Nach den Midterms

Börsen-Crash wegen Tech-Aktien: Was Anleger jetzt wissen müssen

Veröffentlicht:

von Valentin Kronberger

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Nach den Midterms in den USA brechen Tech-Aktien massiv ein. Anleger:innen spüren die Folgen direkt in ihrem Portfolio. Das musst du zum Crash wissen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Wahlsieg der US-Demokrat:innen fürchten Anleger:innen strengere Regeln für KI.

  • Tech- und Chipaktien sind weltweit eingebrochen, auch in Deutschland.

  • Wer breit gestreut und langfristig anlegt, muss sich vorerst aber keine Sorgen machen.

Erst stiegen die Börsenkurse nach dem Sieg der Demokrat:innen bei den US-Kongresswahlen – jetzt kommt der Crash. Der Grund: Die Angst vor mehr Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) hat an der Wall Street zu einem Ausverkauf von Tech-Aktien geführt. Aktuell brechen Aktien rund um die Chipbranche ein, die als größte Gewinner des KI-Hypes gelten.

Der Börsencrash erfasste Aktienmärkte weltweit, auch Börsen in Deutschland, die am Freitag (6. November) weiter nachgaben. Der Tech-Index Nasdaq 100 aus den USA erlitt am Donnerstag (5. November) den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash 2020: Er sackte dabei auf das Niveau von April ab und verlor rund 2,06 Billionen Euro Marktwert.

Auch in den News:

Standard-ETFs enthalten viele Tech-Aktien

Privatanleger:innen spüren den Kursrutsch jetzt in ihrem Depot, weil gängige Welt-Indizes wie der MSCI World in den vergangenen Jahren stark technologielastig geworden sind. Top-Tech-Titel wie Apple, Nvidia oder Microsoft machten zuletzt oft mehr als 20 bis 25 Prozent eines Standard-Weltaktien-ETFs aus.

Bekannte Welt-Indizes wie MSCI World, MSCI ACWI oder ACWI IMI lagen laut "Finanztip" am Donnerstag (5. November) an der Börse Xetra auf Tagessicht mit über vier Prozent im Minus. Damit seien sie so günstig wie seit Mitte September nicht mehr.


Langfristiges Anlegen schützt vor Schwankungen

Trotzdem gibt es Entwarnung: Wer Jahre lang breit gestreut in seine Altersvorsorge investiert hat, sollte sich laut Verbraucherschützer:innen keine Sorgen machen. Schwankungen von zehn bis 20 Prozent sind an den Aktienmärkten normal und wer laufend über einen Sparplan nachkauft, profitiert von den vorübergehend günstigen Anteilen. "Finanztip" rät, bestehende Positionen zu halten und Sparpläne weiterlaufen zu lassen. Ein Verlust werde erst real, wenn man verkaufe.

Die Kurse könnten in den nächsten Tagen weiter fallen oder stark schwanken, berichtet "yahoo!finance". Manche Fonds würden laut einem Bericht von "Bloomberg" automatisch Aktien verkaufen, sobald die Kurse stark schwanken, egal wie es den Unternehmen tatsächlich geht.


Portfolio auf andere Sektoren prüfen

Haben Sparer:innen allerdings gezielt Branchen-ETFs aus dem Halbleiter- oder KI-Sektor gekauft, müssen sie sich auf hohe Kursschwankungen einstellen. Sie sollten prüfen, ob ihr Portfolio durch andere Sektoren wie Industrie, Konsumgüter oder Gesundheit ausreichend ausbalanciert ist.

Auch deutsche Aktien, die bisher stark vom KI-Boom profitierten, erlitten Verluste: Titel des Chipherstellers Infineon etwa rutschten um mehr als 8 Prozent ab. Auch Siemens Energy und der Baukonzern Hochtief wurden in Mitleidenschaft gezogen.

US-Demokrat:innen für KI-Regulierungen

Warum stehen Tech-Aktien so stark unter Druck? Die Finanzmärkte sind nervös, weil die US-Demokrat:innen den Chancen von KI skeptischer gegenüberstehen als die Republikaner. Tech-Konzerne vermuten mehr Widerstand bei ihren riesigen Rechenzentren für KI. Sollten die Investitionen in die Datencenter gebremst werden oder gar sinken, hätte das erhebliche Folgen für Chiphersteller:innen.

Ob jetzt die KI-Blase platzt, bleibt unklar. Die Sorge, dass die gigantischen Milliarden-Investitionen der US-Techkonzerne nicht so schnell Gewinne erzielen wie erhofft, gibt es schon lange. Der Erfolg von KI-Unternehmen steht aber nicht grundsätzlich infrage, so Branchenexpert:innen. Die aktuelle Krise an den Aktienmärkten sei nur eine schmerzhafte Anpassung überzogener Marktphantasien.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Finanztip: "ETF-Absturz: Welt-Indizes MSCI ACWI, MSCI World & Co. im Minus"

yahoo!finance: "Fast-Money Systematic Funds Stoked $2.3 Trillion Tech-Stock Rout"

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