Nahrungsergänzungsmittel

Magnesium im Check: Öko-Test warnt vor krebserregenden Stoffen und Überdosierung

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

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Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich

Videoclip • 01:35 Min • Ab 12


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Magnesium: Das Wundermittel gegen Muskelkrämpfe und für einen gesunden Mineralhaushalt – vermeintlich. Denn eine Untersuchung von Öko-Test liefert erschreckende Ergebnisse: von überdosierten Präparaten bis hin zu krebserregenden Schadstoffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Öko-Test fand in einigen der untersuchten Magnesiumpräparate darmschädigende sowie krebserregende Stoffe.

  • Bis zu 250 Milligramm empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als Tagesbedarf an Magnesium – jedes zweite Testprodukt soll diese Angabe überschreiten.

  • Magnesium sei als Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Menschen laut Öko-Test unnötig, der Tagesbedarf wäre auch durch alltägliche Lebensmittel schnell gedeckt.

Jeden Tag eine Extraportion Magnesium: Damit wollen viele Nerven, Muskeln und Knochen stärken. Doch der Schein trügt. Öko-Test warnt in einer aktuellen Untersuchung vor den beliebten Präparaten – in vielen der in Supermarkt und Drogerie erhältlichen Produkte sollen gefährliche Zusatzstoffe stecken.

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Gefährlich statt gesund: Diese Zusatzstoffe wurden gefunden

Mithilfe von Expert:innen des Instituts für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt hat Öko-Test 28 Magnesiumpräparate untersucht. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: In vier der getesteten Produkte soll das Mineral Talkum gefunden worden sein – dieses wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als "möglicherweise krebserregend" eingestuft.

In acht Produkten seien zudem synthetische Süßungsmittel gefunden worden. Diese könnten unerwünschte Nebenwirkungen auf den Blutzuckerspiegel oder etwa Mikroorganismen im Darm haben. Des Weiteren hätten die Tester:innen das Verdickungsmittel Carboxymethylcellulose und den Emulgator Polysorbat 80 gefunden. Beide hätten zumindest bei Tieren negativen Einfluss auf die Darmflora.

Viele Produkte überschreiten die empfohlene Tagesdosis

Jedes zweite Produkt sei zudem überdosiert. Konkret bedeutet das: Die Präparat-Dosis überschreitet die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ausgeschriebene Höchstmenge für magnesiumergänzende Nahrungsmittel von 250 Milligramm pro Tag.

Öko-Test stellte bei einem Produkt sogar eine empfohlene Tagesdosis von 400 Milligramm fest. Laut BfR könnte das bei Verbraucher:innen zu Nebenwirkungen wie Durchfall führen.


Diese Lebensmittel sind reich an Magnesium – ganz ohne Präparate

Das Nahrungsergänzungsmittel gibt es als sich im Wasser auflösende Tablette oder als Pulver, erhältlich in Supermärkten, der Drogerie, Apotheken, aber auch online. Viele Hersteller suggerieren eine "tägliche Basisversorgung", wie Öko-Test berichtet. Diese sei für gesunde Menschen aber unnötig. Der tatsächliche Magnesiumbedarf könne problemlos über alltägliche Nahrung gedeckt werden, selbst bei einem vorhandenen Mangel.

Folgende Produkte werden von Öko-Test als Magnesium-Lieferanten hervorgehoben:

  • Nüsse

  • Haferflocken

  • Vollkornprodukte

  • Fisch

  • Banane

  • Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Sesam

  • Mineralwasser oder "hartes" Wasser aus der Leitung

  • Linsen und Erbsen

  • Dunkle Schokolade

  • Blattspinat

Eine zusätzliche Magnesiumzufuhr durch etwaige Präparate habe für gesunde Menschen keinen Nutzen – sie kann jedoch nachhaltig ins Geld gehen. Von zwei Cent "bis zu 1,25 Euro kosten die Magnesiumpräparate in unserem Test pro Tag“, so Öko-Test-Biologin Christine Throl.

Zu den Werbeversprechen des Wundermittels Magnesium gehört aber auch das Vorbeugen von Muskelkrämpfen. Doch auch hier liefern die Daten des Öko-Tests enttäuschende Ergebnisse: Wie die Frankfurter Expert:innen berichten, habe das Extra-Magnesium auch hier keine präventive Wirkung.

Öko-Test kritisiert außerdem fehlende Warnhinweise auf den Produkten, vor allem hinsichtlich der Magnesiumeinnahme in der Kombination mit Medikamenten. Außerdem raten die Testenden in jedem Fall ausdrücklich dazu, eine zusätzliche Magnesium-Einnahme ärztlich abzuklären.



Verwendete Quellen:

Öko-Test: "Magnesiumpräparate im Test: Viele sind überdosiert – und haben kritische Zusatzstoffe"

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): "Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln"

Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC): "IARC Monographs evaluate the carcinogenicity of talc and acrylonitrile IARC Monographs Volume 136"

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