Bundespräsidentenwahl
Union setzt auf Ilse Aigner – Grüne und CDU-Politiker kritisieren Merz
Veröffentlicht:
von Damian Rausch:newstime
Wird Ilse Aigner erste Bundespräsidentin?
Videoclip • 01:52 Min • Ab 12
CDU und CSU wollen Ilse Aigner als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier vorschlagen. Die SPD signalisiert Unterstützung, während die Grünen das Vorgehen von Friedrich Merz kritisieren.
Das Wichtigste in Kürze
CDU und CSU wollen die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner für das höchste Staatsamt nominieren.
SPD-Chef Lars Klingbeil hat angekündigt, dass seine Partei eine Kandidatur Aigners unterstützen würde.
Die Bundesversammlung wählt am 30. Januar 2027 das nächste Staatsoberhaupt.
Ilse Aigner könnte als erste Frau an die Spitze der Bundesrepublik rücken. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus Unionskreisen will Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz die 61-jährige CSU-Politikerin den Führungsgremien seiner Partei offiziell vorschlagen. Diese kommen am Sonntag und Montag in Berlin zusammen. CSU-Chef Markus Söder hatte Aigner bereits im April ins Spiel gebracht.
Laut ZDFheute sollen Merz und Aigner am Montag gemeinsam vor die Presse treten. Merz hatte sich bis dahin öffentlich lediglich darauf festgelegt, dass eine Frau das Amt übernehmen soll.
Auch in den News:
Die SPD signalisiert Unterstützung, die Grünen kritisieren Merz
SPD-Chef Lars Klingbeil hat angekündigt, dass seine Partei einen offiziellen Vorschlag für Aigner begrüßen und unterstützen würde. Union und SPD verfügen in der Bundesversammlung gemeinsam über eine Mehrheit von rund 50 Stimmen. Damit hätte Aigner gute Chancen, bei der Wahl am 30. Januar 2027 die nötige Mehrheit zu erreichen.
Bei den Grünen richtet sich die Kritik vor allem gegen den Ablauf der Kandidat:innensuche. Fraktionschefin Britta Haßelmann warf der Union und Merz gegenüber der dpa ein unprofessionelles Vorgehen vor. Zugleich äußerte sie sich anerkennend über Aigner und beschrieb sie als nahbar und zugewandt. Auch aus der CDU hatte es Kritik gegeben. Der Außenpolitiker Roderich Kiesewetter bemängelte in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" unter anderem, dass sich das Verfahren so lange hingezogen habe.
Weitere Artikel zum Thema
AfD und Linke lehnen Aigners Kandidatur ab
AfD-Chef Tino Chrupalla bezweifelte, dass Aigner als CSU-Politikerin das Land einen könne. Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek sprach sich für eine überparteiliche Kandidatur aus. Rückendeckung kam dagegen vom früheren CSU-Chef Horst Seehofer, der Aigner gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" als richtige Wahl für das Amt bezeichnete.
Aigner hat Erfahrung in der Bundespolitik
Aigner ist heute Präsidentin des Bayerischen Landtags. Laut Reuters zog sie bereits 1998 in den Bundestag ein und war später unter Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundeslandwirtschaftsministerin. Sollte die Bundesversammlung sie wählen, wäre sie die erste Bundespräsidentin und zugleich die erste Person aus der CSU in diesem Amt.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
ZDFheute: "Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden" – belegt den geplanten gemeinsamen Presseauftritt von Merz und Aigner am Montag.
Nachrichtenagentur Reuters
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