USA erhöhen Druck auf den Iran
USA setzen gefürchteten B-1-Bomber gegen iranische Revolutionsgarden ein
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
USA bombardieren den Iran erneut
Videoclip • 28 Sek • Ab 12
Die USA haben nach einem Bericht von Axios erstmals seit der erneuten Eskalation vor zwölf Tagen einen B-1-Langstreckenbomber für Angriffe auf Ziele der iranischen Revolutionsgarden eingesetzt. Der Einsatz gilt als deutliches Signal für eine Verschärfung des Konflikts und erhöht die Sorge vor einer weiteren Ausweitung der Kämpfe.
Das Wichtigste in Kürze
"Axios" berichtet, dass die USA erstmals seit der neuen Eskalation einen B-1-Bomber gegen Ziele der iranischen Revolutionsgarden eingesetzt haben.
Der Einsatz gilt als deutliche Verschärfung des Konflikts, während auch die Lage in der Straße von Hormus und im Roten Meer angespannt bleibt.
Gleichzeitig laufen weiter Gespräche über eine mögliche diplomatische Lösung, doch ein Durchbruch ist bisher nicht in Sicht.
Die USA haben ihre Militäraktionen gegen Iran offenbar weiter ausgeweitet. Wie "Axios" unter Berufung auf US-Beamt:innen berichtet, setzte das US-Militär am Dienstag (21. Juli) einen B-1-Bomber bei Angriffen auf Ziele der Islamischen Revolutionsgarden ein. Dem Bericht zufolge war es das erste Mal seit Beginn der neuen Kampfphase vor zwölf Tagen, dass die USA diesen Bombertyp in dem Konflikt nutzten.
Der Einsatz des Flugzeugs wird als klare Eskalation gewertet. Die B-1 kann laut "Axios" bis zu zwei Dutzend Bomben mit einem Gewicht von jeweils 2.000 Pfund oder zahlreiche Marschflugkörper tragen. Zudem kann der Bomber mit hoher Geschwindigkeit auch in niedriger Höhe fliegen und dabei eine besonders große Bombenlast mitführen. "Axios" berichtet weiter, dass die Maschine von einem Luftwaffenstützpunkt im Vereinigten Königreich gestartet sei und auf Online-Flugtracking-Seiten beobachtet worden sei.
Unklarheit über konkrete Ziele
Das US-Regionalkommando CENTCOM erwähnte den B-1-Einsatz in seiner Mitteilung zu den Angriffen vom Dienstag nicht ausdrücklich. In dem Statement erklärte CENTCOM jedoch, man habe iranische militärische Einsatzzentralen, maritime Fähigkeiten, Flugzeughangars, Drohnenlager und militärische Logistikinfrastruktur angegriffen. Ziel sei gewesen, Irans Fähigkeit zu schwächen, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen.
Bislang ist unklar, welche konkreten Ziele der B-1-Bomber attackierte und ob die Mission wirksamer war als frühere Angriffe. "Axios" verweist darauf, dass die USA bereits während der Operation "Epic Fury" mehrere B-1-Einsätze geflogen hätten. Damals seien Raketenbasen, Kommandozentralen, Waffenlager und Luftabwehrsysteme angegriffen worden.
Trotz der ausgeweiteten US-Angriffe scheint sich die Position der iranischen Führung mit Blick auf die Straße von Hormus bislang nicht verändert zu haben. "Axios" berichtet, dass Iran weiterhin Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region ausführe. Einige US-Verteidigungsbeamt:innen hätten erklärt, Irans militärische Fähigkeiten rund um die Meerenge seien "fast nicht mehr vorhanden". Andere würden jedoch weiterhin davon ausgehen, dass Iran Schiffe in der Region angreifen könne.
Auch in den News:
Neue Spannungen auch im Roten Meer
US-Präsident Donald Trump drohte am Mittwoch damit, im Fall weiterer iranischer Angriffe auf Schiffe auch Brücken und Kraftwerke anzugreifen, darunter Ziele in Teheran. Iran habe daraufhin mit Drohungen gegen Infrastruktur in Golfstaaten reagiert, die mit den USA verbündet sind. Damit wächst die Sorge, dass der Konflikt noch mehr Länder und Regionen erfassen könnte.
Zusätzlich spitzt sich die Lage im Roten Meer zu. Wie Axios berichtet, griffen die Huthi-Rebell:innen am Mittwoch erstmals seit ihrer Ankündigung einer Blockade saudischer Häfen saudische Schiffe an. Ein US-Verteidigungsbeamter sagte Axios zufolge, der Angriff könnte von Iran beeinflusst worden sein. Demnach wolle Teheran über die Huthi eine weitere Front im Roten Meer eröffnen und so auch Druck auf eine andere zentrale Ölroute ausüben.
Mehrere Handelsschiffe änderten "Axios" zufolge bereits ihren Kurs, um eine Passage durch die Meerenge Bab al-Mandab zu vermeiden. Das zeigt, wie groß die Unsicherheit auf wichtigen internationalen Schifffahrtswegen inzwischen ist.
Vermittlung läuft weiter
Trotz der militärischen Eskalation gibt es weiter diplomatische Bemühungen. "Axios" berichtet unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Quellen, dass katarische Vermittler:innen weiterhin mit Vertreter:innen der USA, Irans und Omans sprechen. Ziel sei ein neues Abkommen, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen und die Kämpfe zu stoppen.
Ein regionaler Insider sagte "Axios" demnach, dass die iranische Führung den jüngsten Vorschlag der Vermittler:innen bisher nicht akzeptiert habe. Trump sagte bei einer Rede in Georgia sinngemäß, Iran werde derzeit so hart getroffen, dass das Land ein Abkommen wolle. Zugleich habe er erklärt, Iran sei noch nicht bereit für eine Einigung, werde es aber sehr bald sein.
Verwendete Quellen:
Axios: "U.S. deploys B-1 bomber as attacks on Iran intensify"
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