Am Flughafen von Lima
Schmuggel vereitelt: Über 3.000 Vogelspinnen im Koffern entdeckt – Deutsche festgenommen
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Neue tödliche Spinnen-Art entdeckt
Videoclip • 01:26 Min • Ab 12
Zwei Deutsche und ein Pole wollten über 3.000 Vogelspinnen in Socken nach Deutschland bringen. Doch am Flughafen von Lima wurden die drei mutmaßlichen Schmuggler im letzten Moment festgenommen.
Das Wichtigste in Kürze
Am Flughafen in Peru wurden drei Männer festgenommen, die über 3.000 Vogelspinnen im Gepäck versteckten.
Unter den beschlagnahmten Tieren befinden sich auch gefährdete und unentdeckte Arten.
Den mutmaßlichen Schmugglern drohen jetzt lange Haftstrafen.
Spektakuläre Entdeckung am internationalen Flughafen Jorge Chávez in Lima (Peru): Zollbeamte stellten verteilt auf drei Reisekoffer mehr als 3.000 lebende Vogelspinnen sicher. Sie waren akribisch sortiert und in beschrifteten Socken versteckt. Zwei Deutsche und ein Pole standen bereits am Check-in-Schalter, um mit der krabbelnden Fracht im Gepäck nach Deutschland zu fliegen. Erst ein anonymer Hinweis alarmierte die peruanischen Behörden. Zugriffskräfte der auf Umweltdelikte spezialisierten Nationalpolizei schritten im letzten Moment ein, kurz bevor die Verdächtigen das Flugzeug besteigen konnten, und nahmen das Trio vorläufig fest.
Die Ermittler stießen bei der Inspektion der Koffer auf eine regelrechte Artenvielfalt in allen Entwicklungsstadien. Von Eiern über winzige Jungtiere bis hin zu ausgewachsenen, teils auffällig gefärbten Exemplaren hatten die mutmaßlichen Schmuggler eine gezielte Auswahl getroffen. Unter den sichergestellten Achtbeinern befanden sich nicht nur seltene Tiere der in Peru als gefährdet eingestuften Art Pamphobeteus antinous, sondern nach Angaben der Forst- und Wildtierbehörde Serfor auch Spezies, die wissenschaftlich bisher noch gar nicht beschrieben wurden. Die Tiere stammten offenbar aus unterschiedlichsten Regionen des Landes wie Junín, Loreto, Cusco oder Cajamarca.
Spinnen waren bis zu 1,5 Millionen Euro wert
Laut Serfor können einzelne Vogelspinnen in Europa Preise von bis zu 500 Euro erzielen, was den Gesamtwert der sichergestellten Ladung auf theoretische 1,5 Millionen Euro beziffert. Die Ermittler prüfen derzeit, ob die Tiere für private Sammler, den Heimtiermarkt oder Forschungszwecke bestimmt waren. Eine besondere Brisanz erhält der Fall durch die Vermutung der Behörden, dass es sich bei einem der festgenommenen Deutschen um einen namhaften Vogelspinnen-Forscher handeln könnte.
Gegen die drei Festgenommenen ermittelt nun die Sonderstaatsanwaltschaft für Umweltangelegenheiten wegen des Verdachts auf illegalen Wildtierhandel. In Peru drohen auf die unerlaubte Ausfuhr geschützter Wildtiere drei bis fünf Jahre Haft, in besonders schweren Fällen sogar bis zu acht Jahre Gefängnis. Das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) warnt seit Langem davor, dass der illegale Handel weltweit Bestände gefährdet und sensible Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringt.
Mehr zu dem Thema:
Vogelspinnen können bis zu 25 Jahre alt werden
Für die tausenden Spinnen nahm das Schmuggelabenteuer glücklicherweise noch vor dem Abflug ein Ende. Die Achtbeiner werden derzeit von Fachexperten genau identifiziert und medizinisch betreut. Sobald die wissenschaftlichen Untersuchungen abgeschlossen sind, sollen die Tiere – darunter Arten, deren Weibchen bis zu 25 Jahre alt werden können – in einer offiziell zugelassenen Zuchtstation in Peru untergebracht und dauerhaft gesichert werden.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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