutlich handelt es sich bei dem Wal vor Alsen um ein und dasselbe Tier.
Über mehrere Tage wurde der Beluga Informationen des "Nordschleswigers" zufolge in den Gewässern bei Flensburg gesehen. Nach den Beobachtungen sei der Wal jetzt deutlich weiter in die Förde vorgedrungen.
"Er ist immer wieder aufgetaucht", bezeugt Wibke Hagemeier, die zusammen mit Franzi Baudisch auf einem Spaziergang entlang des Wassers plötzlich Besuch bekommen habe, berichtet der "Nordschleswiger". Eine der beiden Frauen habe ein Fernglas organisiert, um den Wal genauer zu beobachten. "Eine Rückenfinne konnte man nicht erkennen, sodass uns schnell klar war, es muss ein Belugawal sein", habe sich Baudisch erinnert. Seine Farbe habe außerdem einen Hinweis gegeben. "Er war schneeweiß", habe Baudisch berichtet. Damit sei ausgeschlossen, dass es sich um einen heimischen Schweinswal handle.
Auch Walexperte Andreas Pfander bestätigt: Der neu aufgetauchte Ostsee-Besucher sei "eindeutig ein Beluga". Diese würden sich immer wieder in Richtung Ostsee verirren, erklärt auch der dänische Walforscher Carl Christian Kinze gegenüber dem "Nordschleswiger". Grund sei die Vorliebe der Tiere für küstennahe Gebiete.
Zuletzt wurde in den Gewässern bei Flensburg 2012 ein Weißwal gesichtet.
Experte hat Hoffnung für den Beluga
Weißwale können bis zu sechs Meter lang und über eine Tonne schwer werden. Sie gelten nicht nur als freundliche und soziale Meeresbewohner, sondern sind besonders für ihre außergewöhnlichen Laute bekannt: Mit einem breiten Repertoire aus Pfeifen, Zirpen und Klicklauten werden sie auch "Kanarienvögel des Meeres" genannt.
Der Experte Kinze zeigt sich gegenüber dem "Nordschleswiger" zuversichtlich, dass der Wal eigenständig zurück in offenere Gewässer findet. Fischernetze könnten für den Beluga allerdings eine Gefahr darstellen.
Trost in Zeiten von Timmy
Im Gegensatz zum extrem geschwächten Buckelwal Timmy, der mehrmals im Meer vor Wismar feststeckte, wirkt der Belugawal gesund und lebendig. Immer wieder sieht man ihn beim geschmeidigen Auftauchen und Ausblasen an der Wasseroberfläche.
Der neu aufgetauchte Wal sorgt angesichts Timmys letzter Schicksalstage nicht nur bei den Menschen vor Ort für positive Stimmung, berichtet RTL. Für viele Mitfiebernde ist der Flensburger Beluga wohl ein kleiner Lichtblick am Wal-Himmel.
Verwendete Quellen:
Der Nordschleswiger: "Weißer Gast in der Flensburger Förde: Seltener Belugawal sorgt für Aufsehen"
Der Nordschleswiger: "Belugawal in der Flensburger Förde vor Sonwik gesichtet"
RTL: "Nach dem Drama vor Wismar: Jetzt verzaubert ein Belugawal die Flensburger Förde"
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